Beruf und Familie vereinbaren: Die Betriebs-Kita "Heidehüpfer"

Im Gespräch mit Anna Müller-Trimbusch
Anna Müller-Trimbusch ist seit 2008 Projektleiterin bei der Robert Bosch Stiftung. Sie arbeitet 75 Prozent im Themenbereich Wissenschaft und verantwortet Projekte zur Förderung der Nachhaltigkeitsforschung, wie zum Beispiel die "Robert Bosch Juniorprofessur". Sie und ihr Mann, der selbstständig tätig ist, haben eine kleine Tochter. Jeden Morgen gegen 8.00 Uhr starten Vater und Tochter zuhause mit Fahrrad und Anhänger, um Aurelia in die Kindertagesstätte "Heidehüpfer" zu bringen. Sie befindet sich im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Hauses in der Stuttgarter Innenstadt, nur wenige Schritte von Oper und Landtag entfernt. Gegen 16.00 Uhr wird Aurelia von Anna Müller-Trimbusch dort abgeholt. "Ohne diesen Platz für unsere Tochter", erklärt sie, "hätte ich nach der Geburt nicht wieder bei der Stiftung einsteigen können, zumindest nicht verlässlich zu dem von mir und dem Arbeitgeber geplanten Zeitpunkt und mit dem Zeitumfang, den ich mir wünschte."
 

Kita ist Modellprojekt dreier Träger

Die Kita "Heidehüpfer" wurde 2008 als Modellprojekt gegründet und wird seitdem gemeinsam getragen von der Robert Bosch Stiftung GmbH, der Holtzbrinck Publishing Group und dem Evangelischen Oberkirchenrat Stuttgart. Sie verfügt über 15 Plätze (je fünf pro Träger) für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren und ist von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der laufende Betrieb der Kita wird durch Zuschüsse der Stadt Stuttgart finanziert. Der Elternbeitrag beträgt monatlich 250 Euro für die Betreuung und 60 Euro Essensgeld; die Robert Bosch Stiftung gewährt ihren Mitarbeitern einen Zuschuss für die Kinderbetreuung.

Persönliche Atmosphäre

"Ich hatte vom ersten Moment an ein gutes Gefühl und war mir sicher, dass unsere Tochter hier gut aufgehoben ist", sagt Anna Müller-Trimbusch. Aurelia war zehn Monate alt, als sie zu den Heidehüpfern kam. Nach kurzer Zeit sei die Eingewöhnung gelungen. Im Aufenthaltsraum der liebevoll gestalteten Kita gibt es einen großen Tisch mit festen Sitzplätzen für alle Kinder und Platz zum Spielen. Viele anregende Dinge sind griffbereit wie Stifte und Papier, Bastelmaterial, Holzklötze, Bälle, Puppen, Bücher und Spiele; eine Kuschelecke gehört ebenfalls dazu. Nebenan, im kleineren Zimmer, machen alle Kinder nach dem Mittagessen ein Schläfchen; auch hier zeigen Fotos an den Stockbetten, wo jeder seinen festen Platz hat. "Die Kinder werden mit ihren Eigenarten und individuellen Bedürfnissen wahrgenommen", so Anna Müller-Trimbusch. "Mir gefallen besonders die überschaubare Größe der Einrichtung und die persönliche Atmosphäre."

Abwechslungsreiches Programm

Die Erzieherinnen machen mit den Kindern regelmäßig Ausflüge. Im Kellergeschoss der Kita ist Platz für die Kinderwagen und am Schwarzen Brett hängt der wöchentliche Mittagessenplan. Zusätzlich gehören feste "Obstpausen" zum Tagesablauf. "Und dann gibt es noch das gemeinsame Frühstück, das täglich frisch zubereitet und jede Woche reihum von einer anderen Familie bestückt wird", erklärt Anna Müller-Trimbusch. Sie schätzt das Kita-Angebot ihres Arbeitgebers sehr.