Robert Bosch Kulturmanager in der arabischen Welt

Ausgewählte Projekte der Kulturmanager

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Selfportrait – Selfpromotion

Die ägyptische Fotografin Nadia Mounier und die deutsche Fotografin Marie Lagabbe haben zusammen einen fünftägigen Workshop in Mansoura für 15 junge Interessierte geleitet. Die praktischen Aspekte des Fotografierens standen im Fokus des Workshops: eine eigene Lochkamera zu basteln, die verstaubten Kameras der Eltern wieder ans Licht zu bringen und auszuprobieren, und sich die Geschichte des Selbstportraits anzuhören, um die grundlegenden Regeln des Fotografierens zu erlernen. Außerdem war es eine einzigartige Gelegenheit für beide Künstlerinnen sich über Fotografie aus der jeweils anderen Region auszutauschen.

Das Projekt wurde von Hélène Aury durchgeführt

Copyright Foto: Hélène Aury
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Urban Sound Dialogue: Spaces speak – Let’s listen!

In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Architektur der Universität in Mansoura wurde vom 19.-24. Februar 2016 ein fünftägiger Workshop für Architekturstudenten organisiert. Ziel war es, dokumentarische Audiowalks mit verschiedenen Hörstationen zu kreieren. Die Flyer zu den jeweiligen Audiowalks wurden von Studenten entworfen. Das Echo war sehr gut und die Wahrnehmung der Studenten gegenüber der Stadt hat sich verändert. Die Studenten haben neue Ecken in der Stadt kennengelernt und Interesse entwickelt, die Geschichte ihrer Stadt an Dritte weiterzugeben.

Das Projekt wurde von Hélène Aury durchgeführt

Copyright Foto: Hélène Aury
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Circ'Us

In Zusammenarbeit mit dem Institut français in Ägypten, und den Partnerorganisationen Mahatat for Contemporary Art (Ägypten), Vuesch e.V (Deutschland) und Nomadways (Frankreich) wurde die Residenz und die Tournee Circ'Us im Nildelta durchgeführt. Fünf deutsche, fünf französische, fünf ägyptische Künstler sowie fünf ägyptische Amateure haben im Rahmen ihrer zehntägigen Residenz in Port Said eine Performance mit Livemusik entwickelt, die sie im Anschluss in neun verschiedenen Städten im Nildelta mit einer Schlussaufführung in der Hauptstadt Kairo aufgeführt haben. Während der Residenz und der Tournee haben die Zirkuskünstler verschiedene Workshops für Kinder und junge Erwachsene angeboten. Musik, Akrobatik, Jonglieren - alles war dabei um näheres über die Zirkuswelt zu erfahren. Das Publikum war zahlreich, es kamen insgesamt über 5.500 Zuschauer, hauptsächlich Familien und Kinder. Das Highlight war der Auftritt im Dorf von Abu Mangug, wo über 2.000 Leute, sogar aus den Nachbardörfern, kamen, um sich die Aufführung anzuschauen.

Das Projekt wurde von Hélène Aury durchgeführt

Copyright Foto: Mostafa Abdel Aty
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See my story

 „Der Schatten eines Mannes ist besser als der Schatten einer Mauer (ägyptisches Sprichwort). Ich habe mir nicht ausgesucht, nicht zu heiraten, aber die Gesellschaft versteht das nicht. Und plötzlich werde ich Anees (arabisch für ledige Frauen) genannt.”

„Die Leute reden, und wir werden von unseren Familien und Nachbarn unter Druck gesetzt. Sie nennen uns eine Last.”

„Ich werde heiraten, gebären. Es ist wie von einem Gefängnis zum anderen zu wandern. Ich beschloss, allein zu sein.”

„Warum nennen sie mich Anees? Ist der Mann die Lösung?”

Diese Aussagen stammen von vier jungen Frauen, die an einem dokumentarischen Filmworkshop unter Anleitung der Filmemacherin Francesca Araiza Andrade in Luxor im Februar 2016 teilgenommen haben. Den 15 Teilnehmerinnen des Workshops wurden an einem Wochenende Grundzüge von Story-Telling Techniken beigebracht. In Gruppenarbeit entwickelten sie Drehbücher und Scripts zu insgesamt drei Kurzfilmen. Zum Thema Frauen in der Gesellschaft stellten die Teilnehmerinnen eine beachtliche Liste von Themen zusammen, von denen sie sich nur mit Mühe auf drei einigen konnten, die im Rahmen des Workshops filmisch umgesetzt wurden. Es wurden Kurzfilme erstellt, in denen sich die jungen Frauen kritisch mit dem Stigma, eine unverheiratete Frau zu sein, und der genderspezifischen Einschränkung von Mobilität auseinandersetzten haben sowie die Ambivalenz darstellten, einerseits Ansprüchen von Schönheitsnormen und andererseits konservativen Kleidungsvorstellungen gerecht zu werden. Das Projekt wurde in Kooperation mit Raise your Voice durchgeführt, einer Initiative, die sich für weibliche Stimmen in den unabhängigen Medien und gegen sexuelle Belästigung einsetzt.

