Das Traineeprogramm als Einstieg in die Stiftungswelt

Anne Burghardt berichtet
  • Anne Burghardt war von Oktober 2014 bis September 2016 Trainee und ist heute Referentin der Geschäftsführung.


Meine Bewerbung

Meine erste Berufserfahrung direkt nach dem Studium sammelte ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Jena. In dieser Zeit wurde ich auf das Traineeprogramm aufmerksam und war sofort Feuer und Flamme. Denn mit einigen Themen der Stiftungsarbeit war ich bereits vertraut und sie liegen mir besonders am Herzen. Dies hängt sowohl mit meinem deutsch-französischen Bachelor im Bereich Interkulturelle Europa- und Amerikastudien und meinem Master im Fach Interkulturelle Personalentwicklung und Kommunikationsmanagement zusammen als auch mit Praktika, Ehrenamt und meinem europäischen Freiwilligendienst in einem Kunst- und Kulturzentrum für Erwachsene mit intellektuell-kognitiver Beeinträchtigung in Belgien. Am Programm reizte mich als „Generalistin“ von Anfang an die inhaltliche Vielfalt. Nach der Bewerbung absolvierte ich ein zweistufiges Auswahlverfahren, das aus einem Telefoninterview und einem eintägigen Assessment-Center bestand.

Meine Stationen in der Stiftung

Der 1. Oktober 2014 war mein erster Arbeitstag. Ich startete im Bereich "Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn", wo ich die Chance hatte, die inhaltliche Neuorientierung beim Thema "Internationale Bildung" mitzugestalten. Ich machte Recherchen, identifizierte Netzwerke, suchte mögliche Partner, bereitete Treffen vor und nahm an diesen teil. Dabei durfte ich Prozesse nicht nur begleiten, sondern arbeitete richtig mit. Das war ein tolles Gefühl. Die zweite größere Aufgabe hatte eher konzeptionellen Charakter. Ich beschäftigte mich damit, wie der Ideenwettbewerb "On y va – auf geht’s – let’s go", mit dem die Stiftung bürgerschaftliches Engagement über Ländergrenzen hinweg fördert, weiterentwickelt werden kann. Meine Ideen wurden aufgenommen, offen diskutiert und auch umgesetzt.

Es folgten Stationen in Berlin und bei den Stabsstellen. Dort erhielt ich Einblicke in den Alltag derjenigen Kollegen, die dafür sorgen, dass auch alles rund um die unmittelbare Fördertätigkeit gut funktioniert wie z. B. Medienarbeit, Veranstaltungsmanagement, Personalarbeit oder Controlling.

Meine zweite längere Phase in der Projektförderung führte mich ins Team des Deutschen Schulpreises (Themenbereich Bildung). Hier kam ich in die Phase direkt nach der Preisverleihung und wurde in die neue Bewerbungsrunde und den Auswahlprozess eingebunden. Aber ich war auch im „Büroalltag“ aktiv, bearbeitete Mittelabrufe und Rechnungen oder gestaltete Verträge mit externen Dienstleistern.

Meine externe Zeit

Während die internen Stationen für Trainees zentral geplant sind, ist man bei der Wahl des externen Einsatzortes frei. Ich entschied mich für die Bürgerstiftung in New Orleans. Sie ist sowohl inhaltlich (Bildung, Sicherheit, Umweltschutz, Organisationsentwicklung) als auch mit Blick auf ihre Angebote (Workshops, Stipendien, Netzwerke) breit aufgestellt. Die USA begleiten mich seit Beginn des Studiums, und ich nutzte die Chance, den direkten Zugang zum Non-Profit-Bereich dort zu bekommen. Drei Monate lang war ich voller Leidenschaft mitten drin und erlebte mit dem "GiveNola Day", dem örtlichen Zweig von "Give Local America", etwas Außergewöhnliches. Da an diesem 24-stündigen Online-Spendentag landesweit die Technik ausfiel, mussten wir an acht Bürotelefonen und in unzähligen E-Mails zwei Wochen lang die Spender kontaktieren. Vom Chef bis zur Assistentin packten alle an, sodass wir trotz der widrigen Umstände 4 Millionen Dollar für über 700 Non-Profit-Organisationen sammeln konnten.

Mein Fazit

Als Trainee fand ich stets ein offenes Ohr für meine Belange, in manchen Abteilungen hatte ich sogar einen Mentor zur Seite. Die Atmosphäre war immer kollegial und ich gehörte gleichberechtigt zum jeweiligen Team. Ich erhielt von Anfang an Aufgaben, die ich selbstständig ausführte. Wer das Traineeprogramm absolviert, wird wirklich gefordert und lernt sehr viel. Was man davon mitnimmt, hängt maßgeblich vom eigenen Engagement ab. Mit Motivation und dem Mut, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern, ist vieles möglich. Ich rate zukünftigen Trainees, sich darauf ganz bewusst einzulassen; es lohnt sich!