Die Stiftung als Ausbildungsbetrieb

Für etliche ihrer Stellen setzt die Robert Bosch Stiftung mehrjährige Berufserfahrung voraus. Doch seit 2011 ist die Stiftung auch anerkannter IHK-Ausbildungsbetrieb. Cassandra Westphal, in der Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau in der Berliner Repräsentanz, und Eva Gast als angehende Mediengestalterin berichten.

Robert Bosch Stiftung | März 2019
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Beide Frauen gehören Teams an, die standortübergreifend in Stuttgart und Berlin arbeiten. „Es ist sehr abwechslungsreich und man hat durch die unterschiedlichen Projekte mit vielen Kollegen zu tun“, sagt Eva Gast, seit fast zwei Jahren in der Ausbildung zur Mediengestalterin in der Strategischen Kommunikation in Stuttgart. Cassandra Westphal ergänzt: „Mein Arbeitsplatz ist in Berlin und ich habe Kolleginnen in Stuttgart. Schritt für Schritt lerne ich alles kennen.“

Kreativ und flexibel sein

Die 22-Jährige gehört seit August 2018 als erste Auszubildende zum Team Veranstaltungsmanagement. „Ich habe schon immer gerne geplant und organisiert; egal ob Feten oder unseren Abiball“, erzählt die Ur-Berlinerin, die aus Reinickendorf stammt und dort 2016 ihr Abitur machte. Nach einem Au-Pair-Jahr in den USA sammelte sie Erfahrung im Einzelhandel. „Aber ich habe konsequent nach Ausbildungsangeboten für meinen Traumberuf gesucht. Mir gefällt daran, dass jede Veranstaltung anders ist. Man muss kreativ und flexibel sein und auf unterschiedlichste Wünsche eingehen.“

Die Welt schöner und bunter machen

Eva Gast ging nach dem Abitur 2010 in München als Freiwillige nach Kenia: „Ich habe mir damit einen Kindheitstraum erfüllt“, meint sie. Zurück in Deutschland landete sie in Rostock, begann eine Ausbildung zur Konditorin und fühlte sich sehr wohl. Doch ihre Ausbilderin verließ den Betrieb, und so konnte sie die Ausbildung nicht beenden. Es folgte ein großer Wechsel: Eva Gast schrieb sich für ein Bachelor-Studium „Afrikastudien“ mit Wahlfach Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Uni Leipzig ein und schloss dieses im Frühjahr 2017 erfolgreich ab. Statt eines angedachten Zeitungsvolontariats entschied sie sich für die Ausbildung: „Die Ausschreibung für den Beruf als Mediengestalterin bei der Stiftung hat mich direkt angesprochen. Dinge zu entwickeln, die man in der Hand halten und zeigen kann, und die die Welt schöner und bunter machen, finde ich einfach toll.“

Wechsel zwischen Schule und Betrieb

Der Unterricht an der Berufsschule ist für beide Auszubildende kein Problem. „Es gibt zwar Fächer, die für mich neu sind, wie zum Beispiel Rechnungswesen“, sagt Cassandra Westphal. Aber, „ich bin ehrgeizig und arbeite mich schnell ein.“ Den ständigen Wechsel zwischen Schule und Arbeitsstelle meistern beide gut. Bei Cassandra Westphal sind Dienstag und Freitag Schultage. „Das sorgt für Abwechslung und erfordert, dass ich meine Kapazitäten gut plane.“ Eva Gast dagegen absolviert in ihrer Ausbildung Schulblöcke, die mehrere Wochen dauern. „Nach dieser Zeit bin ich bei meiner Rückkehr immer froh, wenn ich in unserer Kantine wieder etwas Gutes und ‚Ordentliches‘ zu essen bekomme“, meint sie schmunzelnd.

Hohe Zufriedenheit mit Arbeitgeber

Beide sind sehr zufrieden in der Stiftung und mit ihren Ausbilderinnen. „Alles ist klar strukturiert. Es gibt einen umfangreichen Plan der Ausbildungsinhalte, der die IHK-Vorgaben genau umsetzt. Einige Mitschüler kennen das gar nicht aus ihren Betrieben“, erzählt Cassandra Westphal. Außerdem: „Man nimmt sich Zeit für mich und die Arbeitsatmosphäre ist wirklich gut.“ Eva Gast erlebt es in Stuttgart ganz ähnlich: „Die Stiftung hebt sich deutlich ab von anderen Arbeitgebern, sie ist viel engagierter.“ Ihre eigene Meinung werde im Team geschätzt und man traue ihr etwas zu; „ein Arbeiten auf Augenhöhe“ nennt es Eva Gast. Und, das findet sie ganz wichtig: „Ich habe das Gefühl, ich werde wirklich gebraucht.“

Eva Gast und Cassandra Westphal
Michael Fuchs

Eva Gast und Cassandra Westphal