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Aktuelle Themen 2016

Bündnis gegen Krebs

Robert Bosch Stiftung, Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) und Bosch-Gruppe bündeln Kräfte im Kampf gegen Krebs

Krebserkrankungen sind nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit einem Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen auf rund 20 Millionen bis 2025. Allein in Deutschland sterben pro Jahr rund 224.000 Menschen an Krebs.

Im Kampf gegen den Krebs bündeln Robert Bosch Stiftung, Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) und Bosch-Gruppe ihre Kräfte. Zentraler Baustein des Bündisses gegen Krebs ist das neue Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen sowie die geplante Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Das Centrum wird Teil des RBK und verstärkt den Bereich der Krebsforschung, um Patienten durch moderne Präzisionsonkologie eine individualisierte Therapie zu ermöglichen.

Die Robert Bosch Stiftung unterstützt den Aufbau des Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen mit Fördermitteln, die über die bestehende Grundförderung des Krankenhauses für medizinische Forschungsprojekte hinausgehen: Insgesamt 24 Millionen Euro fließen bis 2020 gezielt in die Krebsforschung. Zusätzlich ermöglicht die Bosch-Gruppe ab sofort an Krebs erkrankten Mitarbeitern den Zugang zu neuester Diagnostik im RBK und am DKFZ.
"Die Krebstherapie wird sich revolutionieren"
Interview mit Professor Dr. med. Mark Dominik Alscher, geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Robert-Bosch-Krankenhauses
 
  • Herr Alscher, die Weltgesundheitsorganisation rechnet bis 2025 mit 20 Millionen Neuerkrankungen an Krebs pro Jahr, davon 500.000 in Deutschland. Wo steht die Krebsforschung zurzeit und was sind die größten Herausforderungen?

Aktuell steht die Krebsforschung vor enormen Erkenntnisgewinnen. Durch die Möglichkeiten der Genomik (Genuntersuchung) und der mittlerweile breit verfügbaren Methoden zu eher günstigen Preisen, wird zukünftig eine genaue genetische Befundung des Tumors möglich sein. Dies ermöglicht eine individualisierte Therapie. Eine sinnvolle Verwertung lässt sich jedoch nur durch den gleichzeitigen Aufbau von Informationstechnologien erreichen, Stichwort "Big Data". In Kombination wird sich die Krebstherapie revolutionieren. Die Herausforderung ist, den Erkenntnisgewinn dem Patienten rasch zur Verfügung zu stellen. Dies wird nur in forschungsaktiven Einrichtungen mit Zugang zu neuesten Studien möglich sein. Deshalb geht das Robert-Bosch-Krankenhaus mit dem neuen RBCT und dem bestehenden Institut für Klinische Pharmakologie, eine der größten Forschungseinrichtungen für Arzneimitteltherapie in Europa, voran und wird versuchen, dies vorbildlich für Tumorerkrankungen abzubilden.

  • Die Robert Bosch Stiftung stellt bis 2020 insgesamt 24 Millionen Euro für die Krebsforschung am Robert-Bosch-Krankenhaus zur Verfügung. Welche Rolle wird das neue RBCT in der Krebsforschung in Deutschland spielen?

Unsere Hoffnung ist, dass durch das Umfeld mit starken technischen Fakultäten und der Expertise der ansässigen Firmen in Kombination mit der neuen Studieneinheit, individualisierter Arzneimitteltherapie und Einsatz neuester Informationstechnologien vorbildliche Therapien angeboten werden können. Im Idealfall werden Erkenntnisse gewonnen, die für die Behandlung von Krebspatienten auch in anderen Institutionen hilfreich sind.

  • Welchen Nutzen versprechen Sie sich von den Forschungsergebnissen des RBCT für die konkrete Arbeit am Robert-Bosch-Krankenhaus?

Durch den sehr schnellen Erkenntnisgewinn in der Krebsforschung ist das Thema Translation, der Übertrag neuester Erkenntnisse auf die unmittelbare Patientenbehandlung, ein zentrales Anliegen für Patienten, die nicht lange warten können, bis Erkenntnisse zur Verfügung stehen. Deshalb ist eine moderne Studieneinheit wie das RBCT notwendig. Unser Ziel ist es, den Patienten des Robert-Bosch-Krankenhauses schnell die neuesten Erkenntnisse zur Behandlung ihrer Krebserkrankung zur Verfügung zu stellen.

  • In Deutschland sterben jährlich rund 224.000 Menschen an einer Krebserkrankung. Damit ist Krebs die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Welche Vorsorgemaßnahmen sollten Menschen in Anspruch nehmen, um ein Krebsrisiko zu minimieren?

An Vorsorgemaßnahmen sollten insbesondere die schon jetzt bekannten Möglichkeiten einer gesunden Lebensführung umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Darüber hinaus gibt es heute Früherkennungsmaßnahmen wie beispielsweise die regelmäßige Dickdarmuntersuchung, die helfen, Tumore zu verhindern. Jeder sollte - in Absprache mit dem Hausarzt und betreuenden Arzt - die geeignetste Vorsorgeuntersuchung identifizieren und diese auch regelmäßig durchführen lassen. Dadurch wird sich die Rate der Neuerkrankungen deutlich senken lassen.