SPIELRAUM - Urbane Transformationen gestalten
Stadt Land Raum

SPIELRAUM - Urbane Transformationen gestalten

Mit dem interdisziplinären Programm fördern wir Wissenschaftler, die unsere Städte mit klugen Ideen fit für die Zukunft machen wollen.
Heute leben mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Städte sind zentraler Lebensraum und spielen damit für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Um als Lebensraum zu funktionieren, müssen Städte mehr bieten als Arbeit, Wohnraum und eine intakte Infrastruktur. Städte sind der Ort, an dem Menschen zusammenleben.

Wir vernetzen Vor- und Querdenker für dieses Zusammenleben in der Stadt der Zukunft, für Veränderungen unserer Verhaltens- und Lebensweisen, für soziale Innovationen. Wir möchten damit die aktuell sehr stark auf Technologie und Infrastruktur ("Smart City") ausgerichtete Forschung und Diskussion um andere Perspektiven bereichern.

Wir fördern mutige und kreative Forscher, die sich von anderen Wissenschaftlern, anderen Denk- und Herangehensweisen bereichern lassen - kurz: Forscher, die zusammen mehr erreichen wollen. Wir sprechen Wissenschaftler aus Disziplinen wie Architektur, Kunst oder Design ebenso an, wie Experten aus allen relevanten Bereichen der Natur- und Sozialwissenschaften. Sie alle können wertvolle Impulse für die Transformationsprozesse in unseren Städten geben.

Kontakt

Tina Stengele
Telefon 0711 46084-925
Kristina Maurer
Telefon 0711 46084-770
Unser Förderangebot im Überblick:
Start von SPIELRAUM war ein 24-Stunden-Workshop vom 27. bis 28. September 2016 im Spreespeicher in Berlin. Rund 90 Wissenschaftler entwickelten in interdisziplinären Teams gemeinsame Forschungsideen. In der anschließenden Prototyping-Phase arbeiten dreizehn Teams diese Ansätze mit einer Förderung weiter aus, um schließlich Impulse für gesellschaftliche Veränderungen in der Stadt der Zukunft zu geben.
Diese Forschungsideen haben es in die Prototyping-Phase geschafft:
2027: Tag der offenen Zukunft
Der "Tag der offenen Zukunft" bietet Menschen die Möglichkeit, einen Tag in ihrer Stadt im Jahr 2027 zu erleben. Neben den Stadtbewohnern sollen auch Vereine, Verbände sowie Kommunen angesprochen werden. Das wissenschaftlich begleitete Projekt bietet den verschiedenen Akteuren einen Raum, in dem sie gemeinsam ihre Zukunftsvisionen diskutieren und potenzielle Konfliktfelder identifizieren können. Darüber hinaus hat das Projekt zum Ziel, die entwickelten Szenarien mit Hilfe von Künstlern und Dramaturgen in erlebbare Formate zu übersetzen.
Die Offene Stadt
Die Idee einer "offenen Stadt" stellt die Ausprägung einer "offenen Gesellschaft" dar, die zum Beispiel durch das Hinterfragen scheinbarer Gewissheiten sowie das Bewusstsein für die eigene Fehlbarkeit geprägt ist. Das Team möchte diese Prinzipien nutzen, um theoretische wie praktische Herausforderungen der Stadtentwicklung zu identifizieren.

Das Projekt wirft einen systemischen Blick auf den städtischen Raum: Eine Stadt besteht aus den Dimensionen "gebaute Umwelt", "kulturelle Praktiken"‚ "Ökologie" und "Regelsysteme" ("Governance"). Ziel ist es, anhand eines Praxis-Beispiels aufzuzeigen, wie sich bestehende Städte innerhalb dieser vier Dimensionen zu "offenen Städten" entwickeln können.
Die Stadtmacher
"Stadtmacher" sind Menschen, die hoch engagiert in konkreten Projekten Städte verändern und weiterentwickeln. Im Rahmen dieses Projekts möchten die Wissenschaftler erforschen, wie Akteure vernetzt und gefördert werden können, um Synergieeffekte und soziale Innovationen im urbanen Raum zu fördern. Zusätzlich zu einer Online-Plattform sind weitere Module geplant, zum Beispiel ein Mentorenprogramm, das den Austausch zwischen erfahrenen und neuen "Stadtmachern" fördert.
Die suffiziente Stadt - Geringerer Ressourcenverbrauch mehr Lebensqualität
In den vergangenen Jahren erlebten gesellschaftliche Trends wie Repair-Cafés, Gemeinschaftsgärten oder Containern verstärkten Zuspruch. Diese Formate stehen für die Verbindung von einem sparsameren Ressourcenverbrauch mit einer erhöhten Lebensqualität. Das Projekt möchte die bereits bestehenden Bewegungen, die sich auf Einsparpotenziale von Energie und materiellen Gütern beziehen erforschen. Ziel des Projektteams ist es, mögliche Anwendungen dieser Trends auf eine suffizienz-orientierte Transformation der Stadt und der Stadtgesellschaft abzuleiten.
Gamification - Neue Wege für die Stadt
Das Projekt fokussiert auf das Thema "Mobilität" und konzentriert sich mit seiner Forschung auf Kinder und Jugendliche. Im Mittelpunkt steht eine digitale Anwendung (App) mit Gamification-Elementen. Diese ermöglicht den jungen Stadtbewohnern, ihr eigenes Mobilitätsverhalten zu erfassen. Die App soll als Grundlage für eine Diskussion über Veränderungen der Mobilitätsmuster dienen und den jungen Menschen die Möglichkeit geben, selbst Einfluss auf urbane Transformationsprozesse zu nehmen.
Land*Stadt Transformation - Integrierte Modelle für sozial-räumliche Innovationen
In dem Projekt wird die voranschreitende urbane Transformation mit Bezug zum ländlichen Raum betrachtet. Die meist getrennt voneinander erforschten Lebensräume Stadt und Land werden zusammengeführt und eine Vernetzung der Wissenschaftsfelder vorangetrieben.

