SPIELRAUM - Urbane Transformationen gestalten
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SPIELRAUM - Urbane Transformationen gestalten

Mit dem interdisziplinären Programm fördern wir Wissenschaftler, die unsere Städte mit klugen Ideen fit für die Zukunft machen wollen.
Lebensqualität gewinnt für die Stadt der Zukunft zunehmend an Bedeutung, denn bei der Transformation zur Nachhaltigkeit geht es nicht nur um Stadtgestaltung und Infrastruktur. Die Fragen nach einem guten Leben für alle Stadtbewohner, nach Teilhabe und Mitgestaltung rücken mehr und mehr ins Zentrum. Städte haben dafür einen großen Schatz: ihre Vielfalt und Diversität. Hieraus entsteht Diskussion, die Verhalten- und Lebensweisen verändert, unser Zusammenleben neu gestaltet, Graswurzelbewegungen mehrheitsfähig werden lässt und soziale Innovationen anstößt. Städte sind Nährboden für einen kreativen und erfinderischen Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft, in der urbanes Leben durch das Denken und Handeln der Menschen gestaltet wird.

Vor diesem Hintergrund ist es uns ein Anliegen,
  • die Transformationsdebatte mit neuen wissenschaftlichen Ansätzen voranzubringen,
  • ungewöhnliche Allianzen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern,
  • das Erkunden komplexer (unbekannter) Spielräume zu ermöglichen und dazu beizutragen, dass Visionäres entstehen kann,
  • die stark auf Technologie und Infrastruktur ("Smart City") ausgerichtete Forschung und Diskussion zur Stadt der Zukunft um andere Perspektiven zu bereichern.

Wir fördern mutige und kreative Forscher, die sich von anderen Wissenschaftlern, anderen Denk- und Herangehensweisen bereichern lassen - kurz: Forscher, die zusammen mehr erreichen wollen. Wir sprechen Wissenschaftler aus Disziplinen wie Architektur, Kunst oder Design ebenso an wie Experten aus allen relevanten Bereichen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften.

Unser 24-Stunden Workshop vom 11. bis 12. Dezember 2017 in Berlin ist der Beginn eines Wettbewerbs um ungewöhnliche Forschungsideen. Klingt interessant? Dann informieren Sie sich unter Bewerbung.

Unser Förderangebot im Überblick:
Die Idee

1 Raum. 100 Forscher. 24 Stunden Zeit gemeinsam Ideen zu spinnen.

Sie haben Ausdauer? Sie sind neugierig? Sie wollen Wissenschaftler mit ähnlichen Ideen kennenlernen? Sie wagen neue Partnerschaften mit Ihnen bisher unbekannten Forschern? Sie reizt das Experiment? Konkurrenz beflügelt Sie? Dann bewerben Sie sich für unseren 24-Stunden Workshop „SPIELRAUM – Urbane Transformationen gestalten“ am 11. und 12. Dezember 2017 in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung.

Der Workshop lädt Wissenschaftler aller Disziplinen zu neuen Allianzen ein. Er bietet Raum, damit in inter- und transdisziplinären Teams ungewöhnliche Ideen entstehen können. Ein Marktplatz am Ende der 24 Stunden macht alle Ideen sichtbar und nutzt die Expertise aller Teilnehmer für die Auswahl der zukunftsweisendsten Ideen. Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung können diese zu Forschungsanträgen weiterentwickelt werden (Prototyping). Bis zu drei Forschungsvorhaben haben nach Auswahl durch eine unabhängige Expertenjury dann die Chance auf eine Forschungsförderung. Insgesamt stehen rund 1 Million Euro zur Verfügung.

Wir suchen: Wissenschaftler, die sich für Fragen der Lebensqualität in der Stadt interessieren, für Partizipation und Gerechtigkeit, für Experimente und ein besseres Zusammenleben im öffentlichen Raum, für Fragen der soziokulturellen Identität und der Wirkmächtigkeit der Stadtbewohner.

Wir wollen: neue Antworten darauf, wie Menschen Verhaltens- und Lebensweisen verändern können, wie Städte und Kommunen dazu beitragen können dies zu unterstützen, und wie Stadtgesellschaften durch soziale Innovationen lebenswerter und nachhaltiger werden.

