Pressemeldungen 2016
Pressemitteilung

Esther Kinsky und Uljana Wolf mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet

München, 3. März 2016 – Die Robert Bosch Stiftung hat heute in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz den 32. Adelbert-von-Chamisso-Preis verliehen: Die Schriftstellerinnen und Übersetzerinnen Esther Kinsky und Uljana Wolf erhalten beide den mit je 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung.

Esther Kinsky wird für ihr bisheriges Gesamtwerk geehrt, insbesondere für ihren Roman "Am Fluss" (Matthes & Seitz 2014). Mit ihrem Werk habe sie sich "als sprachsensible Beobachterin menschlicher Existenz im 21. Jahrhundert erwiesen", so die Jury. Esther Kinsky fasse "die Gefährdungen und die Schönheit eines durch und durch interkulturell geprägten Daseins in betörende Sprachbilder." Laudatorin Katharina Raabe stellte heraus: "Hier liegt ein Werk vor, das einen Verdichtungsprozess dokumentiert. Diese Autorin hat Sätze und Verse geschrieben, von einer Schönheit, dass man sich fragt, wer es ihr in der deutschen Gegenwartsliteratur gleichtun könnte."

Uljana Wolf erhält den Chamisso-Preis für ihr bisheriges Gesamtwerk, insbesondere für ihren Lyrikband "Meine schönste Lengevitch" (kookbooks 2013). "Ihre Annäherungen an das Fremde durch spielerische Reflexion sprachlich vermittelter Realität sind gelungene Beispiele für eine zukunftsweisende kosmopolitische Literatur", urteilt die Jury. Michael Braun unterstrich in seiner Laudatio: "Ins Lot kommt in diesen Spracherkundungen nichts, nichts ist erstarrt, alles bleibt in Bewegung, in Gegenbewegung. Und für diese Bewegung, für diesen Unruhezustand des Poetischen, in der uns jedes Wort alarmiert, erhält Uljana Wolf heute den Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung."

Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, Uta-Micaela Dürig: "Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung seit 1985 herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache." Mit diesem Akzent ist der Preis der einzige seiner Art in Deutschland.

Beide Schriftstellerinnen sind in Deutschland aufgewachsen. Sie wurden dennoch von den Migrationserfahrungen der Eltern und Großeltern geprägt, die sie in ihren Texten verarbeiten.

Die ausgezeichneten Autorinnen erhalten mit der Preisverleihung eine umfassende Begleitförderung: Lesereisen, Auftritte und die Teilnahme an Schreibwerkstätten in Schulen werden von der Stiftung unterstützt.

Das Rahmenprogramm des Festakts wurde gestaltet von den Künstlerinnen Antje Jetzky und Petra Stransky, dem Gitarristen und Maler Ulrich Wedlich sowie dem Querflötisten Botond Rab. Durch den Abend führte Katty Salié vom Kulturmagazin ZDF aspekte.

Am Freitag, 4. März, 20 Uhr, lesen die Preisträgerinnen im Literaturhaus München aus ihren Werken.

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-290
Susanne Meierhenrich
Telefon +49(0)171 742 17 17
Telefax +49(0)8121 224 09 26