„Neugier und lernende Offenheit behalten“: Ehemalige Trainees der Stiftung berichten

Seit fast zwei Jahrzehnten betreibt die Robert Bosch Stiftung ein Traineeprogramm, um eigenen Nachwuchs für das komplexe Stiftungsmanagement zu qualifizieren. Rund 25 Absolventen gingen daraus hervor. Einige von ihnen arbeiten heute in der Stiftung, zum Beispiel Susanne Melin und Anja Wolff.

Robert Bosch Stiftung | Februar 2021
Straße mit Richtungspfeil und Aufschrift "Karriere, Start"
AdobeStock/Marco2811

„Ich begann im Juni 2003 als Trainee. Damals war das Programm noch relativ neu; ich gehörte zum dritten Jahrgang“, erinnert sich Susanne Melin. Heute ist sie Senior Projektmanagerin im Bereich Gesundheit und verantwortlich für Vorhaben im Themenfeld „Menschen im Gesundheitssystem“ mit dem Schwerpunkt auf Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz. „Dass ich so lange bei der Stiftung bleiben würde, hätte ich mir damals nicht träumen lassen“, sagt sie im Rückblick. „Aber es wird hier eben nie langweilig!“ Insbesondere die enorme inhaltliche Vielfalt sowie den engen Zusammenhalt der Kollegen schätzt sie und erlebte dies schon als Trainee. „Die guten Erfahrungen haben sich über die Jahre fortgesetzt.“ Im Traineeprogramm habe man die große Chance, „eine positive und grundsätzlich lernende Haltung“ zu entwickeln. „Diese Haltung konnte ich mir in der Stiftungsarbeit bewahren; sie kommt mir bis heute zugute“, so Susanne Melin. Und gibt sie bewusst weiter. Denn jeder neue Trainee hat einen Mentor bzw. eine Mentorin. Susanne Melin war Mentorin von Anja Wolff, als diese im Jahr 2016 als Trainee startete. 

Stiftung als Ganzes immer im Blick

„Das Besondere am Traineeprogramm ist, man wird in den verschiedenen Bereichen immer schon erwartet und ist direkt ein vollwertiges Teammitglied“, beschreibt Anja Wolff ihre Erfahrung. Jeder Trainee absolviert mehrmonatige Aufenthalte in unterschiedlichen Themenbereichen sowie kürzere Stationen in den Stabsstellen und am Standort Berlin. „Bis heute profitiere ich davon, die Stiftung als Ganzes kennengelernt zu haben“, erklärt sie. Einerseits sind es die vielen persönlichen Kontakte. Aber vor allem die Erkenntnis, ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen und zu bearbeiten: aus Sicht des Themenbereichs, des Controllings oder der Öffentlichkeitsarbeit. „Die Neugier und lernende Offenheit habe ich auf jeden Fall behalten“, sagt sie. Aber: „Als Trainee war ich eine zusätzliche Arbeitskraft, nie ‚Expertin‘ in einem bestimmten Thema“, so Anja Wolff. „Deshalb hatte ich nach den zwei Jahren des ständigen Wechsels große Lust, tiefer in ein Thema einzusteigen, und wollte gerne bei der Stiftung bleiben.“ Dass dies 2018 klappte, ist angesichts nur begrenzt verfügbarer Stellen nicht selbstverständlich. Anja Wolff arbeitet heute als Projektmanagerin im Team „Demokratie“ des Bereichs Globale Fragen. 

Sehr gute Basis für das Berufsleben

Roland Bender, Leiter Fort- und Weiterbildung, sieht das Traineeprogramm als eine „Erfolgsgeschichte, für die sich unser großer Einsatz lohnt. Denn wir haben über Jahre gut qualifizierte und hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen.“ Die Robert Bosch Stiftung war mit ihrem Programm Vorreiter im deutschen Stiftungswesen – und inspirierte andere. 2017 etablierten mehrere deutsche Stiftungen gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung das „Stiftungsübergreifende Traineeprogramm“. Hierbei hat jeder Trainee eine „Heimatstiftung“, lernt aber auch weitere Organisationen kennen. Wichtige Kriterien des eigenen Programms wurden übernommen wie zum Beispiel die sorgfältige Auswahl, intensive Begleitung sowie kontinuierliches Feedback für die Trainees. „Egal, wie sich unsere Trainees später orientieren“, sagt Roland Bender. „Sie erhalten auf jeden Fall eine sehr gute Basis für ihr Berufsleben.“ Das können Susanne Melin und Anja Wolff ausdrücklich bestätigen.

Susanne Melin und Anja wolff

Susanne Melin und Anja Wolff