Arbeiten bei der Robert Bosch Stiftung

Meine Bosch-Geschichte – berufliche Stationen in Stiftung und Unternehmen

Erfahrungen von Dr. Bernadette Klapper, Leiterin Themenbereich Gesundheit
Ich habe eine „doppelte“ Bosch-Biographie, denn ich kenne sowohl die Robert Bosch Stiftung als auch das Unternehmen als Arbeitgeber. So fühle ich mich mit dieser Erfahrung heute, in meiner Position als Leiterin des Themenbereichs „Gesundheit“, sehr bewusst der gesamten Bosch-Gruppe verpflichtet. Begonnen hat meine „Bosch-Geschichte“ im Januar 2003 bei der Robert Bosch Stiftung, ging von Dezember 2008 bis Juni 2012 weiter zur Robert Bosch Healthcare GmbH und führte mich ab Mitte 2012 wieder zur Stiftung.
 

Einstieg bei der Stiftung

Mein Einstieg in die Bosch-Welt war eine Projektleiterstelle im damaligen Programmbereich Gesundheit und Humanitäre Hilfe der Stiftung. Mit Bosch, egal ob Stiftung oder Firma, hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt wenig zu tun. Allerdings war mir die Stiftung durch ihre langjährige Gesundheits- und vor allem Pflegeförderung durchaus ein Begriff. Denn nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester, einigen Jahren praktischer Tätigkeit und einem Studium der Soziologie mit Promotion und wissenschaftlicher Tätigkeit in der Versorgungsforschung kannte ich die wegweisenden Publikationen der Stiftung in diesem Bereich.

Durch eine Initiativbewerbung habe ich meine Stelle bekommen und hatte schnell das Gefühl, hier passe ich hin! Themen wie Palliative Praxis, Demenz, Leben im Alter in meinem Fachbereich, dazu noch die weiteren Felder der Stiftungsarbeit wie zum Beispiel die Völkerverständigung – die hohe inhaltliche Qualität, der Mensch als Dreh- und Angelpunkt der Arbeit und das kollegiale Miteinander haben mich von Anfang an motiviert und beeindruckt. Ich hatte als Projekt- und später zusätzlich stellvertretende Bereichsleiterin die Möglichkeit, Projekte mitanzustoßen und aufzubauen, sie weiterzuentwickeln und wachsen zu sehen, um schließlich die „Früchte ernten“ zu können – sprich, auch ihre Wirkungen, Ergebnisse und Resultate zu erleben.

Wechsel zum Unternehmen

Nach über fünf Jahren hat mich ein Wechsel zum Unternehmen dennoch gereizt, zumal die Robert Bosch Healthcare GmbH damals ein kleines Start-Up in der Telemedizin war und ich den Pioniergeist für diese Aufgabe spürte: ein neues Feld, das ich mitgestalten kann, und dazu die Denke eines großen Wirtschaftsunternehmens kennenlernen. Unsere Aufgabe bei Robert Bosch Healthcare war es, ein in Silicon-Valley entwickeltes Telemedizinsystem auszubauen, an weitere Märkte anzupassen und international zu etablieren. Beteiligt waren Ingenieure, Qualitätsmanager, klinische Experten sowie Verkaufs- und Marketingfachleute gleichermaßen. Es ging um Produktentwicklung, Marktanalysen, klinische Validierung, Sales-Präsentationen bei potenziellen Kunden und Implementierung von Prozessen in der Versorgungspraxis –all das in einem internationalen Team und mit dem Blick auf die sehr verschiedenen Gesundheitssysteme unserer Zielländer.

Ich war zunächst Therapiemanagerin, dann Leiterin Klinische Produkte und Dienstleistungen Europa mit Personalverantwortung für ein Team mit Mitarbeitern aus Deutschland, England und den USA. Sehr interessant für mich war der Perspektivwechsel im Vergleich zur Stiftung, wobei beide Bereiche ihre besonderen Herausforderungen bereithalten: Der Auftrag des Unternehmens, zu wirtschaftlichem Erfolg zu gelangen anstatt – wie in der Stiftung – zu gesellschaftlicher Wirkung, erfordert andere Herangehensweisen, und dies immer im harten Wettbewerb mit anderen. Die Dynamik ist enorm. Auch die Begegnungen mit externen Partnern sind nicht vergleichbar, denn als Stiftungsmitarbeiter und möglicher Förderer wird man in der Regel anders empfangen.

Wieder bei der Stiftung

Der Telemedizinmarkt hat sich seinerzeit nicht in erhoffter Weise entwickelt. Erst jetzt, Jahre später, spüren wir den zunehmenden Innovationsschub der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Daher war es für mich nach gut vier Jahren wieder Zeit für einen beruflichen Wechsel. Externe Alternativen habe ich erwogen und in Angriff genommen. Aber auch in der Stiftung hatten sich Chancen der personellen Weiterentwicklung ergeben mit einer attraktiven Stellenausschreibung. So kam ich, wie fast zehn Jahre vorher, wieder zum Vorstellungsgespräch ins Robert Bosch Haus. Anschließend habe ich mich gegen Alternativen, dafür aber sehr bewusst für die Führungsposition in der Stiftung und ein Verbleiben in der „Bosch-Familie“ entschieden – aus Überzeugung für Qualität, internationales Arbeiten und Gestaltungsmöglichkeiten.