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Der Indische Ozean - Internationale Konferenz mit Außenminister Steinmeier

Er ist der drittgrößte Ozean der Erde - und eine Region von besonderer geostrategischer Bedeutung: Die Handelsrouten im Indischen Ozean verbinden wachsende Hafenstädte in Afrika, im Mittleren Osten und in Asien mit Europa und Amerika. Zudem verfügt der Indischen Ozean über große Vorkommen an Öl, Gas und Tiefseemineralien. Gleichzeitig sehen sich die Anrainerstaaten des Indischen Ozeans mit einer Vielzahl gemeinsamer Herausforderungen konfrontiert: Der Klimawandel, enormes Bevölkerungswachstum, rapide Urbanisierung und politische Instabilität prägen die Region schon jetzt.

Für die Konferenz "The Indian Ocean - A Maritime Region on the Rise" kamen am 9. Juni Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus der Region des Indischen Ozeans, China, USA und Europa in Berlin zusammen. Das Auswärtige Amt organisierte die Konferenz gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung. Welche Interessen verfolgen die einzelnen Akteure in der Region? Wie kann in Zukunft außen- und wirtschaftspolitisch zusammengearbeitet werden? Wie können gewaltsame Konflikte vermieden werden? Diese Fragen diskutierten die Teilnehmenden in unterschiedlichen Panels.

"Die Herausforderungen für die Region des Indischen Ozeans sind enorm - und sie können nur gemeinsam bewältigt werden", sagte Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung in ihrem Grußwort. "Die Konferenz 'The Indian Ocean' bringt Vertreter aus der Region wie Indien, Mozambique, Jemen und Australien zusammen und ermöglicht ihnen einen direkten und persönlichen Austausch. Darin sehen wir eine Riesenchance für mehr Vertrauen und Verständnis in der Region."

Außenminister Steinmeier, der die Teilnehmenden im Auswärtigen Amt begrüßte, erklärte: "Chancen und Gefahren liegen eng beieinander, sei es bei der nachhaltigen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der Anrainerstaaten oder bei der maritimen Sicherheit und dem Klimawandel. Bei all diesen Themen kommen wir um eines nicht herum: Zusammenarbeit. Sie ist das Schlüsselwort, das unser Verhältnis zu den Staaten der Region und die Beziehungen dieser Staaten untereinander prägen sollte. Um diese Kooperation zu fördern, bringen wir Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen - ganz im Sinne vorausschauender Außenpolitik."

Zu den Gästen im Auswärtigen Amt zählten u. a. die Außenministerin von Madagascar, Béatrice Atallah, und die Informationsminister vom Jemen, Nadia Al Saqqaf. Auch Robert Bosch Senior Fellow Dr. Constanze Stelzenmüller und Richard von Weizsäcker Fellow Professor Brahma Chellaney waren auf dem Podium. Themen der Panels waren zum Beispiel die "Networking maritime security", die Wiederbelebung des Handels auf dem Indischen Ozean oder die aktuelle Krise im Jemen.