Warum machen wir das Projekt?

Mehr als acht Millionen ältere Menschen werden in Deutschland jährlich stationär behandelt. Sie kommen mit Knochenbrüchen, Lungenentzündungen oder Harnwegsinfektionen ins Krankenhaus, benötigen aber häufig viel mehr als die übliche Behandlung. Laut der in 2016 von der Stiftung geförderten GHoSt-Studie weisen insgesamt 40 Prozent aller über 65-jährigen Patienten in Allgemeinkrankenhäusern kognitive Störungen auf, fast jeder Fünfte leidet an Demenz. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus wird die Nebendiagnose Demenz oft gar nicht erkannt. Dabei belaste die Krankenhaussituation die Betroffenen zusätzlich, da sie die fremde Umgebung und die unbekannten Abläufe nicht einordnen können. Auch die Klinikbelegschaft stellt dies vor besondere Herausforderungen, denn der Klinikalltag ist oftmals kaum auf Menschen mit Demenz eingestellt.

Was wollen wir erreichen?

Immer mehr deutsche Akutkrankenhäuser möchten diese Situation verändern. Die Robert Bosch Stiftung unterstützt sie bei der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten, die gezielt auf die Bedürfnisse von Patienten mit Demenz im Akutkrankenhaus eingehen.

Wie funktioniert das Projekt?

Im Rahmen von drei Ausschreibungen des Programms „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ in 2012, 2014 und 2016 wurden 17 vielversprechende Krankenhausprojekte in die Förderung aufgenommen. Die Ansätze sind vielfältig und reichen von Screenings, besondere Behandlung von Schmerzen und Malnutrition über optimierte Prozesse und konkrete Weiterbildungen bis hin zu architektonischen und Ausstattungsanpassungen.

GHoSt-Studie

Demenz im Allgemeinkrankenhaus. Prävalenz und Versorgungssituation

Mehr als 8 Millionen ältere Menschen werden in Deutschland jährlich stationär behandelt. Sie kommen mit Knochenbrüchen, Lungenentzündungen oder Harnwegsinfektionen in ein Krankenhaus, bedürfen aber häufig viel mehr als der üblichen Behandlung, denn fast jeder fünfte Patient über 65 Jahren leidet an Demenz. Insgesamt weisen 40 Prozent aller über 65-jährigen Patienten in Allgemeinkrankenhäusern kognitive Beeinträchtigungen auf.

Zu diesen Ergebnissen kommt die von der Robert Bosch Stiftung geförderte Studie "Demenz im Allgemeinkrankenhaus. Prävalenz und Versorgungssituation" der Hochschule Mannheim und der Technischen Universität München. Mit dieser Studie liegen jetzt erstmals Daten darüber vor, mit welcher Größenordnung an älteren Patienten mit kognitiven Störungen und Demenzen Krankenhäuser rechnen und welche Ressourcen sie dafür bereitstellen müssen.

General Hospital Study – GHoSt

Mitglieder der Jury

Direktorin Recht und Sonderbereiche, Geschäftsleitung Klinik Schillerhöhe des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart

Architektin, Bayerische Institut für alters- und demenzsensible Architektur, Lehrbeauftragte Krankenhausbau und Bauten des Gesundheitswesens an der TU München

Internist und Notfallmediziner, langjährige Leitung der Zentralen Notaufnah-me des Krankenhauses Hamburg-Altona und der Zentralen Notaufnahme am Sana Hanse-Klinikum Wismar, Publikation „Interdisziplinäre Notfallauf-nahme“ 2009 (Thieme Verlag)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) e.V. in Saarbrücken

Ehemalige Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und von Alz-heimer Europe

Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Dresden

Leiterin der Einrichtungen Schwester-Karoline-Haus in Friolzheim, Richard-Bürger-Heim in Feuerbach und Seniorenzentrum Althengstett