Arbeiten bei der Robert Bosch Stiftung

Partner für die Interessen der Mitarbeiter

Im Gespräch: Julia Hoeter, Vorsitzende des Betriebsrats, und Roland Bender, Bereichsleiter Personal
  • Im März 2016 wählten die Mitarbeiter der Robert Bosch Stiftung erstmals einen Betriebsrat. Die Interessenvertretung für rund 180 Personen besteht aus sieben Mitgliedern; die Vorsitzende ist Julia Hoeter.

"Demokratie im Unternehmen braucht ihren Platz, das gilt auch für eine Stiftung", sagt Julia Hoeter voller Überzeugung. Daher habe sie sich zur Kandidatur für den Betriebsrat entschieden. Hoeter ist Senior Project Manager im Themenbereich Bildung der Robert Bosch Stiftung und hat viel zu tun. Warum hat sie die Aufgabe als Betriebsrätin dennoch übernommen? "Ich habe mich schon immer gerne für andere eingesetzt." Außerdem findet sie: "Wer unzufrieden mit etwas ist, sollte stets versuchen, Dinge proaktiv zu ändern." Eine Freistellung für die neue Tätigkeit ist aufgrund der zu geringen Mitarbeiterzahl der Stiftung nicht vorgesehen. "Sie wäre aber auch keine Option für mich", so Hoeter. Denn die Diplom-Verwaltungswissenschaftlerin brennt für ihre Projekte der Frühkindlichen Bildung und Talentförderung. "Da kommt die Arbeit im Betriebsrat dann noch oben drauf, das war mir klar", erklärt sie.

Dialog auf Augenhöhe

Für Roland Bender, Bereichsleiter Personal der Robert Bosch Stiftung, ist dieses zusätzliche Engagement keine Überraschung: "Unsere Mitarbeiter zeichnen sich generell durch eine enorme Einsatzbereitschaft aus", erklärt er. Dass dies auch in einem Betriebsrat und damit für die Belange einer großen Anzahl von Mitarbeitern geschieht, hält er für wichtig und richtig. "Als Arbeitgeber sehen wir es positiv, wenn die Interessen durch eine solche Vertretung gewährleistet sind. Außerdem schätzen wir es, einen direkten Ansprechpartner zu haben." Bender und Hoeter treffen sich alle zwei Wochen zu einem festen Termin. Einen "Dialog auf Augenhöhe" nennt es der Personalchef und beschreibt das Miteinander als "vertrauensvolle Zusammenarbeit".

Regelmäßiger Austausch

Die Zusammenarbeit betrifft betriebliche, organisatorische oder personelle Themen aus dem Arbeitsalltag der Stiftung. Hoeter und ihre gewählten Kollegen nehmen dabei die gesetzlich verankerten Informations- und Mitbestimmungsrechte eines Betriebsrates wahr. Viermal pro Jahr ist eine Betriebsversammlung vorgesehen, zu der auch die Geschäftsführung einen Bericht beisteuert. Außerdem können Betriebsratsvertreter einzelne Mitarbeiter bei kritischen Personalgesprächen begleiten. In den Dialog mit Personalchef Bender bringt Julia Hoeter häufig aktuelle Anliegen ein, die Mitarbeiter in ihrer wöchentlichen Sprechstunde oder per Mail an sie herangetragen haben. "Das jeweilige Anliegen muss nicht unbedingt meiner persönlichen Meinung entsprechen", erklärt sie. Die Trennung von Amt und Person sei da durchaus manchmal eine Herausforderung. Hier lerne sie stetig dazu. Auch längerfristige Projekte kommen zur Sprache, wenn sich Julia Hoeter und Roland Bender zusammensetzen. Derzeit ist dies zum Beispiel die Entwicklung eines neuen IT-Systems für die Stiftung. Der Betriebsrat ist in den gesamten Prozess eingebunden, beschafft sich eigene Expertise und schaut besonders auf den Datenschutz im Sinne der Mitarbeiter.

Respekt und Kommunikation

"Wir sehen uns grundsätzlich als ein konstruktives Gremium und sind keine Blockierer", sagt die Betriebsrätin. Dass es im Dialog mit dem Personalleiter oder der Geschäftsführung auch kontroverse Positionen und Diskussionen gebe, liege in der Natur der Sache. Alle Beteiligten eine aber letztendlich das Ziel einer offenen Gesprächskultur für das ganze Haus, so ihre Einschätzung. "Der respektvolle Umgang ist selbstverständlich und die Kommunikation wird bewusst gepflegt", ergänzt Roland Bender. "Schließlich sprechen wir über die berechtigten Interessen beider Seiten."

Ergänzung: Herr Joachim Geiger hat bis März 2018 den Vorsitz des Betriebsrates von Frau Julia Hoeter übernommen.