Warum machen wir das Projekt?

Zuwanderung sowie Integration und Teilhabe von Migranten sind nicht erst seit der großen Flüchtlingszuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 auch für Kommunen in ländlichen Räumen wichtige Zukunftsthemen. Bereits seit Jahren stellen sich ländliche Räume Fragen des demografischen Wandels, der Folgen für das Zusammenleben und für die Kommune als Sozialraum als Ganzes hat. Viele Kommunen haben erkannt, dass ihre Entwicklung stark von der Erschließung vorhandener Potenziale und der Gewinnung neuer Bewohner abhängt. Die Frage der Verteilung von (neuer) Bevölkerung ist auch für große Städte ein wichtiges Thema: in Metropolregionen wird der Wohnraum knapp, Preise steigen und Integration in teils fragmentierte Stadtgesellschaften wird zunehmend zur Herausforderung. Ländliche Räume weisen im Vergleich zur Stadt, insbesondere zu größeren städtischen Zentren, spezifische Bedingungen mit Blick auf Migration, Integration und Vielfalt auf. Diese Rahmenbedingungen beeinflussen auch die Aufgabe der Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern.

Was wollen wir erreichen?

Ziel des Förderprogramms Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen ist es, innovative und zukunftsfähige Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern an ländliche Räumen (weiter) zu entwickeln, die Bindung von Migranten im ländlichen Raum zu ermöglichen und zu stabilisieren, integrationspolitische Akteure zu vernetzen und zu beraten sowie Modellprojekte vor Ort zu initiieren.

Wie funktioniert das Projekt?

Mit der Erstauflage des Förderprogramms Land.Zuhause.Zukunft werden im Rahmen einer Pilotphase von Januar 2018 bis Februar 2019 sechs Landkreise in das Förderprogramm aufgenommen. Die beteiligten Landkreise erhalten in der Pilotphase die Möglichkeit, erfolgreiche Konzepte, Modelle und Initiativen für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern zu entwickeln und damit vorbildhaft für den ländlichen Raum zu wirken. Sie werden kontinuierlich begleitet, bekommen Wissen und gute Praxis an die Hand und erhalten Mittel für die Umsetzung von (innovativen) Praxisvorhaben. Dies soll nachhaltig zur Qualifizierung aller relevanten Akteure vor Ort beitragen.

Zudem dient das Förderprogramm Land.Zuhause.Zukunft als Plattform für Landkreise und ihre vielfältigen Akteure, um Empfehlungen an die Landes- und Bundesebene zu erarbeiten, die sich aus den strukturellen kommunalen Herausforderungen ergeben.

Wer steht dahinter?

Die Robert Bosch Stiftung führt das Programm selbst mit Unterstützung durch ein Programmbüro, geleitet von Rainer Ohliger, durch.

Die beteiligten Landkreise:

  • Coburg (Bayern)
  • Goslar (Niedersachsen)
  • Harz (Sachsen-Anhalt)
  • Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Prignitz (Brandenburg)
  • Vogtlandkreis (Sachsen)
     

Hintergrund

Für eine Sondierung des Feldes hat die Robert Bosch Stiftung zwischen März und Juli 2017 eine Bedarfsanalyse zur Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen erstellt, um daraus Empfehlungen und Handlungslinien für ein Förderprogramm zu entwickeln. Es wurden insgesamt 95 systematische Interviews in sieben Landkreisen geführt, um auszuloten, welche Bedarfe und Themen es gibt, die in einem größer angelegten Förderprogramm aufgegriffen werden sollten. An der Bedarfsanalyse haben die Landkreise Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), Prignitz (Brandenburg), Goslar (Niedersachsen), Harz (Sachsen-Anhalt), Coburg (Bayern) und der Vogtlandkreis (Sachsen) teilgenommen.