„Ein großartiger Ort für Optimisten und Weltveränderer.“ Ehemalige Mitarbeiter berichten über ihre Zeit in der Stiftung

Personalwechsel gehören zum Alltag einer rund 200-köpfigen Organisation wie der Robert Bosch Stiftung. Welche Erfahrungen, Erinnerungen und Impulse nehmen Ehemalige mit an ihre neuen Arbeitsstellen? Anne Burghardt und Dr. Thomas Leppert wechselten im Sommer 2019 nach fünf Jahren von Stuttgart nach Berlin und Hamburg.

Robert Bosch Stiftung | Oktober 2019
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Bei Thomas Leppert war es „eine Rückkehr in die Heimat.“ Denn der Mitvierziger mit hanseatischen Wurzeln war 2014 kurz davor, eine Unternehmensberatung in Hamburg zu gründen, wurde aber auf die Stellenausschreibung der Stiftung aufmerksam. Seit Mitte 2019 setzt er nun den ursprünglichen Plan fort und ist Geschäftsführer eines eigenen Social Business – Heldenrat GmbH – in der Hansestadt. Die 33-jährige Anne Burghardt entschied sich für den Wechsel, weil er ihr weitere Stufen in ihrer Berufslaufbahn ermöglicht: „Ich bekam das Angebot, bei Phineo in Berlin eine Teamleitung mit disziplinarischer Verantwortung zu übernehmen“. Außerdem „erfüllte ich mir den Wunsch, wieder näher bei Freunden und Familie in meiner Heimat Greifswald zu sein.“ 

„Ich durfte viel lernen und erleben“

Beide Ehemalige nehmen einiges mit aus ihrer Stiftungstätigkeit. „Es war eine Zeit, in der ich viel lernen und erleben durfte“, sagt Thomas Leppert. Er nennt die Stiftung einen „großartigen Ort für Optimisten und Weltveränderer“, von denen er viele getroffen habe. „Die Kompetenz, Professionalität und wertschätzende Haltung der Menschen in der Stiftung – auch gegenüber den Projektpartnern – haben mich sehr beeindruckt und werden mir Vorbild bleiben.“ Er nennt weitere persönliche Lerneffekte: „Themen und Wirkungen groß denken, keine Scheu haben vor Institutionen, die eigene Arbeit stets in Kooperationen gestalten, haltungsbasiertes und wertschätzendes Arbeiten, hoher Qualitätsanspruch, Teamführung.“

Anne Burghardt erlebte „die enorme Themenvielfalt und den großen Handlungsspielraum in der Förderung“ als sehr bereichernd in ihrer Stiftungszeit, ebenso die vielen „hochmotivierten und reflektierten Kolleginnen und Kollegen“. Außerdem schätzte sie „die für den Non-Profit-Bereich außergewöhnlich guten Arbeitsbedingungen, die zahlreichen Weiterbildungsangebote sowie die vielfältigen eigenen Gestaltungsmöglichkeiten“. Und das ganzheitliche Management von IT-Projekten als eine ihrer Aufgaben wurde für sie „zu einem ungeahnten Arbeitsfeld mit steiler Lernkurve.“

Start als Trainee

Anne Burghardt startete als Trainee in Stuttgart. Nach ihrem Masterabschluss (Interkulturelle Personalentwicklung und Kommunikationsmanagement) an der Universität Jena hatte sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin begonnen. Aber „am Traineeprogramm der Robert Bosch Stiftung reizte mich als ‚Generalistin‘ sofort die inhaltliche Vielfalt.“ Nach zwei Traineejahren wechselte sie als Referentin zur Geschäftsführung und war dort u.a. mit den Themen Digitalisierung und Organisation betraut. Seit 2018 war sie Projektleiterin für die Entwicklung und Einführung eines neuen „Förderportals“, über das bald Anträge eingereicht und geförderte Projekte abgewickelt werden sollen. 

Thomas Leppert begann als Projektleiter Zivilgesellschaft. „Mein Weg in die Stiftung war nicht vorgezeichnet“, erinnert sich der Industriekaufmann und Politikwissenschaftler, der in den Jahren zuvor im Projekt-, Prozess- und Qualitätsmanagement in Unternehmen beschäftigt war. „Mein ehrenamtliches Engagement und meine nebenberufliche Promotion befassten sich mit Sozialunternehmertum und der Stärkung von Zivilgesellschaft, und so habe ich mich spontan beworben – die Stelle klang einfach zu interessant.“ Dann habe er sich begeistert „auf das neue Abenteuer Stiftung“ eingelassen. 2016 übernahm er das Thema „Zivilgesellschaft“ als Verantwortlicher und wurde stellvertretender Leiter des Themenbereichs Gesellschaft. 

Hoher Qualitätsanspruch und viel Herzblut

Was erwartet Bewerberinnen und Bewerber bei der Stiftung? Die beiden Ehemaligen geben klare Antworten: „Stiftungsarbeit heißt auch verwalten, nicht nur denken, schreiben und netzwerken“, erklärt Anne Burghardt. Und nennt ausdrücklich den „hohen Qualitätsanspruch von Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzten“ als Markenzeichen. Thomas Leppert erlebte „Menschen, die wirklich mit Herzblut und auf hohem Niveau bei der Sache sind“. Wie bei allen intrinsisch motivierten Jobs könne das natürlich sehr arbeitsintensiv sein. „Auch wenn man überraschenderweise viel mehr mit Administrationsaufgaben als gedacht zu tun hat – die Möglichkeiten und auch die vielen Kontakte von außen sorgen dafür, dass man immer mit viel ‚Wind in den Segeln‘ unterwegs ist. Das lohnt sich aber. Sehr.“