Das Projekt wurde von Jenny Ebner durchgeführt

Copyright Foto: Jenny Ebner
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MädchenWelten

 „MädchenWelten“ war ein Foto-Biographie-Projekt von Mädchen und jungen Frauen aus Deutschland und Ägypten. Anlässlich des Internationalen Mädchentags 2015 entstanden in mehreren Workshops in Berlin-Pankow und Sohag Porträts und Geschichten von Mädchen und jungen Frauen, die in einer gemeinsamen Ausstellung in beiden Städten gezeigt wurden. Die Beschäftigung mit der eigenen Biographie, der Identität sowie der Rolle von Mädchen und Frauen in der Gesellschaft und innerhalb der Familie, die spielerische Infragestellung der eigenen Körperlichkeit und der grundlegenden Annäherung an vielfältige Konzepte von Mädchen- und Frauenbildern spiegelten sich in den Bildern und Texten des Projekts wieder. Die Ausstellung zeigte die Projektteilnehmerinnen als selbstbewusste Akteurinnen mit ihren individuellen Zukunftsvorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen. Sie machte auch die Forderungen nach einer Gesellschaft deutlich, in der Mädchen und Frauen die Möglichkeit haben ihren Alltag, ihre Zukunft und ihre Berufs- und Familienplanung selbstbestimmt zu gestalten, unabhängig von Herkunft oder Geschlechtszugehörigkeit.

Trotz der teilweise sehr verschiedenen Lebensrealitäten in Deutschland und Ägypten zeigte das Projekt nicht nur die Unterschiede, sondern vor allem auch die Gemeinsamkeiten und die Vielfalt unter den jungen Projektteilnehmerinnen. Eine 12-jährige Teilnehmerin äußerte sich dazu: „Ich finde es sehr spannend, wie ähnlich sich Mädchen in Ägypten und Deutschland sind. Eine mag auch japanische und koreanische Animationsfilme, so wie ich, das hätte ich nicht gedacht.”

Das Projekt wurde in Kooperation mit der AG Mädchenarbeit in Pankow entwickelt und von Juni bis Dezember 2015 durchgeführt.

Das Projekt wurde von Jenny Ebner durchgeführt

Copyright Foto: Eiad Oraby
 
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Theaterfestival: Deutsche Theaterstücke auf ägyptischen Bühnen

Mit viel Applaus und deutlich zu wenig Sitzmöglichkeiten präsentierte sich das oberägyptische El Minya am Abend des 17. Oktober 2015. Über 450 ZuschauerInnen aller Altersklassen wohnten der Uraufführung von fünf deutschen zeitgenössischen Jugendtheaterstücken in arabischer Übersetzung bei, die im Rahmen des Projektes „Deutsche Theaterstücke auf ägyptischen Bühnen“ inszeniert worden waren. Einige ZuschauerInnen reisten eigens dafür aus dem 200km entfernten Sohag an. Vorausgegangen waren der Aufführung die Bearbeitung der Texte, ein 3-tägiger Theaterworkshop sowie eine intensive zweimonatige Probenphase. Das Projekt war ein voller Erfolg – nicht zuletzt, weil es gelebter interkultureller Austausch ist, wenn sich junge ÄgypterInnen über das Medium Theater mit den (nicht immer so unterschiedlichen) Lebenswirklichkeiten deutscher Jugendlicher und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland auseinandersetzen. Folgende Stücke kamen dabei in Bearbeitung zur Aufführung: „Letztes Territorium“ (Anna Habermehl), Vampiru (Katja Hensel), „Hamlet ist tot“ (Ewald Palmetshofer), „Steht auf, wenn ihr Schalker seid“ und „Ich bin ein guter Vater“ (Jörg Menke-Peitzmeyer). 

