Preise für Modellprojekte "Zukunft Alter":
"Nie da gewesene Freiräume für produktives Handeln nutzen"

Baden-Baden – 13. Oktober 2006 

Das Wohn- und Pflegezentrum Westhavelland, Rathenow, erhält den Hauptpreis des "Otto-Mühlschlegel-Preises – Zukunft Alter" 2006 in Höhe von 13 000 Euro. In Baden-Baden zeichnet die Robert Bosch Stiftung heute bundesweit acht Projekte mit insgesamt 50 000  Euro aus. Alle Projekte zeigen vorbildlich, wie ältere Menschen mit ihrer Kompetenz und ihrem Engagement dazu beitragen können, unserem Gemeinwesen eine zukunftsfähige Form zu verleihen. Unter dem Motto "Wissen – Können – Handeln" hatten sich bei der  zweiten Ausschreibung des Preises 160 Initiativen beworben.

Dieter Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung:
»Die verlängerte Lebenserwartung bei verbesserter Gesundheit hat in unserer Gesellschaft noch nie da gewesene Freiräume für  produktives Handeln eröffnet, zu denen das Wissen, Können und die Fertigkeiten älterer Menschen Wesentliches beizutragen haben."

Die Robert Bosch Stiftung möchte mit dem "Otto-Mühlschlegel-Preis –Zukunft Alter" die Herausforderungen des demographischen Wandels aufgreifen und Initiativen bekannt machen, die die Chancen des Alters und unserer Gesellschaft sowie eine positive Gestaltung des Lebensumfelds älterer Menschen aufzeigen.

Die Jury lobt das Kompetenzzentrum Havelland – Agentur für Bürgerschaftliches Engagement – für die Pionierarbeit im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements, gerade im Osten Deutschlands, wo nur ein Fünftel der Bevölkerung ehrenamtlich engagiert ist (im Westen sind es ein Drittel). Im Rahmen des Programms "Erfahrungswissen für Initiative" (EFI) konnte im Landkreis Havelland eine tragfähige Struktur für das gesellschaftliche Engagement von Senioren aufgebaut werden. Die engagierten Senioren haben mittlerweile über 40 Projekte in verschiedensten Lebensbereichen angestoßen.

Mit je 7500 Euro werden drei Projekte ausgezeichnet, in denen Senioren ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen, um jüngeren Menschen bessere Chancen zu verschaffen. So wird die Stabsabteilung Integration der Landeshauptstadt Stuttgart für ihr Projekt STARTklar, bei dem Seniorpartner Hauptschülern beim Berufseinstieg helfen, ausgezeichnet. Das Ökologische Schullandheim Licherode, Alheim, erhält den Preis für sein Umwelttrainer-Zertifikat für Senioren: Ältere erhalten die Möglichkeit des lebenslangen
Lernens und geben ihr Wissen in Schulen und Kindergärten weiter. Die Initiative "Seniorpartner in School e.V." bekommt 7500 Euro für ihren Brückenbau zwischen Enkel- und Großelterngeneration auch außerhalb der Familie: Senioren engagieren sich als Mediatoren zum konstruktiven Umgang mit Konfliktsituationen in Schulen.

Die Robert Bosch Stiftung setzt mit dem Schwerpunkt "Alter und Demographie" Zeichen und fördert modellhafte Projekte für ein aktives Altern in Engagement und Erwerbsleben. Seit 2002 verwaltet die Robert Bosch Stiftung die Mittel der Otto und Edith Mühlschlegel Stiftung. Der "Otto-Mühlschlegel-Preis – Zukunft Alter" erinnert an die Persönlichkeit und Verdienste des Unternehmers und Stifters Otto Mühlschlegel und setzt seine Stiftungsidee fort. Der Otto-Mühlschlegel-Preis wird alle zwei Jahre unter wechselndem Motto ausgeschrieben.

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Stephanie Ferdinand
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