Pressemeldungen 2016
Pressemitteilung

Für eine bessere Versorgung vor Ort - Robert Bosch Stiftung startet neues Programm für lokale Gesundheitszentren

  • Acht Initiativen aus Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein für Konzeptionsphase ausgewählt

Stuttgart, 30. März 2016 - Mit dem neuen Programm "PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung" unterstützt die Robert Bosch Stiftung ab sofort acht Initiativen, die in den kommenden Monaten Konzepte für lokale Gesundheitszentren entwickeln. Die künftigen PORT-Zentren sollen die umfassende Grundversorgung der Bevölkerung in einer Region gewährleisten und eine bessere Versorgung von chronisch kranken Menschen aus einer Hand ermöglichen.

Die angemessene Versorgung chronisch kranker Menschen ist eine der zentralen Herausforderungen des Gesundheitswesens. Bereits heute werden über 75 Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland für die Behandlung chronisch Kranker benötigt. In den kommenden Jahren wird die Zahl der chronisch und mehrfach erkrankten Menschen weiter zunehmen. Gleichzeitig stehen weniger Gesundheitsfachkräfte zur Verfügung, vor allem in strukturschwachen Regionen.

Erfolgreiche Beispiele in Ländern wie Kanada oder Schweden zeigen, dass lokale Gesundheitszentren den komplexen Versorgungsbedarf von chronisch kranken Menschen auffangen und die Primärversorgung mit abdecken können. An diesen Vorbildern orientieren sich die künftigen PORT-Zentren. Sie sollen multiprofessionelle Teams aus den Gesundheits- und Sozialberufen unter einem Dach zusammenbringen und dadurch neue Kooperationsformen etablieren, die Patienten eine kontinuierliche und auf sie abgestimmte Behandlung ermöglichen. Dabei sollen auch neue Chancen wie eHealth genutzt und die Eigenverantwortung der Patienten gestärkt werden.

"Jetzt ist die Zeit, in der wir Änderungen einleiten müssen, um auch künftig eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Menschen in Deutschland sicherzustellen", sagt Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Bereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung. "Im OECD-Vergleich liegt Deutschland mit der Anzahl potenziell vermeidbarer Krankenhausaufenthalte bei chronischen Erkrankungen leider deutlich über dem Durchschnitt. Mit dem Programm PORT wollen wir Impulse setzen für eine Neuausrichtung der ambulanten Versorgung, für eine verbesserte und zukunftsfähige Versorgungsqualität. Wir freuen uns sehr, dass wir mutige Pioniere gefunden haben, die diese Aufgabe gemeinsam mit uns angehen wollen."

Die acht Initiativen wurden aus rund 60 Bewerbungen ausgewählt. Sie werden in den kommenden Monaten mit jeweils bis zu 50.000 Euro unterstützt und inhaltlich bei der Konzeptentwicklung begleitet. Eine Studienreise zu vorbildlichen Einrichtungen in Kanada findet bereits im April statt.

Aus den erarbeiteten Konzepten wird eine Expertenjury Anfang 2017 bis zu 4 Vorschläge auswählen, die in den folgenden fünf Jahren mit Unterstützung der Stiftung als modellhafte PORT-Gesundheitszentren umgesetzt werden.

Zu den acht Initiativen gehören (nach Bundesländern)

  • Landkreis Calw, Baden-Württemberg
  • Eberhard Karls Universität , Tübingen, Baden-Württemberg
  • Kur + Reha GmbH, Freiburg, Baden-Württemberg
  • Gesundheitskollektiv Berlin e.V., Berlin
  • Landkreis Waldeck-Frankenberg, Korbach, Hessen
  • GesundheitsVersorgungsKooperation Oberzent e.V., Beerfelden, Hessen
  • Otto-von-Guericke-Universität , Magdeburg, Sachsen-Anhalt
  • Gemeinde Büsum, Schleswig-Holstein

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-290