Grenzgänger Europa und seine Nachbarn

Jens Mühling:

Jens Mühling, geboren 1976 in Siegen, arbeitete zwei Jahre lang für die "Moskauer Deutsche Zeitung", seit 2005 ist er Redakteur des Berliner "Tagesspiegels". Seine Reportagen und Essays über Osteuropa wurden mehrfach ausgezeichnet, sein erstes Buch "Mein russisches Abenteuer" wurde unter dem Titel "A Journey into Russia" ins Englische übersetzt und war in Großbritannien für den Dolman Travel Book Award nominiert.
Schwarze Erde – Eine Reise durch die Ukraine

"Schwarze Erde" ist die Erzählung einer Reise, die Jens Mühling räumlich und zeitlich durch die Ukraine führt. Aus persönlicher Perspektive macht er das Land für den Leser geografisch wie geschichtlich erfahrbar. "Schwarze Erde" erkundet die gesamte Ukraine: von den polnischen Grenzgebieten im äußersten Westen des Landes zu den Gebirgszügen der Karpaten, von der südlichen Schwarzmeerküste in die zentralukrainischen Steppengebiete, von den Ufern des Dnjeprs zu den umkämpften Gebieten der östlichen Donbass-Region. Mühling macht die Hintergründe des Konflikts spürbar, besucht Orte und begegnet Menschen, deren Schicksal prägnant für die historische und bis heute anhaltende Identitätssuche des Landes ist – und lässt so Geschichte lebendig werden.

Schwarze Erde – Eine Reise durch die Ukraine
Rowohlt 2016, 288 Seiten, ISBN-Nr. 3498045342

Weitere Informationen

Bildergalerie

Schehyni, Grenzkorridor
Lwiw, Iwan-Mamtschur
Dilowe, geografischer Mittelpunkt Europas
Rachiw, Huzulen Fest
Tscherniwzi, jüdischer Friedhof
Kalyniwka, Lenin-Sockel
Uman, jüdische Neujahrsfeier
Odessa, Bahnhof
Sewastopol, griechische Ruinen
Simferopol, Lenin-Denkmal
Donbass, Grabskulptur in der Steppe
Donbass, Heimatkundemuseum Donezk
Milowe, Straße der Völkerfreundschaft
Ukraine, 1. September bis 31. Oktober 2015

Zwei Monate lang bin ich im Herbst 2015 kreuz und quer durch die Ukraine gereist, mit dem Ziel, das Land in Form einer literarischen Reisereportage zu porträtieren. Ausschlaggebend war meine vorhergehende journalistische Beschäftigung mit den militärischen Auseinandersetzungen auf der Krim und im Donbass, die mir das Gefühl gaben, das Land nur ansatzweise zu begreifen. Ich wollte näher ran, tiefer rein. Viele geplante und noch mehr ungeplante Begegnungen mit Nationalisten und Altkommunisten, Krimtataren, Volksdeutschen, Kosaken, Schmugglern, Archäologen und Soldaten halfen mir dabei, die Ukraine in all ihrer Vielfalt und Widersprüchlichkeit kennenzulernen.