Wissenschafts-Journalismus heute

Der OperationsExplorer - Die Datenbank zur Recherche in medizinischen Daten

Wie viele Menschen sind 2011 an Masern erkrankt? Und in welchen Regionen? Wie hat sich diese Zahl in den vergangenen Jahren verändert? Für eine gute Berichterstattung über medizinische Themen benötigen Journalisten verlässliche Daten, die frei zugänglich und unabhängig von den Akteuren im Gesundheitssystem beobachtet und bewertet werden können. Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) hat zusammen mit dem Wissenschaftsjournalisten Volker Stollorz eine Datenbank entwickelt, die eine Recherche in kompletten Datensätzen des Statistischen Bundesamts mit stationären Diagnosen sowie Operationen und Prozeduren ermöglicht.

Mit dem OperationsExplorer lassen sich alle ICD-Diagnosen (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) und alle OPS-Codes (Operationen und Prozeduren-Schlüssel) aller deutschen Krankenhäuser nach bestimmten Kriterien statistisch durchsuchen. Die Plattform ermöglicht so Abfragen über die Häufigkeit einer Diagnose und Operationen nach Alter, Geschlecht oder Jahr. Der OperationsExplorer erstellt automatisch standardisierte Karten und statistische Kennziffern, anhand derer man echte regionale Signale und Trends in Kreisen von zufälligen Häufungen unterscheiden kann. So lassen sich Muster erkennen und Ideen für journalistische Recherchen gewinnen.

Der OperationsExplorer soll die Basis für datengestützten Wissenschaftsjournalismus im Bereich Medizin schaffen und mit Hinweisen zur korrekten Einordnung von Statistiken kombinieren.