Wir bieten: ein innovatives Format, einen kreativen Rahmen für Begegnung und Austausch, Vernetzungsmöglichkeiten mit klugen Köpfen anderer Disziplinen, die Chance auf neue Partner, einen Wettbewerb, Fördermöglichkeiten für innovative Ideen.

Zum Bewerberportal

Bitte beachten Sie, dass am 24-Stunden Workshop maximal 100 Personen teilnehmen können und wir gegebenenfalls eine Auswahl vornehmen werden. Nutzen Sie das Bewerberportal, um uns Ihre Motivation zu skizzieren. Bewerbungsschluss ist der 11. Oktober.

Das Passwort lautet: Spielraum

Der Ablauf

Tag 1 - Montag 11. Dezember 2017

11.30   Ankommen und Check-In

12.00   Einstieg mit Speed-Dating zu ersten Forschungsideen

13.00   Mittagsimbiss und Raum für Vernetzung

13.45   Open Space zur Ideenkonsolidierung

14.30   Start der Gruppenphase

19:00   Boxenstop mit Abendessen

open end - die Menge des Schlafs bestimmen Sie selbst!

Tag 2 - Dienstag 12. Dezember 2017

ab 8.00 Fortsetzung der Gruppenphase

11.30   Marktplatz mit Ergebnispräsentation und Auswahl

13.30   Mittagsimbiss

14.30   Welche Ideen haben es in die Prototyping-Phase geschafft?

15.00   Nächste Schritte und Raum für Selbstorganisation in den Gruppen

16.00   Ende

Diese beiden Forschungsvorhaben haben sich 2016/17 im Wettbewerb der Ideen behauptet und unsere unabhängige Expertenjury überzeugt. Ab Herbst 2017 beginnt die Forschung:
Die geförderten Forschungsprojekte:
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Offene Stadt

Offenheit ist ein zentrales Thema aktueller gesellschaftlicher Debatten wenn es um Zugehörigkeit, Sicherheit oder Ressourcenverteilung geht. Diese Debatten werden gerade im städtischen Raum greifbar, weshalb Offenheit in der Stadtforschung eine wichtige Rolle spielt. Offenheit umfasst dabei drei miteinander verknüpfte Aspekte:
Mehr zu "Offene Stadt"
  • Offenheit von physischen Räumen
  • Offenheit sozialer, ökonomischer und ökologischer Systeme
  • Zukunftsoffenheit im Sinne einer zeitlichen Dimension

Das Vorhaben „Offene Stadt“ nimmt sich dieser drei Aspekte an und untersucht am Beispiel Berlins, welche neuen Zugänge, Strategien und Werkzeuge der Stadtentwicklung entstehen, wenn verschiedene Ansätze zur Offenheit von Stadt und Gesellschaft zusammengeführt werden.

Die grundlegende Frage ist: Welche Antworten bietet das Thema, wenn es systematisch in Stadtentwicklungsprozesse integriert wird? Die Forscher wollen Konzepte und Ansätze zu Offenheit von Stadt und Gesellschaft untersuchen, um damit den aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung zu begegnen und gleichzeitig offen für Entwicklungen in der Zukunft zu bleiben.

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Land*Stadt Transformation gestalten

Wenn über Lebensräume gesprochen wird, wird oft zwischen "der Stadt" und "dem Land" unterschieden. Diese Unterscheidung greift jedoch oft zu kurz, denn verschiedene Lebensräume und ihre Bewohner beeinflussen sich gegenseitig. Diese räumlichen und sozialen Zusammenhänge müssen für erfolgreiche urbane Transformationen berücksichtigt werden.
Mehr zu "Land*Stadt Transformation gestalten"
Das Vorhaben "Land*Stadt Transformation gestalten" entwickelt und testet mit dem Konzept der "transformativen Zelle" einen Ansatz, der darauf abzielt, Verknüpfungen von städtischen und ländlichen Regionen systematisch zu erfassen. Dieser Ansatz basiert auf einer Analyse von Strömen, zum Beispiel von Personen, Waren, Rohstoffen, Informationen, etc. Dadurch können für Transformationen relevante Akteure sowie deren Handlungs- und Veränderungspotenziale erkannt werden.

