Grenzgänger

Susanne Schüle und Elena Levina:

Foto: privat
Susanne Schüle studierte an der Filmhochschule „Konrad Wolf" in Babelsberg im Fachbereich Kamera, Diplom mit Auszeichnung. Sie dreht als freischaffende Kamerafrau Kinodokumentarfilme und wurde auf internationalen Festivals schon mehrfach für ihre Bildgestaltung ausgezeichnet (u.a. erhielt sie den deutschen Kurzfilmpreis, die goldene Taube in Leipzig 2012 für „Heino Jäger - look before you kuck“, den Bayerischen Dokumentarfilmpreis, den Hessischen Filmpreis, den Dekalog-Filmpreis 2013 für „Himmelverbot“ und den Grimme Preis für die Kameraarbeit in „Absolut Warhola“). „Im freien Fall“ ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm als Regisseurin.

Elena Levina studierte Journalistik an der Staatlichen Universität Moskau. Danach arbeitete sie als Journalistin in Deutschland für Radio und Fernsehredaktionen sowie als Regieassistentin und Coautorin von Dokumentarfilmen, u.a. 2005 bei „Am Pier von Apolonovka“ von Andrei Schwartz. Sie initiiert deutsch-russische Kulturprojekte und arbeitet in Berlin als Übersetzerin. „Im freien Fall“ ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm als Regisseurin.
Im freien Fall

Boris und Marina gehören einer ehemaligen stolzen Hirtenfamilie aus dem Altaigebirge an, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Lebensgrundlage entzogen wurde. Als eines Nachts radioaktiver Weltraumschrott neben ihrer Hütte aufschlägt und die beiden geistesgegenwärtig Schadenersatz von der russischen Weltraumorganisation Roskosmos fordern, geht ihre Geschichte um die Welt. Hier fängt der Film an, aber er hört nicht bei der Sensation auf, sondern taucht tief in das Leben von Menschen ein, die nach fernen politischen Veränderungen einfach vergessen wurden.

Buch und Regie: Susanne Schüle
Co-Regie: Elena Levina
Co-Autor: Aldo Gugolz
Kamera: Susanne Schüle
Ton: Elena Levina und Helge Haack
Schnitt: Franziska von Berlepsch
Sounddesign: Andreas Mohnke
Komposition: Nogon Schumarov
Produktionsfirma: Schüle Filmproduktion
Sprachen: Russisch und Altai
Untertitel: Deutsch und Englisch
Dauer: 89 Min.
Filmpremiere: 10.06.2017, Filmfestival in Tulcea, Rumänien

Bildergalerie

Fotos: privat
Solumay Abraimov auf dem Zaun
Boris Urmatov vor seiner Hütte
Großmutter Siundey Urmatova
Marina Abraimova auf der Weide
Marina in der Bäckerei
Marina besucht Boris im Gefängnis
Kyrlyk am Abend
Vater Kara Urmatov
Das Thema unseres Filmes ist politisch unbequem. Offizielle Anfragen an Behörden haben wir vermieden. Es war extrem wichtig, vor Ort engagierte politisch aktive Menschen zu finden, die uns bei dem Film unterstützen und uns mit Insider-Informationen weitergeholfen haben. In zeitintensiver Recherche konnten wir Vertrauen zu den Leuten im Dorf aufbauen und sie überzeugen, an unserem Film mitzuwirken. Ohne die Unterstützung der Robert Bosch Stiftung wäre dieser Film nicht entstanden.