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Holocaust-Überlebende Esther Bejarano rappt gegen Rechtsextremismus

Mit 91 Jahren reist Esther Bejarano durch Deutschland, um gemeinsam mit ihrer Band "Microphone Mafia" gegen rechte Bewegungen aufzuklären und daran zu erinnern, was ihr und vielen anderen Juden während des Holocaust widerfahren ist: Esther Bejarano ist eine Überlebende des Konzentrationslager in Auschwitz.

Am 13. April war sie zu Gast am United World College (UWC) in Freiburg, dem Robert Bosch College, und erzählte vor 200 Schülern und 150 Freiburger Gästen aus ihrem Leben. Für die internationalen Schüler des UWC ein beeindruckender Abend.

Maja und Yarden, Israel

"In Israel haben wir darüber viel gehört, aber meistens waren die Geschichten negativ, voller Trauer und Angst. An Esthers Geschichte hat uns die Hoffnung am meisten beeindruckt - die Hoffnung auf eine bessere Welt, die Hoffnung, durch ihren Aktivismus Taten wie damals zu verhindern. Anstatt vieler Details hat sie die Gefühle in Lieder gepackt. Uns hat das sehr bewegt."
In Auschwitz überlebte Esther dank ihres Engagements im Mädchenorchester. Ihr eiserner Wille, der Drang, sich bei den Nazis für die Verbrechen zu rächen, trieben sie an. Um ihren Platz im Mädchenorchester zu behalten, täuschte sie vor, das Akkordeon zu beherrschen; viele Jahre später tourt sie nun als Musikerin durch ganz Deutschland, ihre Botschaft: Niemals darf so etwas wieder passieren - ihre Geschichte zu teilen, das ist ihre Lebensaufgabe.

Katja, Deutschland:

"Ich bin absolut bewegt von dieser Frau, dieser Geschichte. Und denke mir: Was am Ende übrig bleibt, das ist Menschlichkeit. Das gibt mir Hoffnung - und macht mir zugleich die Verantwortung für unsere Generation bewusst."
Die "Microphone Mafia" ist eine vielfältige Band: Da ist die 91-jährige Esther, die teils auf Deutsch, teils in Yiddisch singt, begleitet von ihrem Sohn Joram an der Gitarre. Und da ist der Kölner Rapper Kutlu, der die politischen Texte in Hip-Hop Form überliefert, das Publikum immer wieder durch Scherze zum Lachen bringt.

Tinotenda, Zimbabwe:

"Was für ein Abend, er wird mir im Gedächtnis bleiben. Diese Frau ist eine Zeitzeugin, eine lebende Erinnerung. Nach all dem, was sie durchgemacht hat, steht sie heute hier auf dieser Bühne - sie lacht, und möchte uns durch das Medium Stimme und Gesang etwas fürs Leben mitgeben. Mir scheint, als hätte sie sich mit ihrer Vergangenheit versöhnt."
Zum Abschluss begibt sich die jüdische UWC-Schülerin Yarden aus Israel auf die Bühne, um sich im Namen aller bei Esther zu bedanken: "Ihr glaubt gar nicht, wieviele Überlebende nie darüber gesprochen haben. Dass Esther heute hier ist und ihre Geschichte mit uns teilt, ist ein Geschenk."

Bejarano zu Gast am UWC Robert Bosch College

 

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Das UWC in Freiburg: 206 Schüler aus 88 Nationen