1. Seminare und Weiterbildung

Im Laufe des Kollegjahres nehmen die Teilnehmer an drei Seminaren in Deutschland und der EU teil. Das Kolleg beginnt mit einem Einführungsseminar im September. Eine Zwischenbilanz wird im März gezogen. Das Kolleg endet mit einem Abschlussseminar im September des Folgejahres. Seminarorte waren in den letzten Jahren u.a. Berlin, Leipzig und Warschau.

Neue Kompetenzen erwerben

In den Seminaren bilden sich die Kollegiaten zu Good Governance, transsektoraler Zusammenarbeit und Innovationsmanagement weiter. In Fachvorträgen, Expertengesprächen und interaktiven Workshops beschäftigen sie sich mit Themen wie Verwaltungsmodernisierung, Corporate Social Responsibility und Bürgerdialog. Für einzelne Weiterbildungsmodule erhalten die Kollegiaten ein Zertifikat einer deutschen Universität.

Hinter die Kulissen blicken

An praktischen Beispielen lernen die Teilnehmer, wie Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wirkungs- und verantwortungsvoll zusammenarbeiten können. Dabei haben sie oft die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken und erhalten exklusive Einblicke in deutsche und europäische Organisationen sowie politische Zusammenhänge.

Wirkung entfalten

Die Kollegiaten entwickeln ein eigenes Good Governance-Projekt mit Bezug zu ihrer Heimatorganisation und setzen es im Laufe des Kollegjahres um. Dabei werden sie durch ein Training in Projektmanagement unterstützt und von erfahrenen Projektmanagern beraten. In verschiedenen Workshops stärken die Kollegiaten zudem ihre Führungs- und Innovationskompetenzen. Sie bauen ihre persönlichen Kontakte aus und werden selbst Teil eines Netzwerks engagierter Führungspersönlichkeiten in Europa.

 

2. Good Governance-Projekte und Hospitationen

„Ein Goerdeler-Kollegiat zu sein, bedeutet ein moderner Held zu sein: Eingefahrene Muster zu unterbrechen, mit Widerständen umzugehen, gemeinsam mit anderen gesellschaftliche Transformation praktisch umzusetzen.“ (Thomas Gebhardt, Trainer und Coach für Projektmanagement im Kolleg)

Im Rahmen des Goerdeler-Kollegs entwickelt und implementiert jeder Kollegiat ein eigenes Good Governance-Projekt. Die Projekte sollen einen aktiven Beitrag zur Stärkung von Good Governance in der Heimatorganisation der Kollegiaten und in der Gesellschaft leisten. Sie zeigen modellhaft auf, wie Prozesse „anders“ – gemeinwohlorientierter, transparenter und partizipativer – gestaltet werden können.

Von der Idee zum Projekt

Die Kollegiaten bewerben sich mit einer Projektidee, die während des Kollegseminars weiterentwickelt wird. Dabei werden sie durch ein Training in Projektmanagement unterstützt. Bei individuellen Hospitationen in deutschen Organisationen erhalten sie Anregungen aus der Praxis für ihr Projekt. Eine finanzielle Förderung der Projekte ist nicht vorgesehen.

Selbständige Umsetzung vor Ort

Die Umsetzung des Projektes vor Ort erfolgt selbständig und muss bis zum Ende des Kollegjahres abgeschlossen sein. Dabei können die Kollegiaten ein begleitendes Projektcoaching in Anspruch nehmen. Den Höhepunkt des Kollegjahres bildet die Projektmesse beim Abschlussseminar, bei der die Kollegiaten ihre Projektergebnisse vor dem nächsten Jahrgang und weiteren Gästen präsentieren.

Eine große Bandbreite von Themen

Die Good Governance-Projekte im Goerdeler-Kolleg behandeln jedes Jahr eine große Bandbreite von Themen. Die Vielfalt der Projekte spiegelt die Vielfalt an Herausforderungen wieder, der sich Gesellschaften gegenüber sehen – aber auch die Kreativität und das Engagement der nächsten Generation von Führungskräften, die für die Welt von morgen Verantwortung übernimmt.

Wer steht dahinter?

Prof. Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission a.D., begleitet die Teilnehmer als Kollegdirektor.

Das Goerdeler-Kolleg wird in Zusammenarbeit mit dem Robert Bosch-Zentrum für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP) durchgeführt. Das Zentrum versteht sich als zentraler Ansprechpartner für Fragen der Beziehungen Deutschlands und der Europäischen Union (EU) zu den Mitgliedsstaaten in Ostmitteleuropa, Russland und den östlichen Nachbarn der EU. Es berät außenpolitische Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu aktuellen politischen Entwicklungen in der Region und veranstaltet Konferenzen, sowie Experten- und Hintergrundgespräche.

Website des Robert Bosch-Zentrums an der DGAP

Wer war Carl Friedrich Goerdeler?

Der Verwaltungsjurist Carl Friedrich Goerdeler (1884 –1945) war von 1930 bis 1936 als Oberbürgermeister von Leipzig eines der wenigen großstädtischen Stadtoberhäupter in Deutschland ohne NSDAP-Parteimitgliedschaft.

Nach seinem Rücktritt wurde er Verbindungsmann der Firma Bosch zu den Berliner Behörden. Erst diese Anstellung durch Robert Bosch ermöglichte ihm seine Widerstandstätigkeit gegen das NS-Regime.

Als Mitbegründer des zivilen Widerstandskreises gegen das NS-Regime entwarf Goerdeler in seinen Denkschriften verfassungspolitische Neuordnungen sowie Pläne für eine Europäische Union.

Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Goerdeler, der als neuer Reichskanzler vorgesehen war, als "Verräter" und "politischer Kriegsspion" am 2. Februar 1945 in Berlin hingerichtet.

Das Kolleg wurde 2007 nach Carl Friedrich Goerdeler benannt. Ein persönliches Gespräch mit den Nachkommen Goerdelers ist Bestandteil des Seminarprogramms.