Grenzgänger

Katja Fedulova:

Katja Fedulova wurde 1975 in Leningrad, UdSSR (heute St. Petersburg, Russland), geboren. 1993 wurde sie in der Muchina Kunstakademie in St. Petersburg aufgenommen, floh aber ein Jahr später aus dem Chaos der Perestroika nach Deutschland und begann ihr Studium an der Muthesius Hochschule für Kunst und Design in Kiel. Nach dem Diplom (2000) Umzug nach Berlin, Filmstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, dffb und Geburt zweier Kinder. Seit 2005 ist Katja als freie Kamerafrau und Regisseurin tätig. Ihr Abschlussfilm „Glücksritterinnen“ wurde 2011 von der Filmförderung Hamburg - Schleswig-Holstein unterstützt und lief auf zahlreichen Filmfestivals, war für den First Steps Award 2011 nominiert und hat beim achtung berlin! Festival 2011 den new berlin film award in der Kategorie Bester Dokumentarfilm gewonnen. Zuletzt realisierte Dokumentarfilme sind „Mein Name ist Khadija“ 2015, „Drei Engel für Russland – Glaube, Hoffnung, Liebe“ 2017.
Drei Engel für Russland – Glaube Hoffnung Liebe

Mit 17 ist Katja aus Russland weggegangen. Doch die Heimat lässt sie nicht los. Sie geht zurück mit der Frage: Gibt es in Russland noch Heldinnen, so wie einst ihre Großmutter? Sie trifft Olga, Natalia und Anastasia, drei Russinnen, die für ihr Land kämpfen. Russland, Heimat weltbekannter Denker, Dichter und Künstler. Russland, Schauplatz von Krieg, Diktatur und Revolutionen. 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal, doch was ist los im heutigen Russland? Die Russinnen Olga, Anastasia und Natalia kämpfen auf ganz unterschiedliche Art und Weise für ihr Land. Ihr Kampf bietet ein überraschend komplexes Bild russischer Wirklichkeit, voller dramatischer, verzweifelter und komischer Momente. So entsteht ein Bild von Russland, das bis heute von den Nachwehen der Perestroika zerrissen scheint. Die Regisseurin Katja Fedulova schaut mit einem liebenden Blick auf ihre Heimat, es ist ein ungewöhnlicher, ein weiblicher Blick: bisweilen herzzerreißend und frappierend, immer voller offener Ambivalenz.

Buch: Katja Fedulova, Calle Overweg
Regie: Katja Fedulova
Regieassistentin / Line Producer: Elena Lvova
Kamera: Sergei Amirdzhanov
Ton: Elena Petrosyan
Schnitt: Calle Overweg
Produktionsfirma: Tondowski Films
Produzenten: Ira und Alex Tondowski
Redaktion: ZDF/ Das kleine Fernsehspiel
Redakteure: Milena Seyberth und Burkhard Althoff
Sprachen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch
Dauer: 97 Min.
Format: HD
Filmpremiere: Artdocfest Moskau, 2017

Bildergalerie

Nach vielen Jahren im Exil kehre ich für meinen Film „Glaube, Hoffnung, Liebe” nach Russland zurück. Ich suche nach politisch engagierten Frauen der Perestroika-Generation, die im Land geblieben sind. Dabei betrachte ich die russische Gegenwart im Licht der sowjetischen und sogar der zaristischen Vergangenheit, in der die Wurzeln vieler russischer Idealvorstellungen liegen. Eine davon ist die Legende von Vera, Nadjeschda und Ljubov: Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese drei christlichen Märtyrerinnen werden bis heute stark verehrt. Ich benutze sie als Leitmotiv für einen Film über drei völlig unterschiedliche Frauen, die sich allerdings alle als zeitgenössische Märtyrerinnen verstehen und deren Biographien sich stark auf die Kardinaltugenden Glaube, Hoffnung und Liebe beziehen.