Immer international unterwegs: Von der „Stiftungsmutter“ zur „Stiftungstochter“

Charlotte Carnehls Geschichte als Mitarbeiterin begann im Herbst 2015. Seither hat die 28-Jährige in zwei Themenbereichen gearbeitet und wechselte im April 2017 zur jüngsten „Stiftungstochter“, dem International Alumni Center (iac) nach Berlin. Dort gehörte sie zum Gründungsteam des Bosch Alumni Network.

Robert Bosch Stiftung | Dezember 2018

Neben dem iac gibt es weitere Organisationen mit engem Stiftungsbezug in Berlin: die „Robert Bosch Academy“ als eine Einrichtung der Stiftung und die „Deutsche Schulakademie“ als eine Ausgründung.

Start-up-Charakter beim Bosch Alumni Network

„Gemeinsam mit Geschäftsführer Darius Polok und vier Kolleginnen“, so Charlotte Carnehl, „fingen wir in Berlin als Team neu an, haben uns selbständig organisiert und versuchen seitdem, unsere Prozesse möglichst schlank zu halten.“ Die Aufgabe lautet: Ehemalige Stipendiaten, Geförderte, aber auch Partner und Mitarbeiter der Stiftung auf einer Onlineplattform (www.boschalumni.net) zu vernetzen und als Netzwerkorganisation zu unterstützen, über Programm- und Themengrenzen hinweg. Auf diese Weise führt die Stiftung ihre strategischen Ziele auch in der Alumni-Arbeit weiter. „Verantwortung zu übernehmen für eine neue Aufgabe, das hat mich schon immer gereizt“, erklärt Carnehl. „Auch wenn der Unterschied zwischen der perfekt ausgestatteten Stiftung in Stuttgart und unserem Start-up-ähnlichen Laboratorium beim Bosch Alumni Network schon gewaltig war“, erinnert sie sich. Anfangs standen daher auch Dinge im Fokus wie Möbelbestellung, EDV-Anbindung, eine Betriebsordnung oder die Einführung agiler Managementmethoden. Sie betont die „Anpackermentalität“, die das Team bis heute auszeichne. „Wir kommunizieren intensiv, wir probieren vieles aus und wir lernen schnell. Wir knüpfen unzählige Kontakte und binden die Alumni stets aktiv ein.“

Leidenschaft fürs Internationale

Charlotte Carnehl hatte den Bachelor in Politikwissenschaft und den Master in International Relations in der Tasche, als sie 2015 als Hospitantin im Themenbereich Völkerverständigung Amerika und Asien begann. „Ich habe mich sehr schnell sehr wohl gefühlt“, sagt sie. „Und gemerkt, wie viele beeindruckende Menschen die Stiftung international fördert und zusammenbringt.“ Das Internationale „war schon immer meine Leidenschaft. Dabei meine Neugier und die professionelle Arbeit miteinander verbinden zu können, ist wirklich erfüllend und motiviert mich enorm.“ Zumal sie bereits als Hospitantin Verantwortung übertragen bekam und große Wertschätzung von Kollegen und Vorgesetzten spürte.

Thema Alumni stets präsent

Charlotte Carnehl wurde frühzeitig aktiv, um weiterhin für die Stiftung arbeiten zu können. „Ich bewarb mich auf eine Stelle als Elternzeitvertretung im Bereich Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn“, erzählt sie. Mit Erfolg. Statt für Programme mit USA und Asien war sie nun als Projektmanagerin u.a. für das Bellevue-Programm zuständig. „Ich führte Gespräche mit Stipendiaten aus ganz Europa, alles Nachwuchsführungskräfte oberster Staatsbehörden, war viel unterwegs und lernte ständig dazu.“ Auch hier kam sie immer wieder mit dem Thema Alumni in Berührung. Die Stiftung hatte sich schon länger vorgenommen, diesen enormen Fundus an Personen und Expertise zu aktivieren, einschließlich ehemalige Mitarbeiter; auch sie sind Netzwerkmitglieder.

Enge Verbindung zur „Stiftungsmutter“

Charlotte Carnehl war bis April 2019 Senior Projektmanagerin im iac. „Ich war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, habe mich gekümmert und mich bewusst für das Bosch Alumni Network beworben. Mein damaliger Vorgesetzter hat mich ausdrücklich dazu ermutigt. So hat dann alles toll gepasst“, erinnert sie sich. Wenn es von Berlin aus um die Verbindung zur Stiftungsmutter nach Stuttgart ging, war Charlotte Carnehl besonders gefragt: „Ich kenne ja fast alle Kollegen und ich weiß, wie die Stiftung funktioniert“ – zwei unschätzbare Vorteile für sie und für den erfolgreichen Aufbau der Arbeit der Berliner Tochter.

Jan Zappner

Charlotte Carnehl