Holocaust-Überlebende Esther Bejarano rappt gegen Rechtsextremismus

Esther Bejarano überlebte das Konzentrationslager in Auschwitz. Am UWC Robert Bosch College traf sie Schüler aus aller Welt und las aus ihrer Biografie. Die 91-Jährige beeindruckte die Schüler mit ihrer positiven Ausstrahlung und ihrem Rap gegen rechte Bewegungen.
Robert Bosch Stiftung | April 2016

Mit 91 Jahren reist Esther Bejarano durch Deutschland, um gemeinsam mit ihrer Band "Microphone Mafia" gegen rechte Bewegungen aufzuklären und daran zu erinnern, was ihr und vielen anderen Juden während des Holocaust widerfahren ist: Esther Bejarano ist eine Überlebende des Konzentrationslager in Auschwitz.

Am 13. April war sie zu Gast am United World College (UWC) in Freiburg, dem Robert Bosch College, und erzählte vor 200 Schülern und 150 Freiburger Gästen aus ihrem Leben. Für die internationalen Schüler des UWC ein beeindruckender Abend.

In Auschwitz überlebte Esther dank ihres Engagements im Mädchenorchester. Ihr eiserner Wille, der Drang, sich bei den Nazis für die Verbrechen zu rächen, trieben sie an. Um ihren Platz im Mädchenorchester zu behalten, täuschte sie vor, das Akkordeon zu beherrschen; viele Jahre später tourt sie nun als Musikerin durch ganz Deutschland, ihre Botschaft: Niemals darf so etwas wieder passieren - ihre Geschichte zu teilen, das ist ihre Lebensaufgabe.

Die "Microphone Mafia" ist eine vielfältige Band: Da ist die 91-jährige Esther, die teils auf Deutsch, teils in Yiddisch singt, begleitet von ihrem Sohn Joram an der Gitarre. Und da ist der Kölner Rapper Kutlu, der die politischen Texte in Hip-Hop Form überliefert, das Publikum immer wieder durch Scherze zum Lachen bringt.

Zum Abschluss begibt sich die jüdische UWC-Schülerin Yarden aus Israel auf die Bühne, um sich im Namen aller bei Esther zu bedanken: "Ihr glaubt gar nicht, wieviele Überlebende nie darüber gesprochen haben. Dass Esther heute hier ist und ihre Geschichte mit uns teilt, ist ein Geschenk."