Aktuelle Themen 2017

Wer Viele erreicht, hat viel Verantwortung

Fußball begeistert und verbindet so viele Menschen wie kaum ein anderer Sport. Doch immer wieder kommt es zu Gewalt und rassistischen Sprechchören in den Stadien. Das Projekt "Lernort Stadion" nutzt die Arenen erstmals für politische Bildung. Nun übernimmt die DFL Stiftung das erfolgreiche Projekt. Aus diesem Anlass diskutierten Fußballer, Manager und Journalisten über die Verantwortung des Sports.
Robert Bosch Stiftung | September 2017
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Foto: Björn Hänssler
Wenn eine Schulklasse einen Tag im Fußballstadion eines Bundesligavereins verbringen kann, dann löst das bei Jugendlichen große Begeisterung aus. Nicht nur weil es eine Abwechslung vom Schulalltag ist, sondern auch, weil sie ganz besondere Einblicke hinter die Kulissen bekommen. Sie sehen die Umkleidekabinen der Profispieler, die VIP-Lounges und sprechen mit Mitgliedern des Vereins.

Das Projekt "Lernort Stadion" nutzt diese Faszination rund um den Fußball, um Jugendliche für politische Bildung zu begeistern und ihre sozialen Kompetenzen zu stärken. Denn nach dem Blick hinter die Kulissen wird das Stadion zum Lernort, an dem die Jugendlichen über gesellschaftspolitische Themen wie Inklusion, Rassismus, Homophobie und Gewaltprävention sprechen.
 

Fragen aus dem Alltag der junger Menschen

Schirmherr von "Lernort Stadion" ist Moderator Oliver Welke. Im Video beantwortet er die Fragen Jugendlicher aus den Lernzentren: Wie tolerant sind Fußballstadien? Wie steht es um die Gleichstellung von Männern und Frauen im Fußball? Wie kann "Lernort Stadion" bei der Integration von Flüchtlingen helfen?

Was 2009 mit wenigen Modellstandorten begann ist inzwischen zu einem Netzwerk von bundesweit 17 Lernzentren geworden. Koordiniert durch den Lernort Stadion e.V. kommen immer neue Lernzentren dazu. Nach acht Jahren übergab nun die Robert Bosch Stiftung "die Kapitänsbinde" des Hauptförderers an die DFL Stiftung.

Im Mittelpunkt der feierlichen Übergabe in Stuttgart stand eine Diskussion über die gesellschaftliche Verantwortung im und um das Stadion. Zu Gast waren der ehemalige Profispieler Thomas Hitzlsperger, Hertha BSC Geschäftsführer Ingo Schiller, Bettina Bundszus-Cecere vom Bundesfamilienministerium und Journalist Ronny Blaschke. ZDF-Journalist Mitri Sirin moderierte die Podiumsdiskussion.
 

Welche gesellschaftliche Verantwortung hat der Profifußball?

Hitzlsperger weiß um die große Reichweite des Fußballs und wünscht sich deshalb noch mehr gesellschaftliches Engagement von Profifußballern. Blaschke sieht hier die Verantwortung bei den Spitzenvereinen: "Die Vereine könnten ihre Nachwuchsspieler bereits in der Ausbildung für die gesellschaftspolitische Verantwortung des Fußballs sensibilisieren."

Im Video erklären die Diskussionsteilnehmer wie für Sie die gesellschaftliche Verantwortung des Profifußballs aussehen soll:

Seit Projektbeginn erreichte "Lernort Stadion" über 40.000 Kinder und Jugendliche mit der "Bildung am Ball". Mit Anpfiff zur neuen Spielzeit gewinnt der Lernort Stadion e.V. auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als finanziellen Förderer. Die Robert Bosch Stiftung wünscht dem Lernort Stadion e.V. für die Zukunft viel Erfolg und dass der Ball weiterhin so erfolgreich rollt.

Lernort Stadion Festakt

Fotos: Björn Hänssler 
Für die feierliche Übergabe des Projekts "Lernort Stadion" mit rund 100 Gästen wurde der Garten der Robert Bosch Stiftung in ein Fußballstadion verwandelt.

Weitere Informationen

Ganz egal, ob sie selbst Fußballfans sind oder nicht: Für die Jugendlichen im Projekt "Lernort Stadion" ist es ein ganz besonderes Erlebnis, wenn sie die Umkleidekabinen der Profispieler betreten dürfen, die Mannschaftsplätze am Rasenrand besetzen und das ganze Fußballumfeld hautnah entdecken können.