Masterarbeit bei der Stiftung

Die Robert Bosch Stiftung bietet Studierenden die Möglichkeit, ihre Masterarbeit über ein Thema mit Stiftungsbezug zu schreiben. Voraussetzung dafür ist eine vorherige Tätigkeit als Praxisstudent/in, sodass man die Abläufe im Haus bereits kennt und sich ganz auf die Masterarbeit konzentrieren kann. Carolin Wiehler berichtet von ihren Erfahrungen.

Robert Bosch Stiftung | Januar 2019
Tastatur einer Schreibmaschine und Bücherstapel
AdobeStock - © Michael J Berlin, © Patrick Daxenbichler

Die 24-Jährige stammt aus der Nähe von Augsburg und studiert im Masterstudiengang International Business and Economics an der Universität Stuttgart-Hohenheim. Im Herbst 2017 hatte sie sich erfolgreich als Praxisstudentin in der Personalabteilung der Stiftung beworben.

Positive Erfahrungen von Anfang an

„Ich wollte den gemeinnützigen Sektor kennenlernen, der in meinem Studium kaum vorkommt“, erinnert sie sich. „Ich merkte schnell, dass die Arbeit in der Stiftung sehr vielseitig ist und man individueller vorgehen kann als in der Industrie, die vieles standardisieren muss“, sagt Carolin Wiehler. Vor allem „das Miteinander und die gute Atmosphäre“ hätten sie beeindruckt. Ihre positiven Erfahrungen setzen sich fort. Persönliche Durchwahl und E-Mail-Account hat sie nach wie vor. Doch statt die Personalabteilung im Arbeitsalltag zu unterstützen, verfolgt Carolin Wiehler nun, quasi im Homeoffice, nur noch ein großes Projekt: ihre Masterthesis.

Spezielles Thema der Personalarbeit

„Ich war auf Themensuche“, sagt sie. „Im Gespräch mit dem Personalleiter der Stiftung haben wir mein Thema gefunden.“ Es heißt „Outplacement als Möglichkeit zur Gestaltung eines verantwortungsbewussten Trennungsprozesses – eine moralökonomische Analyse“ und wird am Lehrstuhl für Theologie und Wirtschaftsethik ihrer Uni betreut. Die Trennung von einem Mitarbeiter sei immer ein sensibler Bereich, erklärt Carolin Wiehler, auch wenn es einvernehmlich geschehe. Man könne diesen Prozess, so ihre Erkenntnis, jedoch verantwortungsvoll und wertschätzend gestalten, um so die weitere Entwicklung des Mitarbeiters positiv zu unterstützen. Aber, das ist ihr wichtig, „es gibt kein konkretes Vorhaben der Stiftung hierzu“. Vielmehr gehe es darum, „Outplacement als ein mögliches Instrument zu begutachten und zu beurteilen.“ Ziel ihrer Arbeit sei es, „grundsätzliche Kriterien festzulegen und eine Hilfestellung zu erarbeiten für die Frage, ob und wie ein Arbeitgeber ausscheidende Mitarbeiter begleiten sollte. Ich analysiere ethische und ökonomische Konzepte vor dem Hintergrund der Unternehmenskultur und -werte.“

Recherchen und Rücksprachen

Neben ihrer eigenen wissenschaftlichen Recherche und den Rücksprachen an der Uni spielt der Austausch in der Stiftung eine große Rolle. „Etwa alle drei Wochen habe ich einen Termin mit dem Personalleiter, der sich wirklich Zeit für mich nimmt. Die Unterstützung ist groß. Außerdem habe ich einen Fragebogen entwickelt für verschiedene Stellen im Haus wie den Betriebsrat, die Geschäftsführung und mehrere Führungskräfte.“ Bis zum Abgabetermin in wenigen Wochen muss alles unter Dach und Fach und ausformuliert sein. Dann heißt es, mehrere Monate auf die Bewertung ihrer Abschlussarbeit zu warten.

Berufseinstieg im Frühjahr

Doch ungenützt lässt Carolin Wiehler die Zeit bis dahin nicht verstreichen. „Ich führe bereits Bewerbungsgespräche. Im Personalbereich sollte meine erste Stelle schon sein. Aber ich bin Generalistin und offen für vieles“, meint sie. Auch für den Einstieg bei einer Stiftung? „Momentan nicht unbedingt“, so Carolin Wiehler, „obwohl der Exkurs in diese eigene Welt schon toll war. Vielleicht komme ich ja später darauf zurück.“

Carolin Wiehler