Robert Bosch - Unternehmer, Bürger und Stifter

Der Unternehmer

"Es war mir immer ein unerträglicher Gedanke, es könne jemand bei der Prüfung eines meiner Erzeugnisse nachweisen, dass ich irgendwie Minderwertiges leiste. Deshalb habe ich stets versucht, nur Arbeit hinauszugeben, die jeder sachlichen Prüfung standhielt, also sozusagen vom Besten das Beste war."
Robert Bosch, 1918, Grundsätze

Am 15. November 1886 eröffnete Robert Bosch in Stuttgart die "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik". In den ersten Jahren wurden hauptsächlich elektrotechnische Geräte wie Telefonanlagen und elektrische Wasserstandsfernmelder gebaut und vertrieben. Der Kleinbetrieb lief zu Beginn mehr schlecht als recht. Im Jahr 1887 verbesserte Bosch einen nicht patentierten Magnetzünder der Maschinenfabrik Deutz entscheidend und hatte damit erste wirtschaftliche Erfolge. Der Apparat diente zur Erzeugung eines elektrischen Funkens, mit dem das Gasgemisch in einem (stationären) Verbrennungsmotor zur Explosion gebracht wurde. 1897 gelang es Bosch erstmals, einen solchen Magnetzünder mit einem Kraftfahrzeugmotor zu verbinden. Damit löste er eines der größten technischen Probleme der noch jungen Automobiltechnik.

Schon vor der Jahrhundertwende dehnte Bosch sein Geschäft ins Ausland aus, zunächst 1898 nach Großbritannien und danach in weitere europäische Länder. Die Hochspannungsmagnetzündung, von seinem Mitarbeiter Gottlob Honold 1902 entwickelt, brachte den endgültigen Durchbruch für die Magnetzündung. 1906 konnte die erste Vertretung und 1910 die erste Fabrik in den USA eröffnet werden. 1913 besaß das Unternehmen Niederlassungen in Amerika, Asien, Afrika und Australien und erwirtschaftete 88 % des Umsatzes außerhalb Deutschlands. Innovationen für das Kraftfahrzeug brachte Bosch nach dem Ersten Weltkrieg in rascher Folge auf den Markt, unter anderem 1927 die Dieseleinspritzung. Unter dem Eindruck der weltweiten wirtschaftlichen Krise der 1920er Jahre initiierte Robert Bosch in seinem Unternehmen zudem einen konsequenten Modernisierungs- und Diversifizierungsprozess. In wenigen Jahren gelang es, das Unternehmen vom handwerklich produzierenden Automobilzulieferer hin zum weltweit tätigen Elektrotechnik-Konzern umzubauen.

Von Anfang an war Bosch die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Im Bewusstsein der sozialen Verantwortung des Unternehmers führte er bereits 1906 als einer der ersten in Deutschland den achtstündigen Arbeitstag ein. Weitere vorbildliche soziale Leistungen für die Mitarbeiter folgten. An den Rüstungsaufträgen des Ersten Weltkriegs hatte Robert Bosch nichts verdienen wollen und spendete mehrere Millionen Mark für gemeinnützige Zwecke.

Unter dem nationalsozialistischen Regime in Deutschland musste das Unternehmen wieder Rüstungsaufträge übernehmen und beschäftigte während des Krieges Zwangsarbeiter. 1937 wandelte Robert Bosch die Aktiengesellschaft in eine GmbH um. Damit sollten Einflüsse von außen auf das Unternehmen verhindert und dessen Unabhängigkeit gewahrt werden.

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