Das Konzept der transformativen Zelle wird anhand von vier Reallaboren gespiegelt und getestet. Außerdem wird ein Forschungscamp durchgeführt. Ausgesuchte Transformationsprojekte sollen dann die strenge Stadt-Land Dichotomie in unterschiedlichen Handlungsfeldern überwinden. Die Projektaktivitäten werden durch wissenschaftlich-künstlerische Forschungs- und Interventionsformate fortwährend begleitet und in diesem Rahmen reflektiert.
Weitere Forschungsideen aus der Prototyping-Phase 2016:
2027: Tag der offenen Zukunft
Der "Tag der offenen Zukunft" bietet Menschen die Möglichkeit, einen Tag in ihrer Stadt im Jahr 2027 zu erleben. Neben den Stadtbewohnern sollen auch Vereine, Verbände sowie Kommunen angesprochen werden. Das wissenschaftlich begleitete Projekt bietet den verschiedenen Akteuren einen Raum, in dem sie gemeinsam ihre Zukunftsvisionen diskutieren und potenzielle Konfliktfelder identifizieren können. Darüber hinaus hat das Projekt zum Ziel, die entwickelten Szenarien mit Hilfe von Künstlern und Dramaturgen in erlebbare Formate zu übersetzen.
Die Stadtmacher
"Stadtmacher" sind Menschen, die hoch engagiert in konkreten Projekten Städte verändern und weiterentwickeln. Im Rahmen dieses Projekts möchten die Wissenschaftler erforschen, wie Akteure vernetzt und gefördert werden können, um Synergieeffekte und soziale Innovationen im urbanen Raum zu fördern. Zusätzlich zu einer Online-Plattform sind weitere Module geplant, zum Beispiel ein Mentorenprogramm, das den Austausch zwischen erfahrenen und neuen "Stadtmachern" fördert.
Die suffiziente Stadt - Geringerer Ressourcenverbrauch mehr Lebensqualität
In den vergangenen Jahren erlebten gesellschaftliche Trends wie Repair-Cafés, Gemeinschaftsgärten oder Containern verstärkten Zuspruch. Diese Formate stehen für die Verbindung von einem sparsameren Ressourcenverbrauch mit einer erhöhten Lebensqualität. Das Projekt möchte die bereits bestehenden Bewegungen, die sich auf Einsparpotenziale von Energie und materiellen Gütern beziehen erforschen. Ziel des Projektteams ist es, mögliche Anwendungen dieser Trends auf eine suffizienz-orientierte Transformation der Stadt und der Stadtgesellschaft abzuleiten.
Gamification - Neue Wege für die Stadt
Das Projekt fokussiert auf das Thema "Mobilität" und konzentriert sich mit seiner Forschung auf Kinder und Jugendliche. Im Mittelpunkt steht eine digitale Anwendung (App) mit Gamification-Elementen. Diese ermöglicht den jungen Stadtbewohnern, ihr eigenes Mobilitätsverhalten zu erfassen. Die App soll als Grundlage für eine Diskussion über Veränderungen der Mobilitätsmuster dienen und den jungen Menschen die Möglichkeit geben, selbst Einfluss auf urbane Transformationsprozesse zu nehmen.
Parklets next - Transformation von der Autostadt zur Menschenstadt
In vielen Städten wurden in den vergangenen Jahren Parkräume für einen begrenzten Zeitraum umgestaltet - sogenannte "Parklets" entstanden. Das Projekt möchte "Parklets" als Instrument der partizipativen Stadtteilentwicklung erforschen. Hierbei interessiert das Projektteam vor allem eine potentielle Rückeroberung des Straßenraums - die Transformation von der Autostadt zur Menschenstadt.
Partizipation reloaded. Methodenentwicklung und -erprobung im Kontext partizipativer Verfahren in der Stadtteilentwicklung
Das Projekt erforscht Partizipationsverfahren in urbanen Kontexten. Es hat zum Ziel, Instrumente und Methoden im Sinne von konsequent durchdachten Partizipationsverfahren zu entwickeln und zu erproben. Hierfür soll eine "Zuhör-Station" entworfen werden, die den Stadtbewohnern eine Anlaufstelle bietet, um ihre Sichtweise auf die Bedingungen im Stadtviertel zu artikulieren. Zusätzlich strebt das Projektteam einen Austausch mit lokalen Akteuren an, um die Einspeisung der Beteiligungsergebnisse in politische Prozesse zu unterstützen.
Produktion Stadt - Kleinteilige durchmischte Strukturen als Potenziale eines neuen urbanen Lebensmodells
Städte sind in sich divers: In industriellen Standorten zerfallen Teile der Infrastruktur während sich in anderen Stadtteilen ein aktives Leben entfaltet. Das Projektteam verfolgt die These, dass die Attraktivität der Stadt dort bewahrt wurde, wo sie als ein kompakter durchmischter Raum behutsam gestaltet wurde. Das Team möchte die Ursachen, Bedingungen und Konsequenzen dieser Prozesse erforschen und praktische Implikationen für zukünftige urbane Transformationen ableiten.
SenseTheCity - Instrumente für eine atmosphärische und affektive Wahrnehmbarkeit von Stadtraum
Emotionale und wahrnehmungsbezogene Stadterfahrungen gelten als wesentliche Bedingungen für soziales und kulturelles Handeln in der Stadt. Das Projekt hat zum Ziel, Kriterien und künstlerische Werkzeuge zu entwickeln, die das Erfassen, Erfahren und Verstärken emotionaler Wahrnehmung von urbanem Raum dokumentierbar und nutzbar machen. Hierfür möchte das Projektteam wissenschaftliches und alltägliches Erfahrungswissen gemeinsam nutzen, um innovative Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu erproben.
Stadt.Land.Partner
Die Projektgruppe widmet sich der Stadt-Land-Beziehung und verfolgt den Ansatz, dass Stadt und Land die zukünftigen Anforderungen nur partnerschaftlich bewältigen können. Das Projekt hat das Ziel, anhand von Feldstudien diese Partnerschaft auf unterschiedlichen Ebenen zu erforschen. So soll der Austausch zwischen Stadtquartieren, Kleinstädten und Dörfern gefördert werden. Zudem möchte das Team lebenswerte Aspekte im ländlichen und städtischen Raum identifizieren, die auf den jeweils anderen Raum übertragen werden können.
Transformation zu einer nachhaltigen und gemeinschaftsgetragenen urbanen Ökonomie
Um die sozio-ökonomische Nachhaltigkeit von Städten zu stärken, möchte das Projekt den Diskurs über die Verantwortung von Ökonomie und Unternehmertum vorantreiben sowie Gegenentwürfe zum bisherigen ökonomischen System entwickeln.

