Arbeiten bei der Robert Bosch Stiftung

Externe Hospitationen – Impulse für Mitarbeiter und Stiftung

Drei Mitarbeiter berichten über ihre externen Erfahrungen
Irina Cichon, Oliver Radtke und Antonia Röhm sind erfahrene Stiftungsmitarbeiter. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, neue Kooperationspartner zu identifizieren sowie zukunftsweisende Projekte zu konzipieren oder zu beurteilen. Impulse von außen stärken diese Kompetenzen. Daher absolvierten Röhm (Referentin der Geschäftsführung) sowie die beiden Senior Projektmanager Cichon und Radtke externe Hospitationen.
 

China: Viele Veränderungen nur vor Ort spürbar

"Wer in und mit China erfolgreich arbeiten möchte, muss eine Vertrauensbasis aufbauen und persönlichen Kontakt zu den Partnern pflegen", erklärt Oliver Radtke, zuständig für Projekte in und mit China. Er wurde nach Shanghai entsandt und war viel im Land unterwegs, auch "an der Peripherie, die wir sonst kaum auf dem Schirm haben". Neben bekannten Kontakten und Besuchen bei geförderten Projekten verfolgte Radtke eine "Scouting"-Aufgabe: "China ist ein extrem dynamisches Land. Viele Veränderungen sind nur vor Ort und im Gespräch spürbar." Schließlich wolle die Stiftung ihre Aktivitäten "passgenau und bedarfsorientiert" ausrichten. Als "körperlich und mental anspruchsvoll" beschreibt er seinen zweimonatigen Aufenthalt in China. "Stressresilienz, Organisationstalent und eine Grundgelassenheit" müsse man haben.

Schweden: In der Praxis schauen, was sich bewährt

Irina Cichon kümmert sich im Bereich Gesundheit unter anderem um die Qualifizierung in den Gesundheitsberufen. "Wir kennen oft nur Papiere, brauchen aber das Wissen um die reale Umgebung, wenn wir Förderanträge richtig einschätzen sollen", erläutert sie. "Im Gesundheitswesen und speziell bei der interprofessionellen Ausbildung ist es notwendig, immer wieder in der Praxis zu schauen, was sich bewährt; auch um die Antragsteller beraten zu können." Sie machte eine Studienreise und besuchte verschiedene Einrichtungen in Schweden, das in diesem Feld international Vorreiter ist. Außerdem verbrachte sie zwei Wochen im Trainingscenter der Firma Bosch und eignete sich dort unter anderem Knowhow zur Trainerzertifizierung an. Dieser Austausch war erforderlich, um ein neues Programm für interprofessionelle Fortbildungen im Gesundheitsbereich konzipieren und dafür relevante Projektpartner gewinnen zu können.

Auswärtiges Amt: Synergien schaffen

Antonia Röhm wechselte im Rahmen eines Personalaustauschs im Herbst 2016 ins Auswärtige Amt, kurz AA. "Ich war gespannt was mich erwartet: 3000 Mitarbeiter allein in der Berliner Zentrale, dazu die Auslandsvertretungen – das ist eine andere Welt", sagt sie. "Die Tagespolitik führt oft zu kurzfristigen und kaum planbaren Anforderungen. Das war schon eine Umstellung für mich." Röhms Auftrag betrifft vor allem die Initiative "Strategischer Dialog zwischen AA und privaten Stiftungen", die Außenminister Steinmeier angeregt hat. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen AA und Stiftungen zu verbessern und Synergien zu schaffen. "Amt und Stiftungen verfügen über sehr unterschiedliche Instrumente und Netzwerke und können sich daher gut ergänzen," erklärt Röhm. "Dazu ist aber ein gegenseitiges Verständnis von Denk- und Arbeitsweisen notwendig." Sie informiert und koordiniert zwischen beiden Seiten und ist gleichzeitig in den Alltag ihrer Abteilung eingebunden.

"Wer eine längere Hospitation antritt, ist besonders auf die Kollegialität der Mitarbeiter in der Stiftung angewiesen", meint Oliver Radtke. Damit alles gut klappt, bedürfe es "einer noch engeren Koordination, Abstimmung und Flexibilität als sonst." Wie Antonia Röhm und Irina Cichon hat er die externe Hospitation als Win-Win-Situation erlebt und sieht sie als Zukunftsmodell. Denn: "Der Austausch stärkt den einzelnen Mitarbeiter und kommt damit direkt der Stiftungsarbeit zugute."