„Eine unglaublich wertvolle Erfahrung“ – Freiwilliges Praktikum für Absolventen

Die Robert Bosch Stiftung bietet Absolventinnen und Absolventen eines Bachelor- oder Masterstudiums ein freiwilliges, sechsmonatiges Praktikum als Übergang ins Berufsleben an. Drei von ihnen berichten über ihre Arbeit in Stuttgart und Berlin.

Robert Bosch Stiftung | Juli 2020
Erfahrungsbericht Freiwilliges Praktikum 1200
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„Vieles ist für mich neu in der Stiftung“

„Ich würde mich wieder für das Praktikum entscheiden“, sagt die Italienerin Cecilia Musci. Sie schloss nach dem Bachelor (Psychologie, Universität Turin) ihren Master in Neurowissenschaften an der Universität Marburg ab und begann im Januar 2020 in der Stiftung. Während ihres Studiums war die 27-Jährige Praktikantin und wissenschaftliche Hilfskraft in der universitären und außeruniversitären neurowissenschaftlichen Forschung. „Da ich aus einem anderen Kontext komme, ist für mich in der Stiftung vieles neu“, erzählt sie. Ihre Arbeit im Bereich Wissenschaft sei eine „Mischung aus organisatorischen und konzeptionellen Aufgaben“. Dazu gehören Kontakte zu Projektpartnern, Veranstaltungsorganisation, Controlling- und Finanzaufgaben und die Teilnahme an Jurysitzungen. Ihr besonderes Interesse gilt der Wissenschaftskommunikation. Sie hatte die Chance, Bewerbungen der aktuellen Ausschreibung „Wissenschaftskommunikation für die Gesellschaft – Corona und darüber hinaus“ zu sichten und dafür Gutachten zu verfassen. Cecilia Musci erlebt das Praktikum als bereichernde Möglichkeit, sich nach dem Studium weiterzubilden. „Besonders schätze ich auch den kollegialen und offenen Umgang der Mitarbeiter im Bereich sowie den konstruktiven Austausch untereinander.“ Sie ist überzeugt, dass sie fachlich und menschlich viel mitnimmt. 

„Vollwertig eingebunden und im Team geschätzt“

„Wer ein Praktikum sucht, bei dem man etwas lernt und wachsen kann, dem würde ich immer die Robert Bosch Stiftung empfehlen“, sagt Aris Kress-Kallidromitis. Der 25-Jährige kommt aus Frankfurt am Main und arbeitet seit Januar 2020 im Bereich „Strategische Partnerschaften und Robert Bosch Academy“ am Standort Berlin. Parallel zu seinem Bachelorstudium (Politik, Verwaltung und Organisation, Universität Potsdam) sammelte er drei Jahre lang Praxiserfahrung als Projektkoordinator eines Berliner Kulturvereins. „Durch Leuchtturmprojekte wie den Deutschen Schulpreis kannte ich die Stiftung bereits“, so der Wahlberliner. An dem Praktikum hätten ihn vor allem das vielseitige Aufgabenspektrum und die räumliche Nähe zum politischen Berlin gereizt. Aris Kress-Kallidromitis rotiert zwischen den Teams „Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern“, „Robert Bosch Academy“ und „Partnerschaften mit Think Tanks“. „Ich erhalte vielfältige Einblicke in die moderne Stiftungsarbeit einer großen internationalen Stiftung und übernehme administrative und konzeptionelle Aufgaben.“ Etwa bei der Vorbereitung von Veranstaltungen der Robert Bosch Academy, bei Recherchen und beim Aufbereiten von Inhalten. „Ich werde vollwertig in die Teams eingebunden und fühle mich als Mitarbeiter geschätzt“. Er habe zudem beeindruckende Menschen kennengelernt, u.a. die Fellows der Robert Bosch Academy: „Sie sind interessante Persönlichkeiten und oft Koryphäen auf ihrem Gebiet.“ Aris Kress-Kallidromitis nennt das Praktikum „eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Man kann enorm viel lernen und hat den Vorteil eines renommierten Arbeitgebers, der aufgrund seiner Wirkungsstärke viele spannende Partner hat.“

Mitten im Alltagsgeschäft trotz Corona

Alicia Armbrusters Praktikum startete unter außergewöhnlichen Umständen. Die 28-Jährige unterstützt seit März 2020 den Bereich Gesundheit und musste aufgrund der Corona-Pandemie bereits nach zwei Wochen ihren Arbeitsplatz in der Stiftung mit ihrem heimischen Schreibtisch tauschen. „Durch die regelmäßigen Skype-Meetings mit meinem Team habe ich mich aber nie alleine gefühlt. Bei Fragen konnte ich jederzeit meine Kollegen anrufen. Alle sind sehr offen und nehmen mich – auch virtuell – überall mit. So bin ich als Praktikantin mitten im Alltagsgeschäft“, erzählt die gebürtige Reutlingerin. Sie studierte Gesundheitspädagogik an der PH Freiburg, absolvierte ein duales BWL-Studium (Fachrichtung Handel) an der DHBW Karlsruhe und war bereits als Praktikantin bei einer Krankenkasse und in einer Rehaklinik tätig. „Die Vorstellung, bei der Stiftung für gemeinnützige Zwecke zu arbeiten, hat mir gleich gut gefallen“, so Alicia Armbruster. Ihre Aufgaben seien „sehr abwechslungsreich“. Sie bearbeitet zum Beispiel Spendenanträge, unterstützt bei Publikationen und Homepagetexten und übernimmt Recherchen. Dabei beschäftigt sie sich mit den beiden Bereichsthemen „Menschen im Gesundheitssystem“ und „Zukunftsfähiges Gesundheitssystem“. „Ich finde es sehr positiv, sowohl die systemische Seite als auch die menschliche Seite der Gesundheitsversorgung kennenzulernen“, sagt Alicia Armbruster.

Lust sich auszuprobieren 

Alle drei Praktikanten betonen: „Die Bewerber sollten Lust haben sich auszuprobieren und gerne mit Menschen zusammenarbeiten wollen, die einen anderen fachlichen Hintergrund haben als man selbst.“ Für eine erfolgreiche Bewerbung ist es außerdem wichtig, selbständig und eigeninitiativ zu sein sowie Interesse für die Stiftungsthemen mitzubringen. In der Stiftung erhält jeder Praktikant einen Mentor zur Seite. „Man merkt, dass der Ausbildungscharakter hier klar im Vordergrund steht“, sagt Aris Kress-Kallidromitis.