Internationale Journalisten über das Bosch Alumni Network

Maksim Melnyk, 34, Ukraine
Fotos: Eva Wolfangel 
Maksim Melnyk, 34, Ukraine: "Ich war Teilnehmer des Medienmittler-Programms und profitiere noch heute von den Kontakten, die ich dort geknüpft habe. Ich habe beispielsweise mit einer Kollegin vom Deutschlandradio ein Feature aus Donbas gemacht. Ich finde, wir sollten die internationalen Kontakte noch besser pflegen, beispielsweise mit Reisen wie dieser. An der Idee des Netzwerks gefällt mir, dass es dazu beiträgt, dass wir Journalisten immer jemanden finden können, der uns in einem anderen Land helfen kann: Gemeinsame internationale Recherche kann viel bewegen."
Petra Sorge, 32, Deutschland
 
Petra Sorge, 32, Deutschland: "Ich habe im Rahmen des Medienbotschafter-Programms in Indien recherchiert und gemerkt, wie wichtig die Vernetzung mit Kollegen ist. In Indien hätte ich ohne die Hilfe einer lokalen Journalistin gar nichts machen können. Daraus sind auch dauerhafte Kontakte entstanden, wir planen weitere Geschichten zusammen. Es ist gut, wenn diese Vernetzung noch gestärkt wird."
Miriam Pepper, 65, Kansas
 
Miriam Pepper, 65, Kansas: "Ich war Teilnehmerin des deutsch-amerikanischen Programms und habe schon den Austausch und vor allem die unterschiedlichen Perspektiven auf globale Phänomene als sehr bereichernd empfunden. Ich habe die Unterschiede besser verstanden und das macht mich zu einer besseren Redakteurin. Denn Redakteure sind Gatekeeper: Sie entscheiden, was in die Medien kommt. Sie haben eine große Verantwortung und profitieren davon, sich mit Kollegen auszutauschen. Ich habe dank Reisen wie dieser ein gutes Netzwerk: Wenn ich eine Einschätzung zu einer Entwicklung in einem anderen Land brauche, weiß ich, wen ich anrufen kann."
Karim Ben Said, 32, Tunesien
 
Karim Ben Said, 32, Tunesien: "Ein internationales Netzwerk von Alumni ist gut. Gerade als Journalist aus Tunesien profitiere ich zurzeit vom Austausch: Unser Land hat enge Beziehungen zu Deutschland. Manchmal brauche ich Informationen, wie Tunesien in Deutschland gesehen wird. Dann frage ich deutsche Kollegen, denen ich vertraue und die ich in Programmen wie diesem kennengelernt habe."
Hanna Gieffers, 30, Deutschland
 
Hanna Gieffers, 30, Deutschland: "Ich finde es spannend, auf solchen Reisen auch mal durch die Brille der anderen zu schauen und zu sehen, dass es verschiedene Perspektiven auf ein Thema gibt. Im Austausch mit Kollegen aus anderen Ländern kommen Fragen auf den Tisch, die man selbst nicht aufgegriffen hätte. Aus dem Austausch-Programm für junge deutsche und französische Journalisten, das die Robert Bosch Stiftung zusammen mit dem Deutsch-Französischen Institut veranstaltet, haben sich für mich spannende Kontakte und gemeinsame Recherchen ergeben."
Bhavya Doré, 32, Indien
 
Bhavya Doré, 32, Indien: "Indische Journalisten bekommen nicht viel Gelegenheit, das Land zu verlassen - weil es teuer und aufwendig ist. Dabei ist das so wichtig, denn ich merke bei internationalen Zusammentreffen immer wieder, dass wir natürlich einen eigenen Blick auf die Nachrichtenlage haben. In Indien werden wir viel mit lokalen Ereignissen und Nachrichten konfrontiert. Aber der Blick über den Tellerrand ist wichtig, beispielsweise für die Frage, warum sich der Populismus global ausbreitet - wir haben auch in Indien mit rechten Politikern zu tun."
Ivan Fischer, 37, Kroatien
 
Ivan Fischer, 37, Kroatien: "Die Zukunft des Journalismus liegt aus meiner Sicht in der Kooperation, vor allem in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Kollegen aus anderen Ländern zu treffen ist oft der beste Weg mitzubekommen, was dort läuft. Viele Probleme sind nur Symptome von etwas, das auch anderswo passiert. In jeder Wahl beispielsweise spielt irgendjemand die nationalistische Karte. Es ist die Aufgabe von uns Journalisten, das einzuordnen. Dafür brauchen wir mehr Vernetzung."
Felix Hütten, 29, Deutschland
 
Felix Hütten, 29, Deutschland: "Wenn sich hier amerikanische Kollegen über Rassismus in Europa informieren, oder der ukrainische Kollege wissen will, wie Macron zur Ukraine steht, können wir auch etwas lernen: nämlich eine andere, ergänzende Perspektive zu unserer. Es ist immer spannend, was für Fragen Kollegen aus anderen Ländern stellen - es erweitert unsere Perspektive. Es wäre gut, wenn wir diese Vernetzung an sich noch mehr pflegen würden. Nicht nur entlang eines Themas, sondern als Austausch über Themen, die uns alle bewegen. Solche Kontakte sind wertvoll."
Michał Kokot, 36, Polen
 
Michał Kokot, 36, Polen: "Gerade anhand der Beziehung zwischen Deutschland und Polen wird mir immer wieder klar, wie wichtig ein solcher internationaler Austausch ist. Wir sind Nachbarländer, aber wir wissen wenig voneinander. Es ist gut, die Perspektive anderer zu sehen und zu erfahren, was in anderen Ländern geschieht. Die Idee des Alumni-Netzwerks gefällt mir: Wenn ich für eine Recherche in ein anderes Land fahre, kann ich vor Ort Unterstützung bekommen. Gegenseitige Hilfe ist unbezahlbar."