Internationale Balkan-Kommission

Die Robert Bosch Stiftung hat die Internationale Balkan-Kommission im Frühjahr 2004 in Zusammenarbeit mit der King Baudouin Foundation, dem German Marshall Fund of the United States und der Charles Stewart Mott Foundation ins Leben gerufen. Die Zusammensetzung des Gremiums reflektiert die veränderte Situation auf dem Balkan und symbolisiert den Geist der Zusammenarbeit, der heute die Arbeit von internationalen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgern aus den Ländern der Region bestimmen sollte. Die Leitung der Kommission hat der ehemalige italienische Ministerpräsident Giuliano Amato inne. Zu den Gremiumsmitgliedern gehört unter anderem der deutsche Altbundespräsident Richard von Weizsäcker.
Zwischen März 2004 und April 2005 unternahm die Kommission vier Reisen in die Region Südosteuropa. Dabei führten die Mitglieder Gespräche mit mehr als 330 hochrangigen Regierungs- und Oppositionsvertretern, Vertretern von multilateralen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und Think Tanks, von Medien, von staatlichen und privaten Unternehmen sowie von Kirchen.

Ziel der dritten Internationalen Balkan-Kommission war es, Empfehlungen zu erarbeiten, welche die politische und öffentliche Debatte über die Zukunft des Balkan neu beleben, und eine Vision für die Integration der Staaten des westlichen Balkan in die Europäischen Union zu entwickeln.

"Entscheidet sich die Europäische Union für einen Sieg anstatt für eine Niederlage auf dem Balkan, könnte in den bevorstehenden zwei Jahren eine langfristige Lösung für die Probleme herbeigeführt werden, die es allen Beteiligten ermöglichen würde, das Kapitel des blutigen zwanzigsten Jahrhunderts auf dem Balkan zu schließen und den Frieden, der mit so hohem menschlichem und finanziellem Einsatz etabliert wurde, zu gewinnen" schreibt Giuliano Amato. "Dies würde auch bedeuten, dass dies die letzte Internationale Balkan-Kommission war, die ins Leben gerufen werden musste."