Das Projekt wurde von Dominik Reich in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kulturzentrum Dawar El Fnoun durchgeführt.
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Tape along the Nile – Tape Art meets El Minya

Elektro-Musik, Cutter-Messer und buntes Klebeband am Rande der Wüste: Erstmals brachten die beiden Künstler Stephan und Thomas Meißner des Berliner Kollektivs TAPE THAT die Kunst mit dem Klebeband in das Land am Nil. Sehr zur Freude von 20 talentierten Studentinnen und Studenten der Fakultät der schönen Künste/Universität El Minya, die in einem dreitägigen Workshop nicht nur Einblicke in die ungewöhnliche Arbeitstechnik mit dem Medium Klebeband erhielten, sondern auch eigene Kunstwerke erstellten. Außerdem erfuhren 200 weitere Studierende und Dozenten in einem spannenden Vortrag mehr über die Künstler, die Kunstform Tape Art und deren Wurzeln in der Street Art-Bewegung. Aber nicht nur in El Minya, wo die Künstler drei Kunstwerke geklebt haben, konnten Interessierte TAPE THAT live bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen: Zum Abschluss ihrer Reise verwandelten die Künstler den Innenhof des Goethe-Instituts Kairo im Rahmen der Veranstaltung „Tape Art in the Yard“ in ein Freiluft-Atelier.

Das Projekt wurde von Dominik Reich durchgeführt

Goethe-Institut Kairo/Dominik Reich/Roger Anis
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Jenseits der Stille Filmabend und Podiumsdiskussion

Vom 25.-29. Januar 2016 besuchte die deutsche Gebärdensprachdolmetscherin Susanne Schweizer Djidda. Sie besuchte während ihres Aufenthaltes u.a. Einrichtungen für Schwerhörige und Gehörlose wie das „Jeddah Institute for Speech and Hearing“ (JISH). Am 28. Januar 2015 fand im Auditorium der Dar Al-Hekma Frauenuniversität ein Filmabend statt, bei dem der deutsche Film „Jenseits der Stille“ gezeigt wurde. Im Anschluss diskutierten mehrere Vertreterinnen der saudischen Gehörlosengemeinschaft und Betroffene mit Susanne Schweizer auf einer Podiumsdiskussion über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die Herausforderungen der saudischen und der deutschen Gehörlosengemeinschaft. An der Veranstaltung nahmen ca. 200 Besucherinnen teil, unter ihnen auch 30 Mitglieder des „Deaf Women’s Club Jeddah“. Die gesamte Veranstaltung wurde auf Englisch, Arabisch und saudische Gebärdensprache übersetzt.
 
Das Projekt wurde von Miriam Seyffarth durchgeführt
 
Copyright Foto: Annette Klein
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International Week of Coffee

Vom 13.-15. November 2015 fand in Zusammenarbeit mit der saudischen Jugendorganisation „Call of Culture“ im italienischen Kulturzentrum in Jeddah die „International Week of Coffee“ statt. Die ca. 600 Besucher konnten sich mit den Kaffeetraditionen in verschiedenen Ländern wie den USA, Äthiopien, Saudi-Arabien und Deutschland auseinandersetzen, Kaffee probieren und „Kunst mit Kaffee“ besichtigen. In diesem Rahmen wurden 10 historische Exponate deutscher Kaffeegeschichte und –kultur ausgestellt, welche vom Berliner Kaffeemuseum für diesen Zweck verliehen wurden. So konnten die Besucher u.a. eine hölzerne Kaffeemühle, ein schmiedeeisernes Waffeleisen aus dem Bergischen Land, mehrere Kaffeekannen und ein historisches Werbeplakat für „Schilling Kaffee“ besichtigen.

Das Projekt wurde von Miriam Seyffarth durchgeführt

Copyright Foto: Miriam Seyffarth
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Saudi German Creative Week

In Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Tashkeil fand vom 13.-20. März 2015 die Saudi German Creative Week mit dem Schwerpunkt auf Möbeldesign statt. Katrin Sonnleitner und Wolf Jeschonnek, zwei renommierte Möbel- und Produktdesigner, besuchten Djidda und hielten für insgesamt 25 junge saudische Designer eine Woche lang insgesamt vier Workshops und zwei Vorträge. Das Projekt war ein besonderer Erfolg: Der saudische Arbeitsminister besuchte einen der Workshops, was zu einer immensen Presseberichterstattung in den arabischsprachigen saudischen Medien führte. Gleichzeitig konnten auch neue Kontakte, z.B. zum FabLab Arabia, geknüpft werden, und es fand ein intensiver interkultureller Austausch zwischen den deutschen und den saudischen Designern statt. Die Teilnehmenden waren teilweise sogar aus der weit entfernten Stadt Khobar und dem Nachbarstaat Bahrein angereist.

