UWC Robert Bosch College

UWC Robert Bosch College

Das erste United World College (UWC) in Deutschland
Gründung des UWC Robert Bosch College

Im September 2014 eröffnete die Robert Bosch Stiftung zusammen mit der Deutschen Stiftung UWC das erste United World College (UWC) in Freiburg.

Die Schule begann ihren Betrieb genau drei Jahre nach dem Spatenstich, der zu Robert Boschs 150. Geburtstag im Jahr 2011 stattfand. Das UWC Robert Bosch College ist eine Oberstufenschule für begabte Kinder aus der ganzen Welt. 200 Schüler verschiedener Nationalitäten leben und lernen hier gemeinsam und erwerben einen international anerkannten Schulabschluss. Alle Schüler werden von den unabhängigen UWC Nationalkomitees ausschließlich nach Eignung und Begabung ausgewählt. Stipendien stellen sicher, dass das Einkommen der Eltern bei der Vergabe keine Rolle spielt.

Das UWC ist das größte Einzelprojekt in der Geschichte der Robert Bosch Stiftung, das sie gemeinsam mit der Robert Bosch GmbH ermöglicht.

Bildergallerie

Luftbild der Kartause - ein ehemaliges Kloster des Kartäuserordens im Freiburger Stadtteil Waldsee wurde zum United World College (UWC) umgebaut
Robert Bosch Stiftung/Albert Josef Schmidt
Spatenstich für das "Robert Bosch College" neben dem ehemaligen Kloster
Robert Bosch Stiftung/Albert Josef Schmidt
Spatenstich für das "Robert Bosch College" am 23. September 2011 in Freiburg
Neue Wohnhäuser in Freiburg
Robert Bosch Stiftung/Albert Josef Schmidt
Festakt in der ehemaligen Klosterkapelle
Robert Bosch Stiftung/Albert Josef Schmidt
Christof Bosch enthüllt am 150. Geburtstag seines Großvaters Robert Bosch den Namen des künftigen UWC: Robert Bosch College
Ankunft der ersten Schüler

Kontakt am UWC

Julia Angstenberger
Telefon 0761 70839-609

Kontakt in der Stiftung

Dr. Simone Toepfer
Telefon 0711 46084-596
Bewerbung

Alle Schüler werden von den unabhängigen UWC Nationalkomitees ausschließlich nach Eignung und Begabung ausgewählt. Stipendien stellen sicher, dass das Einkommen der Eltern bei der Vergabe keine Rolle spielt.

Die Deutsche Stiftung UWC verantwortet den Bewerbungs- und Auswahlprozess der deutschen BewerberInnen. Interessierte Jugendliche schicken ihre Bewerbungsunterlagen ein und werden, wenn sie es in die Hauptauswahl geschafft haben, zu einem dreitägigen Auswahlwochenende eingeladen. Dort wählt die Auswahlkommission die künftigen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus, die an die UWCs weltweit und seit 2014 an das UWC Robert Bosch College in Freiburg, Baden-Württemberg, entsendet werden.

Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler orientiert sich ausschließlich an deren Eignung und Leistungen, an  ihrem Potential und ihrer Persönlichkeit. Die finanziellen Verhältnisse der Familie spielen bei der Auswahl keine Rolle. Alle Schülerinnen und Schüler, die von ihren Eltern wenig oder gar nicht finanziell unterstützt werden können, erhalten Teil- oder Vollstipendien.

Alle Bewerbungen erfolgen über die Deutsche Stiftung UWC. Bei Fragen zur Bewerbung wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Kollegin bei der Deutschen Stiftung UWC.
Die direkte Bewerbung an einem College ist NICHT möglich.

Bewerbungen für den Jahrgang 2018-20 sind ab dem 15. Mai 2017 möglich. Es können sich Schülerinnen und Schüler aller Schulformen bewerben. Die Bewerberinnen und Bewerber dürfen am 30. Juni 2018 noch nicht 18 Jahre alt sein, müssen am 31. Dezember 2018 mindestens 16 Jahre alt sein und mindestens die 10. Klasse besuchen. Zu Collegebeginn im Sommer 2018 müssen mindestens zehn aufeinanderfolgende Schuljahre absolviert sein.

Kontakt an der Deutschen Stiftung UWC

Dajana Karge
Telefon 030 47374757

Kontakt am UWC

Julia Angstenberger
Telefon 0761 70839-609

Kontakt in der Stiftung

Dr. Simone Toepfer
Telefon 0711 46084-596
Robert Bosch und die "Bildung des Herzens"
Warum passt das UWC so gut zu Robert Bosch und dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr? Fragen an seinen Enkel Christof Bosch, der den Großvater als „nüchternen Idealisten“ sieht.

