Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement 2006 verliehen– Erster Preis geht an Freia Peters für „Nesta und Podolski“

Stuttgart – 9. Dezember 2006 

Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis erhält die 34jährige Journalistin Freia Peters für ihren Artikel "Nesta und Podolski", erschienen in der Welt am Sonntag. Laudator Jürgen Leinemann vom Spiegel hebt hervor, dass Peters raffiniert die Euphorie im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft genutzt habe, um die Geschichte des 12jährigen türkischstämmigen Nesta zu erzählen, der in einer D-Jugendmannschaft eines Berliner Fußballclubs in Kreuzberg Fußball spielt. An seinem Beispiel sei eindrucksvoll gelungen, zu zeigen, dass Integration machbar sei. Man lerne sie eben spielend, so Leinemann.

Der Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement wird von der Robert Bosch Stiftung seit 1998 verliehen. Aus über 100 Einsendungen konnte die Jury in diesem Jahr Artikel auswählen. Allesamt zeigen sie, dass das Engagement des Einzelnen für das Gemeinwohl in beeindruckender Vielfalt stattfindet und berichtenswert ist. Das thematische Spektrum reichte weit über das runde Leder hinaus. Die Artikel kamen aus der etablierten regionalen und überregionalen Presse, aus Stadtteilmagazinen, aus Obdachlosenzeitungen und aus Magazinen für freiwilliges Engagement. Auffällig war die große Zahl von Beiträgen, die sich mit Fragen der Armut beschäftigen und mit dem Engagement für Menschen, die nach neuen Sprachvorschlägen dem "Prekariat", der Gruppe der Menschen mit stetig sinkender Arbeitsplatzsicherheit, zuzurechnen wären. Aber auch Themen wie "Leben im Alter" und "Integration von Zuwanderern" standen im Mittelpunkt.

Der zweite Preis (3000 Euro) geht an den GEO-Redakteur Jens Schröder für seinen Beitrag "Gemeinsinn – Der Aufstieg des Guten". Die Jury befand, dass Schneiders Beitrag prädestiniert sei für ein journalistisches Übersichtswerk: freiwilliges Engagement in allen Facetten – spannend zubereitet, vielfältig mit Reportagen gewürzt, gut mit Hintergrundinformationen versehen, falls Fragen aufkommen zu Akteuren, Stiftungen, Netzwerken, Geschichten oder Aufgabenfeldern. "Es ist eine Freude, feststellen zu können, dass hier ein junger, engagierter Journalist das breite Thema Engagement nach allen Regeln der Kunst bewegt hat – mit dem großzügigen Format der GEO“, sagt Laudatorin Carola Schaaf-Derichs, Geschäftsführerin Treffpunkt Hilfsbereitschaft, Berlin. Um Manfred, einen "kleinen, herzlichen, würdevollen und schüchternen" alten Mann geht es bei dem im Berliner Tagespiegel erschienenen Artikel von Gabriele Bärtels. "Alte Männer wie er werden nicht mehr gebraucht", schrieb die freie Journalistin. Doch ihr Held Manfred findet sich nicht mit seiner zugeschriebenen Überflüssigkeit ab, auch nicht mit seiner Parkinson-Erkrankung und beginnt etwas höchst Nützliches zu tun: Er fegt den Bürgersteig vor seinem Wohnhaus in Berlin-Charlottenburg. Freiwillig, regelmäßig und umsonst. Der Artikel, für den Bärtels 2000 Euro Preisgeld erhält, zeige, dass ein einzelner Mensch verändern kann, wenn er will, so Laudatorin Susanne Gaschke von der Zeit.

Den mit 5000 Euro dotierten Serienpreis der Robert Bosch Stiftung erhalten Miriam Opresnik, Anne Klesse und Diana Zinkler für eine Serie von 24 Beiträgen im Hamburger Abendblatt, die zwischen dem 4. Januar und dem 22. Mai 2006 unter dem Titel "Die Hamburg stark machen" erschienen sind. In einer Berichtfolge wurden Menschen vorgestellt, die sich ehrenamtlich um ihre Mitbürger kümmern, um junge und alte, gesunde und kranke, in Not geratene oder einsame. Den Autorinnen sei es gelungen, die Serie spannend und auf hohem journalistischen Niveau zu halten. Sie hätten den bescheidenen Helfern im Alltag einen Platz in der Zeitungsöffentlichkeit gegeben, urteilt Juryvorsitzender Gerd Appenzeller, Redaktionsdirektor des Tagespiegels.

Kontakt

Stephanie Ferdinand
Pressereferentin
Telefon 0711 46084-29
Telefax 0711 46084-96