Offizielle Eröffnung der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch
Heute wurde im Hamburger Rathaus die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (Stiftung DRJA) offiziell in Anwesenheit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ursula von der Leyen, dem Ersten Bürgermeister Ole von Beust und dem stellvertretenden Minister für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation, Andrej G. Swinarenko eröffnet. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Staatspräsident Wladimir W. Putin haben die Schirmherrschaft über den deutsch-russischen Jugendaustausch übernommen. Damit unterstreichen sie die politische Bedeutung dieses partnerschaftlichen Engagements.
Die Eröffnung der Stiftung DRJA stellt ein wichtiges Datum für die deutsch-russischen Beziehungen dar. In den kommenden Jahren wird nicht nur der Schüler- und Jugendaustausch zwischen beiden Ländern nachhaltig aufgebaut. Die Stiftung will insgesamt ein Mehr an zivilgesellschaftlichem Engagement vor Ort ermöglichen. Im Sinne dieses zivilen Engagements wurde die Stiftung DRJA nach dem Prinzip des Public Private Partnership-Modells gegründet. Zum ersten Mal wird in Deutschland eine Zusammenarbeit zwischen privaten und staatlichen Akteuren im Bereich der deutsch-russischen Beziehungen Realität. So sind der Hamburger Senat gemeinsam mit der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der Robert Bosch Stiftung Träger der Stiftung.
In Moskau hat die russische Regierung ebenfalls ein Koordinierungsbüro eingerichtet, das vom ehemaligen Wirtschaftsminister Professor Andrej. A. Netschajew geleitet wird. Hamburg konnte sich im Wettbewerb mit anderen deutschen Ländern um den Sitz der neuen Stiftung durchsetzen. Mit ein Grund war auch die langjährige Partnerschaft Hamburgs mit St. Petersburg, die im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern wird.
Im Mittelpunkt der offiziellen Eröffnung im Hamburger Rathaus stand heute die Begegnung mit über hundert Schülern und Jugendlichen aus Deutschland und Russland, die durch Förderung der Stiftung bereits am Jugendaustausch teilgenommen haben. »Nichts ist besser geeignet als ihre begeisterten Berichte, um die vielfach vorhandenen Vorbehalte abzubauen, die besonders bei deutschen Eltern und Jugendlichen bestehen «, sagt Dr. Hans-Friedrich von Ploetz, bis Mitte 2005 deutscher Botschafter in Russland und jetzt Geschäftsführer der Stiftung.
Einen ersten Eindruck davon, wie phantasievoll und vielfältig der Schüler- und Jugendaustausch zwischen Deutschland und Russland heute ist, gab im Frühjahr eine Ausstellung der Hamburger Kunsthalle: Die großartigen Arbeiten von Schülern der Gesamtschule Harburg und dem Gymnasium des Russischen Museums in St. Petersburg waren bei ihren – von der Stiftung geförderten – Besuchen in Hamburg und St. Petersburg entstanden. Unter dem Motto »Zoom« hatten sie mit Mitteln der Malerei, Film und Fotografie einen genaueren Blick auf das Leben der Freunde im anderen, anfangs so fern scheinenden Land gerichtet. Das, so von Ploetz, sei ein ausgezeichnetes Beispiel für das, worum es beim Jugendaustausch zwischen den Völkern gehe, die ungeachtet der Tragik der Kriege im 20. Jahrhundert viel mehr verbinde als trenne.
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