Das Projektteam erforscht, inwiefern Modelle wie die "Solidarische Landwirtschaft" auf andere Bereiche einer städtischen Ökonomie übertragbar sind und welche Wirkungen sie auf das räumliche und soziale Stadtgefüge entfalten.

Die Leitfragen des Teams sind: Kann eine "Community Supported Economy" entstehen, die auch solidarisches Handeln und das Gemeinwohl fördert? Wie würde diese nachhaltige, gemeinschaftsgetragene Wertschöpfungsform in einer Stadt aussehen?
Un/Common Ground - Vergemeinschaftung im urbanen Raum
Der städtische Raum fungiert als "gemeinsamer Grund" der Stadtgesellschaft. Die kontinuierlichen, gesellschaftlichen Transformationen wirken sich auf den urbanen Raum aus und können bei den Bewohnern zu Verunsicherung, Rückzug ins Private und Entfremdung gegenüber dem städtischen Raum führen.

Das Projektteam möchte diese Phänomene näher erforschen und Instrumente identifizieren, die den Entwicklungen entgegenwirken können. So sollen alle gesellschaftlichen Akteure gestärkt werden, um die Transformation der Stadtgesellschaft aktiv gestalten zu können.

Eindrücke des 24-Stunden Workshops

Tobias Bohm 
Die Hälfte der Teilnehmer nutzte das gute Wetter, um im Freien an ihren Visionen für das Leben in der Stadt der Zukunft zu arbeiten.
Kristina Maurer
Telefon 0711 46084-770
Tina Stengele
Telefon 0711 46084-925