Vielfältige Themen in Stiftung und Krankenhaus

Yannick Fritzsche berichtet von seinem Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Seit Oktober 2015 bin ich Student der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) im Studiengang "BWL-Dienstleistungsmanagement: Non-Profit-Organisationen, Verbände und Stiftungen". Bei meinem Arbeitgeber Robert Bosch Stiftung gehöre ich zum Zentralbereich ("Z"), der mit rund 30 Mitarbeitern für Finanzen, Controlling, Recht, Organisation, EDV und das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) zuständig ist. Wir DHBWler arbeiten eine Hälfte des dreijährigen Studiums im RBK, die andere in der Stiftung. Ein Jahr habe ich noch vor mir, und schon jetzt kann ich ein positives Zwischenfazit ziehen. Es beeindruckt mich sehr, wie das Vermächtnis des Unternehmers Robert Bosch in Krankenhaus und Stiftung lebendig ist und zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben beiträgt. Ich bin stolz darauf, daran mitwirken zu können. Das Studium ist zwar sehr zeitaufwendig. 40-Stunden-Wochen und die fehlenden Semesterferien sind aber ein Preis, den man für die Vorteile gerne zahlt.

Passgenauer Studiengang

Mir war klar, dass ich nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Singen nicht ausschließlich die Vorlesungsbank einer Universität drücken wollte. Ich arbeitete schon länger neben der Schule und wollte auch im Studium produktiv in einem Team sein und den Arbeitsalltag kennenlernen. Die finanzielle Unabhängigkeit ist natürlich ein schöner Nebeneffekt. Ich wollte zudem die betriebswirtschaftlichen Inhalte meines Abiturs auf den Non-Profit-Sektor anwenden, da ich schon länger ehrenamtlich aktiv bin. Auch dafür braucht es unternehmerisches Denken und Handeln. Als ich alle meine Wünsche zusammengefügt hatte, ergab sich das klare Bild für meinen Studiengang.

Kaufmännische Inhalte und Verwaltung

Voraussetzung für den Studienplatz ist die Fachhochschulreife und der Vertrag beim Ausbildungsunternehmen. Ich suchte auf der DHBW-Internetseite nach Partnerunternehmen und stieß auf die Stiftung. Bei meinem Vorstellungsgespräch im November 2014 wich meine Aufregung schon bald der positiven Gesprächsatmosphäre, einem echten Austausch auf Augenhöhe statt einseitigem "Abfragen", was für mich das Arbeiten seitdem auszeichnet. Im Krankenhaus durchlief ich jeweils für sechs Wochen die Abteilungen Finanzbuchhaltung, Controlling, Einkauf, Unternehmenskommunikation und Personal. In der Stiftung sind viele dieser Aufgaben in der Abteilung Z gebündelt. Deshalb verbringe ich meine Praxisphasen dort. Insgesamt erhalte ich einen Überblick über alles, was in der Verwaltung eines Krankenhauses und einer großen Stiftung zu tun ist. Im Studium konzentrieren wir uns auf kaufmännische Inhalte. Diese werden um Non-Profit-Themen wie Gemeinnützigkeitsrecht oder Fundraising ergänzt. Ein Aufenthalt in einem Förderbereich der Stiftung ist leider wegen des betriebswirtschaftlichen Fokus nicht vorgesehen.

Förderung und Veränderungsprozesse

Sehr interessant finde ich, dass jedes Fördervorhaben anders ist. So wird die Arbeit bei Z trotz klar festgelegter Prozesse nie zur eintönigen Routine. Ein echtes Highlight für mich als Studierender ist das Projekt "Nukleus": Die Stiftung erarbeitet derzeit in einem bereichsübergreifenden Verfahren eine umfassende Prozessneugestaltung für das ganze Haus einschließlich neuer IT. Bereits im Studium in einen solchen Veränderungsprozess eingebunden zu sein, sehe ich als große Chance.

Gute Atmosphäre bei der Arbeit und drum herum

Die gute Arbeitsatmosphäre, die ich erlebe, spiegelt sich auch außerhalb der Büros wider. Man kommt schnell mit Kollegen ins Gespräch und verabredet sich über Abteilungsgrenzen zum Mittagessen. Außerdem gibt es Aktionen wie den "Firmenlauf" für alle Mitarbeiter. Eine eigene Fußballmannschaft, in der ich manchmal mitspiele, haben wir auch. Das alles hat mir, neben dem engen Austausch mit meinen 20 Kommilitonen, als Neu-Stuttgarter geholfen. Mein Abschluss im Herbst 2018 wird mir viele Perspektiven eröffnen: Ich habe die akademische Voraussetzung für ein Masterstudium und gleichzeitig die Erfahrung, um direkt in den Beruf einzusteigen. Aber bis dahin bleibt glücklicherweise noch viel spannende Stiftungsarbeit zu tun!