Partner für die Interessen der Mitarbeiter

Seit März 2016 hat die Robert Bosch Stiftung einen Betriebsrat. Die Interessenvertretung für rund 200 Personen besteht aus neun Mitgliedern; der Vorsitzende ist Joachim Geiger. Mit Roland Bender, Bereichsleiter Personal, tauscht er sich regelmäßig aus.

Robert Bosch Stiftung | November 2018

Joachim Geiger (rechts) im Dialog mit Roland Bender: „Wir als Betriebsrat sehen uns grundsätzlich als ein konstruktives Gremium und sind keine Blockierer."

Joachim Geiger war bis zu seiner Wahl Fachreferent im Projektcontrolling der Robert Bosch Stiftung. Inzwischen ist er freigestellter Betriebsrat. „Ich habe in einem großartigen Team gearbeitet“, erinnert er sich. Dieses Team nach seiner Wahl zu verlassen, sei ihm nicht leicht gefallen. „Aber ich wurde Teil eines neuen, viel größeren Teams. Es besteht aus allen Kolleginnen und Kollegen in der Stiftung, deren Interessen ich vertrete. Hier bin ich ebenfalls Teamplayer aus Leidenschaft und Überzeugung.“ Seinen Einsatz begründet er so: „Die durch die Belegschaft legitimierte Mitwirkung und Mitbestimmung ist im Kleinen Ausdruck unserer demokratischen Gesellschaft. Sie stärkt das demokratische Prinzip auf allen Ebenen.“

Dialog auf Augenhöhe

Für Roland Bender, Bereichsleiter Personal der Robert Bosch Stiftung, ist das Engagement im Betriebsrat keine Überraschung: „Unsere Mitarbeiter zeichnen sich generell durch eine enorme Einsatzbereitschaft aus“, erklärt er. Dass dies auch in einem Betriebsrat und damit für die Belange einer großen Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschieht, hält er für wichtig und richtig. „Als Arbeitgeber sehen wir es positiv, wenn die Interessen durch eine solche Vertretung gewährleistet sind. Außerdem schätzen wir es, einen direkten Ansprechpartner zu haben.“ Bender und Geiger treffen sich alle zwei Wochen zu einem festen Termin. Einen „Dialog auf Augenhöhe“, nennt es der Personalchef, und beschreibt das Miteinander als „vertrauensvolle Zusammenarbeit“.

Regelmäßiger Austausch

Die Zusammenarbeit betrifft betriebliche, organisatorische oder personelle Themen aus dem Arbeitsalltag. Geiger und seine acht Kollegen nehmen die gesetzlich verankerten Informations- und Mitbestimmungsrechte eines Betriebsrates wahr. Viermal pro Jahr ist eine Betriebsversammlung vorgesehen, zu der auch die Geschäftsführung einen Bericht beisteuert. Außerdem können Betriebsräte einzelne Mitarbeiter bei kritischen Personalgesprächen begleiten. In den Dialog mit Personalchef Bender bringt Betriebsrat Geiger häufig aktuelle Themen ein, die in seiner wöchentlichen Sprechstunde oder per Mail an ihn herangetragen wurden. „Das Anliegen muss dabei nicht meiner persönlichen Meinung entsprechen“, erklärt er. Die Trennung von Amt und Person sei manchmal nicht so einfach. Hier lerne er stetig dazu.

Langfristige Projekte

Auch längerfristige Projekte kommen zur Sprache, wenn sich Joachim Geiger und Roland Bender zusammensetzen. Seit einiger Zeit geht es zum Beispiel um neue Gehaltsbänder, also die Bandbreite von Grundgehalt und weiteren Leistungen und Gehaltsbestandteilen. Hier sieht Joachim Geiger „in einer nicht tarifgebundenen Organisation wie der Stiftung eine große Herausforderung“. Der Betriebsrat beschafft sich eigene Expertise und bindet die Mitarbeiter sowie Experten ein. Denn, „wir sind an einer guten und vor allem transparenten Lösung interessiert“.

Respekt und Kommunikation

„Wir sehen uns grundsätzlich als ein konstruktives Gremium und sind keine Blockierer“, sagt Joachim Geiger. Dass es im Dialog mit dem Personalleiter oder der Geschäftsführung auch kontroverse Positionen und Diskussionen gebe, liege in der Natur der Sache. „Wenn wir mit Vorschlägen nicht einverstanden sind, machen wir einen konstruktiven Gegenvorschlag.“ Alle Beteiligten eine das Ziel einer offenen und vertrauensvollen Gesprächskultur für das ganze Haus, so seine Einschätzung. „Der respektvolle Umgang ist selbstverständlich und die Kommunikation wird bewusst gepflegt“, ergänzt Personalchef Roland Bender. „Schließlich sprechen wir über die berechtigten Interessen beider Seiten.“