PORT Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung

Studienreise Kanada

Im April 2016 machte sich eine 23-köpfige Reisegruppe bestehend aus Vertretern der PORT-Initiativen und der PORT-Jury ebenso wie aus Versorgungswissenschaftlern, Journalisten und Vertretern der Robert Bosch Stiftung auf den Weg nach Kanada, um Einblicke in Konzepte und Umsetzung ausgewählter Versorgungsmodelle in ländlichen und strukturschwachen Regionen Ontarios zu geben, die auch für die Weiterentwicklung der Versorgung in Deutschland inspirierend sind. Den Vertretern der PORT-Initiativen gaben die besuchten Einrichtungen Anregungen für die Entwicklung ihrer lokalen Zentren in Deutschland.

Ziel und Hintergrund der Reise

Die Gesundheitsversorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen stellt auch in Ontario/Kanada ein bedeutsames Thema dar. Denn nicht nur die schwierige geografische und infrastrukturelle Ausgangslage, auch die rasante demografische Alterung in diesen Regionen ist herausfordernd für die Versorgungsgestaltung. Hinzu kommen zunehmende regionale Unterschiede durch die Konzentration von sozialen und gesundheitlichen Problemlagen der Bevölkerung in einigen städtischen und ländlichen Regionen. Gefordert sind bedarfsgerechte, regional differenzierte Antworten seitens des Versorgungssystems, die den vielfältigen und komplexen gesundheitlichen Bedarfslagen in der Bevölkerung angemessen begegnen und zur Gesundheitserhaltung in allen Lebenslagen und -phasen beitragen. Angestoßen durch das Ministerium für Gesundheit und Langzeitversorgung wurden in Ontario in den letzten Jahren Versorgungmodelle für den ländlichen Raum politisch forciert und ausgebaut. Aufgrund der dezentralen Verantwortung für gesundheitliche und soziale Infrastruktur sind daraus regional differenzierte Ansätze erwachsen, die einen reichhaltigen Fundus für Innovationen darstellen, aber auch Schwierigkeiten der Versorgung ländlicher und strukturschwacher Regionen zeigen. Ziel der Studienreise war es, Einblicke in Konzepte und Umsetzung ausgewählter Versorgungsmodelle in ländlichen und strukturschwachen Regionen Ontarios zu geben, die auch für die Weiterentwicklung der Versorgung in Deutschland inspirierend sind. Denn auch in Deutschland stehen wir vor ganz ähnlichen Voraussetzungen und daher werden innovative Wege für die ländliche Gesundheitsversorgung von morgen benötigt. Im Mittelpunkt der Reise standen Modelle der Primärversorgung und der stationären Akutversorgung sowie integrierte Versorgungsstrukturen. Die Reiseplanung basierte auf Erfahrungen, die während zwei Exkursionen zur Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen in Ontario/Kanada vom Institut für Pflegewissenschaft der Universität Bielefeld (unter Leitung von Prof. Dr. Doris Schaeffer) und in Kooperation mit Prof. Dr. Michael Ewers von der Charité – Universitätsmedizin Berlin gesammelt wurden.

Quelle: Itinar im Rahmen des durch die Robert Bosch Stiftung geförderten Projekts „Analyse internationaler Modelle regional differenzierter kommunaler Gesundheitsversorgung und –planung“ von Schaeffer D / Hämel K / Ewers M.

Für alle Interessierten gibt es hier die Powerpoint-Präsentationen zu einzelnen Vorträgen.
Guelph Community Health Centre
Primary Care Integration Strategy
Gayle Seddon, Director, Community Programs Toronto Central Community Care Access Centre
eHealth in Canada
Karen Gilberg

Bildergalerie

Fotos: Wei Jia Ni 
Die Teilnehmer der PORT-Studienreise vor dem Toronto East General Hospital.