Sie haben sich bei Stiftung und Unternehmen dafür eingesetzt, zum 150. Geburtstag Ihres Großvaters Robert Bosch das erste UWC in Deutschland einzurichten. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Projekt?
Das Zeitalter der Globalisierung braucht auch eine Globalisierung der Bildung. Globalisierung der Bildung darf aber nicht Austauschbarkeit und Nivellierung bedeuten, sondern eine globale Vernetzung in jungen Jahren, die ein intellektuelles und emotionales Verständnis für die Vielfalt und die Gemeinsamkeit der Nationen und Kulturen ermöglicht. Als ich UWC kennenlernte, sah ich gleich: Hier wird diese Aufgabe vorbildlich gelöst.

Würden Sie in einem UWC gern noch einmal die Schulbank drücken?
Ich täte mich schwer mit den spartanischen Bedingungen. Vier Schüler aus vier Nationen leben normalerweise in einem Zimmer. Jede Nacht spätabends ins obere Stockbett kriechen nach einem Tag mit so viel Lernen, wie es das UWC bietet und fordert? Ich zweifele, ob ich das noch könnte. Locken würde mich der Versuch aber durchaus!

Warum passt das UWC gut zu Ihrem Großvater Robert Bosch und dessen Engagement für die Bildung?
Robert Bosch war ein nüchterner Idealist. In der Bildungsarbeit ging es ihm um persönlich und fachlich kompetente Menschen, um die "Bildung des Herzens, die Anerkennung des Rechtes und des Wertes anderer". Genau das vermittelt ein UWC in einzigartiger Weise, und es tut dies im globalen Rahmen, so wie mein Großvater seine Firma schon vor über 100 Jahren aufstellte.

Das Grundkonzept für das UWC stammt vom Pädagogen Kurt Hahn, einem Weggefährten Ihres Großvaters. Das ist nun schon einige Jahre her. Warum ist das UWC auch heute im 21. Jahrhundert eine fortschrittliche Einrichtung?
Aus der internationalen Verständigung, der sich Kurt Hahn und seine Mitstreiter mitten im Kalten Krieg angenommen haben, ist die noch weit umfassendere Aufgabe der interkulturellen Verständigung geworden. Wir können unsere globalen Herausforderungen nur noch gemeinsam bewältigen, und der einzige Weg geht über die Jugend. Was Hahn für den Ost-West-Konflikt erkannt hatte, gilt heute umso mehr.

Die Stiftung zeichnet jährlich die besten Schulen Deutschlands mit dem Deutschen Schulpreis aus und zeigt: Gute Schule ist machbar. Wie kann das UWC die deutsche Schullandschaft bereichern?
Beide Initiativen werden sich befruchten. Das UWC wird internationale Farbe und Anregung in die deutsche Schullandschaft tragen, wird zeigen, wie scheinbar Unmögliches - eine Schule mit rund 80 Nationen unter einem Dach - möglich wird, wenn der Funken für das gemeinsame Lernen überspringt. Und die Schulpreis-Schulen werden hervorragende pädagogische Ideen und Erfahrungen einbringen.

Das UWC in Freiburg wird einen besonderen Schwerpunkt auf die Themen „Umwelt und Technik“ legen. Warum sind diese Themen heute wichtig?
Technik hat den Sinn, unser Leben besser zu machen, sonst könnten wir auf sie verzichten. Unsere technische Zivilisation hat dies aber im großen Maß auf Kosten unserer Umwelt getan. Nun sind wir mit den Folgen konfrontiert, die zunehmend das Leben auf unserer Erde gefährden. Unsere Technik hat die Chance, immer mehr "Technik fürs Leben" zu werden, eine Technik, die nicht nur uns nützt, sondern auch unserer Umwelt, denn sonst sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen.

(Bosch Zünder 4/2011)
Christof Bosch wurde am 18. Januar 1959 in Stuttgart, Deutschland, geboren. Er studierte Forstwissenschaften und Philosophie in München und promovierte 1986 über ein bodenkundliches Thema. Mit dem ehemaligen Boschhof betreibt er bis heute eine Land- und Forstwirtschaft. Christof Bosch baute ein analytisches Labor und Planungsbüro für Landnutzungsfragen auf und war international als Gutachter tätig. Seit Ende der 90er-Jahre vertritt er die Interessen der Familie Bosch im Unternehmen und ist Gesellschafter der Robert Bosch Stiftung und der Robert Bosch Industrietreuhand KG. Christof Bosch ist verheiratet und hat drei Kinder.