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Sozialunternehmer gegen Arbeitslosigkeit

Noch immer ist die Arbeitslosenquote in Italien, Spanien und Griechenland unter Jugendlichen besonders hoch. Teilweise ist die Hälfte der unter 25-Jährigen ohne Beschäftigungs- oder Ausbildungsplatz. Viele Sozialunternehmer haben ihre Geschäftsideen darauf gegründet, Menschen in Arbeit zu bringen und sie bei der Jobsuche zu unterstützen. Seit 2014 konnten rund zwanzig dieser Sozialunternehmer aus ganz Europa im Rahmen des Projekts "This Works! Ideas and Solutions for Employment and Recovery in Southern Europe" ihre Geschäftsideen nach Italien, Griechenland und Spanien übertragen. Dadurch sind bisher rund 1500 neue Jobs entstanden. Beim Abschlusstreffen von "This Works!" in Brüssel präsentierten die Sozialunternehmer die Ergebnisse vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, stellten in Workshops ihre Projekte vor und tauschten sich darüber aus, wie der Transfer sozialer Innovationen ins Ausland gelingt.

Attila von Unruh berät mit seiner Firma "Team U" Menschen in Deutschland bei einer drohenden Insolvenz; er hat den Aufbau eines entsprechenden Pilotprojekts in Griechenland unterstützt. Die Französin Danielle Desguées hat in ihrem 1979 gegründeten Sozialunternehmen "Boutique de Gestion" Beratungsangebote für Unternehmensgründer gebündelt und diese nun an lokale Partner in Italien und Spanien weitergegeben. Mary Nally aus Irland aktiviert in ihrem Projekt "Third Age/ Failte Isteach" ältere Menschen und bringt sie als Sprachlehrer mit Migranten zusammen. Ein Partner aus Italien hat ihr Konzept adaptiert. Den Transfer dieser sozialunternehmerischen Ideen haben Ashoka Europe und die Ashoka-Länderbüros begleitet, die Robert Bosch Stiftung hat das Projekt mit fast einer Million Euro unterstützt.

"Sozialunternehmen sind ein Schlüsselfaktor bei der Umsetzung der Sozial- und Beschäftigungsagenda in der EU", sagte Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität in einer Grußbotschaft für das Abschlusstreffen. "Wir brauchen heute mehr denn je Unternehmer, die es wagen, Geschäftsideen mit dem Ziel positiver sozialer Auswirkungen und gesellschaftlicher Veränderungen zu entwickeln."

Zum Abschluss des Projekts "This Works!" ist ein Handbuch entstanden, das die wichtigsten Handlungsempfehlungen an die Politik auflistet und in dem zehn Erfolgsfaktoren für die Übertragung sozialer Innovationen ins Ausland benannt sind. Dazu gehört u. a. eine Fokussierung auf die Kernidee des Sozialunternehmens, eine sorgfältige Auswahl des richtigen Partners und die Suche nach Beratern im neuen Land, die Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und ein gleichberechtigter Austausch zwischen Sozialunternehmer und Partner im Ausland. Denn schließlich wollen sie vor allem eines: mit ihren Geschäftsideen eine positive, nachhaltige Veränderung in der Gesellschaft erreichen – und anderen Menschen eine dauerhafte Jobperspektive geben.