Pressemeldungen 2017
Pressemitteilung

Zum Beteiligungskongress Baden-Württemberg: "Gemeinsinn und Offenheit ist die Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt"

  • Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung: "Demokratie ermöglicht und benötigt Beteiligung von Bürgern - Bund und Länder sind bei mehr Bildungsausgaben gefordert."

Stuttgart/Esslingen, 24. März 2017 - "Ohne Gemeinsinn und Offenheit für den Anderen und für das Fremde sind Partnerschaftlichkeit, Teilhabe und ein positives Miteinander in einer Gesellschaft nicht zu haben. Diese Aspekte bilden die Basis für den Zusammenhalt", sagte heute die Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, Uta-Micaela Dürig, auf dem Beteiligungskongress Baden-Württemberg "viel - mehr - gemeinsam" in Esslingen. Sie erinnerte damit an Grundüberzeugungen des Unternehmers und Philanthropen Robert Bosch, der dies bereits vor fast 100 Jahren als bedeutsam für Gesellschaften herausarbeitete.

Auf dem Beteiligungskongress diskutieren Politiker und Vertreter aus Zivilgesellschaft und Verwaltung des Landes Baden-Württemberg, wie Bürgerinnen und Bürger auch außerhalb von Wahlen ihre Gesellschaft gestalten können. Eingeladen hat die "Allianz für Beteiligung" zusammen mit dem Staatsministerium, dem Ministerium für Soziales und Integration und der Baden-Württemberg Stiftung.

Heute, so Dürig auf dem Kongress, sei das Zusammenleben in Deutschland und anderen Gesellschaften von veränderten Rahmenbedingungen geprägt. So werde unsere Gesellschaft heterogener, müsse mit strukturellen Veränderungen beispielsweise aufgrund der demographischen Entwicklung umgehen und werde technisierter. Gerade die Folgen der Digitalisierung auf das gesellschaftliche Miteinander und das Zusammenleben seien vielfach noch gar nicht genau absehbar. Es gebe Chancen wie Risiken dabei.

Gleichzeitig wachse das Bedürfnis, sich verstärkt als Bürger einzubringen und mitzugestalten, was Demokratien nicht nur ermöglichten, sondern auch benötigten, um stabil zu bleiben, so Uta-Micaela Dürig.

Die Robert Bosch Stiftung unterstützt daher mit anderen seit 2013 die Initiative "Allianz für Beteiligung e.V.", die sich das Ziel gesetzt hat, Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft in Baden-Württemberg sichtbar zu machen, die Vernetzung und das Lernen untereinander zu fördern sowie Fortbildung zu politischer und gesellschaftlicher Beteiligung anzubieten. Dürig erinnerte daran, dass Beteiligung ein Recht unseres Staates sei, worum uns viele auf der Welt beneideten.

Die Robert Bosch Stiftung fördert seit einiger Zeit verstärkt Projekte und Initiativen, die den inhaltlichen Schwerpunkt "Zusammenhalt in der Gesellschaft" in unterschiedlicher Weise stärken. Ziele dabei: Begegnungen ermöglichen, Vorurteile abbauen, zu ehrenamtlichem Engagement qualifizieren, Demokratieverständnis aufbauen, neue Möglichkeiten zur Beteiligung in Kommunen schaffen, Vielfaltskompetenz ausbauen, demokratische Werte stärken, politische Teilhabe von Jugendlichen unterstützen und sich für gleiche Start- und Lernbedingungen für Kinder und Jugendliche einsetzen.

Dürig unterstrich, dass es nicht alleinige Aufgabe der Politik sei, Zusammenhalt zu stärken. Vielmehr seien alle Bürger gefordert, sich für dieses Ziel zu engagieren. Baden-Württemberg habe seit jeher ein sehr stark ausgeprägtes aktives bürgerschaftliches Engagement. Gleichzeitig, so Dürig, brauche es in Deutschland aber auch neben höheren Bildungsausgaben eine deutliche Stärkung der schulischen wie außerschulischen Bildungsarbeit, um Populismus und Extremismus begegnen zu können. Bei den Bildungsausgaben ist Deutschland im weltweiten Vergleich nach wie vor nur Durchschnitt.

Kontakt

Julia Rommel
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