Reformvorschläge für die deutsche Flüchtlingspolitik

Die Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik stellt nach einem Jahr Arbeit ihren Abschlussbericht "Chancen erkennen - Perspektiven schaffen - Integration ermöglichen" vor. Darin geben die Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konkrete Empfehlungen zu Themen wie Unterbringung, Spracherwerb und Arbeitsmarkt.
Robert Bosch Stiftung | April 2016

Über eine Million Asylsuchende sind 2015 nach Deutschland gekommen. Kein anderes Thema prägt die politische und gesellschaftliche Debatte heute so sehr wie die Flüchtlingsfrage. "Unser Land hat im letzten Jahr einen enormen Sprint bei der Unterbringung und Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge geleistet", sagt Armin Laschet, ehemaliger Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen. "Der Marathon der Integration liegt größtenteils noch vor uns. Dafür kommt es auf Zusammenhalt und Ausdauer an. Es gibt keine Patentlösung, aber viele gute Ideen, die in politische Konzepte überführt werden müssen."

Armin Laschet übernahm den Vorsitz der im März 2015 einberufenen Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik. Sie setzte sich zum Ziel, eine offene Diskussion zu ermöglichen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und konstruktive Vorschläge zu entwickeln.

Abschlussbericht vorgelegt

In ihrem Abschlussbericht, der am 6. April in der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde, fordert die Kommission u.a. einen leichteren Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt. Die Experten raten zu vereinfachter Arbeitsaufnahme durch Zeitarbeit und Überarbeitung der derzeitigen Vorrangprüfung.

Im Einzelnen formuliert der Bericht 99 Empfehlungen zu den Themen:

Zugangsmöglichkeiten für Flüchtlinge


Asylverfahren


Unterbringung und Wohnen


Gesundheitsleistungen und Gesundheitsversorgung


Sprachvermittlung und Spracherwerb


Zugang zu Bildungseinrichtungen


Ausbildung und Arbeitsmarktzugang


Rückkehr, Rückführung und Abschiebung

Photo: Max Lautenschläger From left: Günter Burkhardt (Chief Executive Officer Pro Asyl), Uta-Micaela Dürig (Chief Executive Officer Robert Bosch Stiftung), Heinrich Alt (German Federal Employment Agency), Bilkay Öney (State Minister of Integration in Baden-Württemberg), Armin Laschet (Chairman)