Das Team möchte Aspekte in Stadt bzw. Land identifizieren, die auf den jeweils anderen Raum übertragbar sind und somit als Grundlage für zukünftige gesellschaftliche Innovationen dienen können. Dies soll anhand von realen Experimenten erforscht werden, die sich zum Beispiel auf die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung sowie Wohnen und Arbeiten beziehen.
Parklets next - Transformation von der Autostadt zur Menschenstadt
In vielen Städten wurden in den vergangenen Jahren Parkräume für einen begrenzten Zeitraum umgestaltet - sogenannte "Parklets" entstanden. Das Projekt möchte "Parklets" als Instrument der partizipativen Stadtteilentwicklung erforschen. Hierbei interessiert das Projektteam vor allem eine potentielle Rückeroberung des Straßenraums - die Transformation von der Autostadt zur Menschenstadt.
Partizipation reloaded. Methodenentwicklung und -erprobung im Kontext partizipativer Verfahren in der Stadtteilentwicklung
Das Projekt erforscht Partizipationsverfahren in urbanen Kontexten. Es hat zum Ziel, Instrumente und Methoden im Sinne von konsequent durchdachten Partizipationsverfahren zu entwickeln und zu erproben. Hierfür soll eine "Zuhör-Station" entworfen werden, die den Stadtbewohnern eine Anlaufstelle bietet, um ihre Sichtweise auf die Bedingungen im Stadtviertel zu artikulieren. Zusätzlich strebt das Projektteam einen Austausch mit lokalen Akteuren an, um die Einspeisung der Beteiligungsergebnisse in politische Prozesse zu unterstützen.
Produktion Stadt - Kleinteilige durchmischte Strukturen als Potenziale eines neuen urbanen Lebensmodells
Städte sind in sich divers: In industriellen Standorten zerfallen Teile der Infrastruktur während sich in anderen Stadtteilen ein aktives Leben entfaltet. Das Projektteam verfolgt die These, dass die Attraktivität der Stadt dort bewahrt wurde, wo sie als ein kompakter durchmischter Raum behutsam gestaltet wurde. Das Team möchte die Ursachen, Bedingungen und Konsequenzen dieser Prozesse erforschen und praktische Implikationen für zukünftige urbane Transformationen ableiten.
SenseTheCity - Instrumente für eine atmosphärische und affektive Wahrnehmbarkeit von Stadtraum
Emotionale und wahrnehmungsbezogene Stadterfahrungen gelten als wesentliche Bedingungen für soziales und kulturelles Handeln in der Stadt. Das Projekt hat zum Ziel, Kriterien und künstlerische Werkzeuge zu entwickeln, die das Erfassen, Erfahren und Verstärken emotionaler Wahrnehmung von urbanem Raum dokumentierbar und nutzbar machen. Hierfür möchte das Projektteam wissenschaftliches und alltägliches Erfahrungswissen gemeinsam nutzen, um innovative Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu erproben.
Stadt.Land.Partner
Die Projektgruppe widmet sich der Stadt-Land-Beziehung und verfolgt den Ansatz, dass Stadt und Land die zukünftigen Anforderungen nur partnerschaftlich bewältigen können. Das Projekt hat das Ziel, anhand von Feldstudien diese Partnerschaft auf unterschiedlichen Ebenen zu erforschen. So soll der Austausch zwischen Stadtquartieren, Kleinstädten und Dörfern gefördert werden. Zudem möchte das Team lebenswerte Aspekte im ländlichen und städtischen Raum identifizieren, die auf den jeweils anderen Raum übertragen werden können.
Transformation zu einer nachhaltigen und gemeinschaftsgetragenen urbanen Ökonomie
Um die sozio-ökonomische Nachhaltigkeit von Städten zu stärken, möchte das Projekt den Diskurs über die Verantwortung von Ökonomie und Unternehmertum vorantreiben sowie Gegenentwürfe zum bisherigen ökonomischen System entwickeln.

Das Projektteam erforscht, inwiefern Modelle wie die "Solidarische Landwirtschaft" auf andere Bereiche einer städtischen Ökonomie übertragbar sind und welche Wirkungen sie auf das räumliche und soziale Stadtgefüge entfalten.

Die Leitfragen des Teams sind: Kann eine "Community Supported Economy" entstehen, die auch solidarisches Handeln und das Gemeinwohl fördert? Wie würde diese nachhaltige, gemeinschaftsgetragene Wertschöpfungsform in einer Stadt aussehen?
Un/Common Ground - Vergemeinschaftung im urbanen Raum
Der städtische Raum fungiert als "gemeinsamer Grund" der Stadtgesellschaft. Die kontinuierlichen, gesellschaftlichen Transformationen wirken sich auf den urbanen Raum aus und können bei den Bewohnern zu Verunsicherung, Rückzug ins Private und Entfremdung gegenüber dem städtischen Raum führen.

Das Projektteam möchte diese Phänomene näher erforschen und Instrumente identifizieren, die den Entwicklungen entgegenwirken können. So sollen alle gesellschaftlichen Akteure gestärkt werden, um die Transformation der Stadtgesellschaft aktiv gestalten zu können.

Eindrücke des 24-Stunden Workshops

Tobias Bohm 
Die Hälfte der Teilnehmer nutzte das gute Wetter, um im Freien an ihren Visionen für das Leben in der Stadt der Zukunft zu arbeiten.