Grenzgänger Europa und seine Nachbarn

Rainer Schildberger

Rainer Schildberger wurde 1958 in Berlin geboren. Er studierte Geschichte, Sport und Musik in Darmstadt, Berlin und Los Angeles und arbeitet heute als Feature- und Hörspielautor, Lektor und Schreiblehrer. 1998 erhielt er das Alfred-Döblin-Stipendium.

Literarische Veröffentlichungen:
  • "Der Einflüsterer" Roman (dahlemer verlagsanstalt 2002)
  • "Wo der Himmel redet. An heiligen Orten Europas." (Herder Verlag 2004)
  • "Ein Sonntag zuviel" Erzählungen (dahlemer verlagsanstalt 2011)
  • "Brandschatz" Romanmosaik (Hrsg.) (dahlemer verlagsanstalt 2014)
Ingredients of Democracy - Der Traum von einem neuen Griechenland

Pavlos Georgiadis (34) und Stephania Xydia (28) sind Abenteurer im eigenen Land. Ohne Krankenversicherung und Aussicht auf Rente. Sie umarmen das Chaos und erfinden die Demokratie neu. Sie wissen, die Menüs der korrupten Eliten schmecken nicht länger. Sie sagen: Unser Land ist fruchtbar. Jeder kann an der neuen Speisekarte mitwirken. Die Zutaten: Mut, Phantasie und vor allem Beharrlichkeit. Denn die falschen Köche regieren noch immer. Wir brauchen neue Köche, die wissen, was unverdorben ist: einen Minister für Geschmack und Rezepte, in denen auch das, was nicht den EU-Normen entspricht, in den Topf kommt.

Produktion: rbb/DLF 2016
Regie: Friedrike Wigger
Ton: Kaspar Wollheim und Wencke Decker
Länge: 54'30
Redaktion: Gabriela Hermer
Erstausstrahlung: 8.Juni 2016 um 22:04 Uhr im rbb-Kulturradio 92,4
Die Recherche in Griechenland erfolgte zwischen Ende September und Mitte November 2015 und umfasste Reisen in alle Landesteile, sowie einen längeren, schwerpunktmäßigen Aufenthalt in Athen.

Zentral war die Begleitung der Protagonisten Pavlos Georgiadis und Stephania Xydia über mehrere Wochen –  sowohl im Alltag, als auch bei ihrer politischen Tätigkeit, konkreten Aktionen, wie z.B. einer öffentlichen Speisung von 5000 Menschen aus Lebensmittelrresten, und vielem mehr. Dieser direkte und zum Teil auch sehr private Kontakt mit den Protagonisten prägt Ton und Inhalt des Stückes und hat auch die Figur des Ich-Erzählers inspiriert.

Wichtig für die Entstehung des Features war die Abkehr von der ursprünglichen Idee, ein Stück über die griechische Krise zu machen, hin zu dem Gedanken, Visionen von einem besseren Land in den Blick zu nehmen. Diese Veränderung des Fokus ergab sich aus einer ersten, eher zufälligen Begegnung mit den späteren Protagonisten auf einer Fähre nach Piräus im Frühjahr 2015, ein halbes Jahr vor Beginn der eigentlichen Recherche. Dort wurde die Idee zu diesem Hörfunkfeature geboren.