Wie können Pflanzen den Folgen des Klimawandels trotzen?

In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Nahrungsmittelknappheit in Afrika verstärken, vor allem in den Trockengebieten südlich der Sahara. Dr. Michaela Dippold erforscht als neue Robert Bosch Juniorprofessorin Nutzpflanzen, die den schwierigen Umweltbedingungen die Stirn bieten.

Robert Bosch Stiftung | März 2017

Dr. Michaela Dippold erforscht als Robert Bosch Juniorprofessorin in den kommenden Jahren, wie sich die Wasser- und Nährstoffaufnahme von Nutzpflanzen verbessern lässt, sodass die Landwirtschaft auch auf nährstoffarmen Böden stabile Erträge erzielen kann.

In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Nahrungsmittelknappheit auf dem afrikanischen Kontinent verstärken, vor allem in den Trockengebieten südlich der Sahara. Ein Grund hierfür sind stagnierende Ernteerträge bei Nutzpflanzen. Hochertragssorten könnten Abhilfe schaffen. Sie haben dazu beigetragen, dass sich die landwirtschaftlichen Erträge in den Industrieländern in den vergangenen Jahrzehnten mehr als verdreifacht haben. Doch bisher gelingt es in vielen Entwicklungsländern noch nicht, Hochertragssorten anzupflanzen, da sie auf die optimale Versorgung einer Hochleistungslandwirtschaft angewiesen sind.

Michaela Dippold will in ihrer Arbeit die Anpassungsmechanismen alter Pflanzensorten bestimmen, die durch die Züchtung verloren gegangen sind. Dazu untersucht sie Sorten in Subsahara-Afrika, die oft nur lokal vorkommen und wenig Ertrag bringen, sich aber im Lauf der Jahre an die örtliche Wasser- und Nährstoffknappheit angepasst haben. Besonders wichtig sind dabei unterirdische Pflanzenmerkmale und die Eigenschaften der umliegenden Rhizosphäre, der wenigen Millimeter umfassenden Kontaktzonen zwischen Wurzel und Boden. Die Forschungsergebnisse sollen Nutzpflanzenzüchtern anschließend als Basis für eine neue Generation von Hochertragssorten dienen.