Das Projekt wurde von Miriam Seyffarth durchgeführt
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Urban Knitting-Projekt

Im Rahmen des jährlichen Design-Symposiums der Dar Al-Hekma Frauenuniversität fand vom 1.-4. März 2015 das Urban Knitting-Projekt statt. Die Künstlerin Jasna Strick gab einen dreitägigen Workshop mit 12 Teilnehmerinnen an der Universität und hielt im Rahmen des Symposiums vor ca. 300 Studentinnen und Professorinnen einen Vortrag, in welchem sie die Kunstform und Geschichte des Urban Knitting, also der Strickkunst im öffentlichen Raum, vorstellte. Die Studentinnen taten sich am Anfang schwer mit dem Stricken, entwickelten dann aber immer mehr Begeisterung und bestrickten schlussendlich in gemeinsamer Anstrengung einen ganzen Stuhl. Zu Jasna Strick entwickelten sie im Laufe des Workshops sehr schnell ein vertrauensvolles Verhältnis und informierten sich bei ihr umfangreich über das Leben in Deutschland und die deutsche Kultur.

Das Projekt wurde von Miriam Seyffarth durchgeführt
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Reinventing Asir

Die Wiederentdeckung und Wiederbelebung der einmaligen saudischen Architektur und Kunst in der südlichen Bergprovinz Asir wurde vom 18. Februar bis 5. März 2015 in einer Vielzahl von Veranstaltungen thematisiert, zunächst drei Tage im Bergdorf Al-Okaz in der Provinz Asir, danach in Djidda. Zwei deutsche Forscher, Professor Ulrike Freitag und Professor Andres Lepik, trugen mit Vorträgen zum Veranstaltungsprogramm in Al-Okaz bei. Insbesondere der auf Arabisch gehaltene Vortrag von Professor Freitag in Al-Okaz löste unter den zahlreichen anwesenden saudischen Bewohnern der umliegenden Dörfer große Begeisterung aus und war Gegenstand eines Zeitungsartikels in der Tageszeitung "Arab News".

Im Rahmen des Projektes wurde außerdem am 26. Februar 2015 in Anwesenheit von ca. 150 saudischen und internationalen Gästen in der Residenz der Generalkonsulin eine Ausstellung mit Fotos der deutschen Professorin Anna Klingmann aus Asir eröffnet, der französische Anthropologe Thierry Mauger hielt einen Vortrag über seine Forschungen in Asir. Dem Vortrag folgte eine sehr lebhafte und kontroverse Diskussion zwischen Mauger, Klingmann und dem Publikum über die Kunst in Asir.

Das Projekt wurde von Miriam Seyffarth durchgeführt
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Streetart und Graffiti Projekt in Djidda

In Zusammenarbeit mit Julian Fuchs vom Goethe-Institut Kairo wurde vom 9.-11. Februar 2015 mit dem deutschen Künstler Jens Besser ein Streetart-Projekt durchgeführt. Jens Besser leitete einen Workshop für junge saudische Künstler im neu eröffneten Streetart-Space „Inner Voices“ in der zentralen Altstadt von Djidda, am Folgetag fand ein Workshop mit saudischen Straßenkindern statt. Beteiligt waren die Athr-Galerie, das Graffiti-Zentrum Dhad und mehrere saudische Künstler aus Djidda. In zugleich begeisterter und vertrauter Atmosphäre schufen Jens Besser und die Künstler etliche Kunstwerke.

Das Projekt wurde von Miriam Seyffarth durchgeführt
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Ausstellung "Famous Arab and European Women in Science and Technology"

Ausgehend von der deutschen Ausstellung "Frauen in Naturwissenschaft und Technik" der FH Lübeck entstand in Zusammenarbeit mit der Dar Al-Hekma Frauenuniversität eine gemeinsame einwöchige Ausstellung. Die Studentinnen der Design-Fakultät entwarfen eigene Poster zu bemerkenswerten arabischen und muslimischen Frauen aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik aus verschiedenen Jahrhunderten und stellten diese gemeinsam mit den Postern zu den deutschen und europäischen Frauen an der Universität aus. Über die Eröffnung am 19. April 2015 wurde auch in der Tageszeitung "Saudi Gazette" berichtet. Das Projektziel, historische weibliche Vorbilder aus beiden Kulturen vorzustellen, stieß bei allen Partnern auf große Begeisterung.

Das Projekt wurde von Miriam Seyffarth durchgeführt