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Sherko Fatah erhält den Adelbert-von-Chamisso-Preis 2015

Preisverleihung am 5. März 2015 in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche

Den diesjährigen Hauptpreisträger Sherko Fatah beschreibt der Literaturkritiker und Juror Gregor Dotzauer als "einen der wenigen Abenteurer unter all den literarischen Großstadtmelancholikern". Fatah erhielt den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis für sein bisheriges Gesamtwerk, insbesondere für seinen jüngsten Roman "Der letzte Ort". Darin erzählt er von der Entführung des deutschen Aussteigers Albert und seines arabischen Übersetzers Osama im Irak - ein "intensives Sprachkunstwerk", urteilt die Jury. Der Roman habe der deutschen Gegenwartsliteratur ein neues und hochaktuelles Themenfeld erschlossen. In ihrer Laudatio betonte die Literaturkritikerin Sigrid Löffler: "Sherko Fatah schreibt nicht als Journalist und Reporter, sondern als großer Erzähler mit einer hellwachen Wahrnehmung für die kulturellen Brüche zwischen Ost und West und für all die Widersprüche, Ambivalenzen und Ungleichzeitigkeiten in dieser Krisenregion."

Die diesjährigen Förderpreise, die mit je 7.000 Euro dotiert sind, gingen an Olga Grjasnowa und Martin Kordić. Grjasnowa erhielt die Auszeichnung für ihren zweiten Roman "Die juristische Unschärfe einer Ehe", Kordić für seinen Debütroman "Wie ich mir das Glück vorstelle".

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. "Uns ist wichtig, dass der Preis auch nach über 30 Jahren am Puls der Zeit bleibt und die gesellschaftlichen Realitäten in unserem Land widerspiegelt", sagte Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Stiftung. "Die Erfahrungen der Autoren oder auch die ihrer Eltern und Großeltern mit der Fremde und dem Kulturwechsel spiegeln sich in ihren Texten wider. Den Reichtum, den die deutsche Literatur dadurch erfährt, möchte der Chamisso-Preis aufzeigen und auszeichnen."

Video: Impressionen von der Preisverleihung