• Förderprogramme der Robert Bosch Stiftung zur Stärkung des ländlichen Raums
  • Geschäftsführerin Uta-Micaela Dürig beim „Zukunftsforum Ländliche Entwicklung“ in Berlin
     

Berlin/Stuttgart, 24.01.2018 – Drei Förderprogramme stellte heute die Robert Bosch Stiftung beim „Zukunftsforum Ländliche Entwicklung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin im Rahmen der Internationalen Grünen Woche vor.

„Der ländliche Raum verfügt über Stärken, die zum Nutzen der Gesamtgesellschaft ausgebaut werden sollten“, sagte Uta-Micaela Dürig, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung GmbH, im Rahmen des Zukunftsforums in Berlin. Dafür brauche es eine verstärkte Kooperation aller Akteure aus Politik, Verwaltung, Institutionen, Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft sowie der Zivilgesellschaft und eine ganzheitliche Vorgehensweise statt Einzelaktivitäten.

Fast 70 Prozent aller Deutschen leben in Orten, die weniger als 100.000 Einwohner haben. Dürig zeigte sich optimistisch, ländliche Räume nachhaltig stärken und deren Potentiale gesamtgesellschaftlich nutzen zu können. „Das größte Potential der ländlichen Räume liegt ohne Frage in dem beispielgebenden Engagement der Bürgerinnen und Bürger für ihre Heimat, den stabilen und engen sozialen Beziehungen und vielerorts auch in Vereinsstrukturen, bezahlbarem Wohnraum sowie in vielen Regionen in einem Arbeitsmarkt kleinerer und mittlerer Unternehmen, der Arbeitskräfte sucht“, sagte Dürig.

Allerdings seien die Chancen, die u.a. die Digitalisierung für Arbeit, Bildung und Gesundheit biete, sowie eine bedarfsgerechte, auf Prävention und Gesundheitsförderung ausgerichtete Gesundheitsversorgung, Grundvoraussetzungen für eine positive Entwicklung von ländlichen Räumen. Im Hinblick auf den im Vergleich zur Stadt noch stärker ausgeprägten gesellschaftlichen Zusammenhalt wies Uta-Micaela Dürig auf ernstzunehmende Risikofaktoren hin: Nach neuesten Untersuchungen gerate der gesellschaftliche Zusammenhalt bei Jugend- und allgemeiner Arbeitslosigkeit, großem Wohlstandsgefälle und Armut sowie starker Leistungsorientierung unter Druck.

Die Robert Bosch Stiftung werde, so Dürig, die Entwicklungsmöglichkeiten ländlicher Räume weiter unterstützen. Sie verwies auf drei Förderprogramme, die an den Kernthemen ansetzen:

  • „PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“,
  • „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ sowie
  • das Programm „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“.
     

Die PORT-Zentren sind auf den regionalen Bedarf abgestimmt, setzen auf patientenzentrierte, koordinierte und kontinuierliche Versorgung, nutzen E-Health-Möglichkeiten und wirken verstärkt durch ihre enge kommunale Einbindung in Präventions-Angebote in Kindergärten, Schulen und weitere kommunale Einrichtungen hinein. Damit geben sie eine Antwort auf den zunehmenden Arztmangel im ländlichen Raum. Vorbild für diesen neuen Ansatz sind ähnliche Zentren im Ausland, beispielsweise in Kanada und Schweden.

Das Förderprogramm „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ unterstützt Landkreise bei der Bindung von Neuzuwanderern, hilft zukunftsfähige Ansätze zu entwickeln, die Vernetzung mit anderen Landkreisen zu dieser Frage zu fördern und den fachlichen Austausch auszuweiten. In der Pilotphase bis Februar 2019 arbeitet die Robert Bosch Stiftung dazu mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Landkreis Prignitz (Brandburg), Landkreis Goslar (Niedersachsen), Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt), Landkreis Coburg (Bayern) sowie dem Vogtlandkreis (Sachsen) zusammen.

Mit dem Programm „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung bereits seit 2012 engagierte Menschen, die durch ihr Denken und ihr Tun den gesellschaftlichen Zusammenhalt in ländlichen Räumen Ostdeutschlands stärken. Sie beleben Gemeinden und Dörfer durch ehrenamtliches Engagement und Kreativität, indem sie Menschen zum Mitmachen aktivieren, das Gemeinwohl stärken und neue Perspektiven schaffen. Seit 2016 wird dieses gesellschaftliche Engagement in Kooperation mit den Landesministerien aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt gefördert. Derzeit läuft die Ausschreibung zur 4. Förderrunde.

Die Robert Bosch Stiftung setzte im Jahr 2017 rund 100,5 Millionen Euro (vorläufige Zahl) im Rahmen ihrer Fördergebiete Bildung, Gesundheit, Gesellschaft, Wissenschaft und Völkerverständigung für gesellschaftliche Anliegen in Deutschland, Europa, Nordamerika, Asien und Afrika ein.

Chiara Josten
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