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Ein Wanderer zwischen zwei Welten

Das Werk des diesjährigen Adelbert-von-Chamisso-Preisträgers Sherko Fatah ist ein eindrückliches Beispiel für die durch Kulturwechsel bereicherte deutschsprachige Literatur. Die Vatersprache des Schriftstellers ist das Kurdische, seine Heimat Berlin. Bei einem Besuch in Stuttgart las Fatah aus seinem aktuellen Roman "Der letzte Ort", der eindringliche Innenansichten des Iraks beschreibt.

Fatah erzählt von einem deutschen Aussteiger, der zusammen mit seinem Übersetzer im Irak entführt wird. Die Extremsituation zwingt die beiden Protagonisten zum Dialog - immer im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz, Vertrautheit und Fremdheit.

In seinem pointierten literarischen Thriller über Freundschaft und Verrat in Zeiten von Entführungen und islamistischem Terror beweist der Autor ein hellsichtiges Gespür für die Entwicklungen in der Arabischen Welt. Im Gespräch mit Moderator Wolfgang Niess stand daher nicht nur sein Roman im Mittelpunkt, sondern auch seine Einschätzung der Situation im Nahen Osten sowie sein persönlicher Bezug zur Region. Der Abend wurde musikalisch umrahmt vom Duo con Animo, Birgit Maier-Dermann (Querflöte) und Günther Schwarz (Gitarre).

Das Interview

Im ersten Teil spricht Sherko Fatah über das Ziel seines Romans und seine literarischen Figuren Albert und Osama: "Die politischen Dinge sind Teil der Landschaft."
 
 
Im zweiten Teil spricht Sherko Fatah über den sogenannten Islamischen Staat, die Situation im Irak und wie er sie während seiner Recherchen erlebt hat: "Das, was so bedrohlich erscheint, scheint im Dunkeln entstanden zu sein […], hätte man die ganze Zeit hingeschaut, hätte man gesehen, dass der Irak zerfallen wird."