Pressemeldungen 2016
Pressemitteilung

Werkzeugkasten für nachhaltige Energiepolitik - Robert Bosch Juniorprofessur "Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" geht an Ökonom

  • Dr. Oliver Schenker forscht zu Umwelt- und Klimaökonomie, internationalem Handel und Wirtschaftswachstum
  • Ausschreibung der Robert Bosch Juniorprofessur 2017

Stuttgart, 11. April 2016 - Der Umwelt- und Ressourcen-Ökonom Dr. Oliver Schenker erhält die Robert Bosch Juniorprofessur 2016. Ab Juni wird Schenker eine Arbeitsgruppe an der Frankfurt School of Finance & Management und dem daran angeschlossenen Frankfurt School - UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance leiten. In seinem Forschungsprojekt beschäftigt sich Schenker mit komplexen Gleichgewichtsmodellen, die es Entwicklungsländern ermöglichen sollen, langfristig nachhaltige Energiesysteme zu etablieren. Dafür stellt die Robert Bosch Stiftung über fünf Jahre eine Million Euro zur Verfügung.

Das gegenwärtige Modell der Weltwirtschaft beruht auf der Übernutzung natürlicher Ressourcen. Und der Bedarf an Rohstoffen steigt weiter: Noch immer lebt mehr als eine Milliarde Menschen ohne Elektrizität. Um der wachsenden Nachfrage nachkommen zu können, sind weltweit mehr als 2.000 neue Kohlekraftwerke geplant. Länder, die stattdessen auf nachhaltige Energiepolitik setzen wollen, stoßen in der Realität schnell an Grenzen. Häufig scheitern die Vorhaben an Wechselwirkungen zwischen geplanten umweltpolitischen Maßnahmen, bestehenden rechtlichen Regelungen und dem makroökonomischen Umfeld. Im Rahmen seiner Juniorprofessur will Oliver Schenker deshalb Gleichgewichtsmodelle entwickeln, die diese Faktoren berücksichtigen und politische Instrumente wie Emissionshandel, Technologieförderung oder Subventionen für fossile Brennstoffe mit abbilden. Die Ergebnisse seiner Forschung sollen der Politik eine fundierte Entscheidungsgrundlage bieten und dabei helfen, Handlungsalternativen zu bewerten und abzuwägen.

Dr. Oliver Schenker studierte Ökonomie an der Universität Bern und promovierte dort zum Thema "International Trade Spillovers and Vague Politicians: On the Assessment of Climate Impacts and Policies". Aktuell koordiniert der gebürtige Schweizer am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim den Forschungsschwerpunkt "Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement".

Mit der Robert Bosch Juniorprofessur "Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" möchte die Robert Bosch Stiftung die Nachhaltigkeitswissenschaft in Deutschland stärken. Sie wird seit 2008 jährlich ausgeschrieben. Vorsitzender des Beirats und Auswahlgremiums ist Professor Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Direktor des UN-Umweltprogramms a.D.

Ab sofort können sich Wissenschaftler aus allen Ländern und Disziplinen um die Robert Bosch Juniorprofessur 2017 bewerben. Die Auszeichnung umfasst 1 Million Euro für fünf Jahre zum Aufbau einer eigenständigen Forschergruppe an einer deutschen Universität oder Forschungsinstitution. Das Forschungsvorhaben muss im Themenbereich der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen angesiedelt und anwendungsorientiert sein. Es soll zur Lösung drängender Umweltprobleme beitragen, die besondere Relevanz für Entwicklungs- oder Transformationsländer haben. Die Erkenntnisse sollen einen Beitrag leisten zu den Zielen nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen, den sogenannnten Sustainable Development Goals. Die Bewerbungsfrist endet am 2. Mai  2016.