PD Dr. Dr. Maria Cristina Polidori

Stipendienart: Mid-Career
Dauer: 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2011
Zentrum: Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation Ruhr-Universität Bochum, Marienhospital Herne

Mentor: Prof. Dr. Ludger Pientka

Klinische Krankheitsmarker und Biomarker bei Patienten mit Gedächtnisstörungen und Gefäßerkrankungen


Die Demenz ist eine erworbene Beeinträchtigung des Gedächtnisses. Durch den Abbau dieser zentralen Funktion der Informationsspeicherung und weiterer Hirnleistungen kommt es zu einer Beeinträchtigung der funktionellen Alltagsaktivitäten zur Alltagsbewältigung. Alzheimer Demenz (AD) ist eine kortikale Demenz und die häufigste Demenz-Form. AD zeigt einen chronischen, progredienten Verlauf mit einer mittleren Überlebenszeit von neun Jahren. Als leichte kognitive Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI) wird ein klinisch-neuropsychologisch definiertes Übergangsstadium von normalem Nachlassen der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter zur Demenz bezeichnet. MCI-Patienten stellen eine Hochrisikogruppe für eine Demenzentwicklung innerhalb weniger Jahre dar.

Aerobe Stoffwechselvorgänge führen zur Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (Reactive Oxygen Species, ROS) im Organismus. Zellmembranen, DNA und Proteine sind Zielstrukturen der ROS. Sie werden in Oxidationsreaktionen modifiziert und in ihrer Funktion beeinträchtigt. Der unkontrollierten Bildung von ROS steht ein Netzwerk antioxidativer Verteidigungssysteme (z.B. antioxidativ wirksame Vitamine und Mikronährstoffe) gegenüber. Der Terminus „Oxidativer Stress“ beschreibt eine Stoffwechsellage, die durch eine Auslenkung des Fließgleichgewichtes zwischen Oxidantien (ROS) und Antioxidantien zugunsten der Oxidantien charakterisiert ist. Oxidativer Stress und mikroangiopathische Veränderungen im Gehirn spielen eine wichtige pathophysiologische Rolle bei der Entstehung einer AD. Die Bedeutung von oxidativem Stress und vaskulären Risikofaktoren bei dem Übergang zwischen MCI und AD ist noch unklar.

Ziel des Projektes ist die Untersuchung der Bedeutung von oxidativem Stress / antioxidativen Mikronährstoffen sowie von vaskulären Risikofaktoren bei der Entstehung von Alzheimer-Demenz in Patienten mit MCI. Fünfzig gesunde Probanden sowie 100 AD und 100 MCI Patienten mit und ohne kardiovaskuläre Komorbiditäten (Diabetes, Herzinsuffizienz und Atherosklerose) sollen untersucht werden. Zum Studienbeginn (T0) sowie 18 Monate später (T18) werden klinische, anamnestische und neuropsychologische Daten gesammelt. Zum T0 und T18 werden darüber hinaus Blutproben für die Messung des oxidativen/antioxidativen Gleichgewichtes im Körper gesammelt.