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"Wir müssen alle an einem Strang ziehen"

Anlässlich der offiziellen Auftaktveranstaltung des Center for European Trainees (CET) kamen am 29. Januar 2015 rund 70 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der Robert Bosch Stiftung zusammen, um sich im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa besser zu vernetzen. Das beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. angesiedelte CET wurde mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und Kofinanzierung der Arbeitgeber Baden-Württemberg im Juni 2014 eingerichtet, um Jugendliche aus Südeuropa und Unternehmen aus Baden Württemberg beim Thema berufliche Mobilität unterstützen zu können.

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass sieben Jahre nach Beginn der Finanzkrise in der Europäischen Union immer noch 5,1 Millionen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos sind – am schlimmsten betroffen sind dabei die Länder Spanien, Griechenland und Italien. "Erfolgreiche Strategien zur Jugendbeschäftigung können nur gelingen, wenn alle Akteure die Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen und an einem Strang ziehen: Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen vor Ort und nicht zuletzt die jungen Europäer selbst", sagte Uta-Micaela Dürig, designierte Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung bei der Veranstaltung. Dies bestätige eine Studie, die das renommierte Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Robert Bosch Stiftung erstellt hat. "Nach Meinung der Experten muss vor allem die berufliche Bildung vor Ort verbessert werden. Das kann durch die Einrichtung einer stärker betrieblich ausgerichteten Qualifizierung im Vergleich zu den dort üblichen schulischen Ausbildungen gelingen", so Dürig. Die Stiftung unterstütze das CET sehr gerne, da es genau an diesen Stellschrauben ansetzt.

Als zentrale Anlauf- und Servicestelle soll das CET südeuropäische Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Deutschland unterstützen sowie Unternehmen in Deutschland und Südeuropa, Verbände und Bildungsträger vor Ort beim Thema berufliche Bildung und Mobilität beraten. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Im September beginnen mit Hilfe des CET 60 spanische Jugendliche ihre Ausbildung in Baden-Württemberg. Darüber hinaus haben über 30 lokale Unternehmen Interesse signalisiert, Jugendliche aus Südeuropa auszubilden. Auch in Italien und Spanien konnte das CET wichtige Kontakte zu Arbeitgeberverbänden und den Bildungsministerien aufbauen. "Diese positive Resonanz zeigt, dass wir bei erfolgreicher Umsetzung aus einer unterschiedlichen Arbeitsmarktsituation in Europa eine Win-Win-Situation machen können", sagte der Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei im Staatsministerium Baden-Württemberg Klaus-Peter Murawski.

Das CET ist Teil einer im vergangenen Jahr gestarteten gemeinsamen Initiative der Robert Bosch GmbH und der Robert Bosch Stiftung zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa. In diesem Rahmen hat die Bosch-Gruppe für das Ausbildungsjahr 2014 zusätzlich 100 Ausbildungsplätze für Jugendliche aus Italien, Spanien und Portugal bereitgestellt. Darüber hinaus sucht die Stiftung zusammen mit Ashoka Deutschland nach sozialunternehmerischen Ansätzen, die jungen Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. Nachweislich funktionierende Ideen werden im Projekt "This Works!" nach Südeuropa transferiert und an die lokalen Bedürfnisse angepasst. Um der Perspektivlosigkeit der jungen Generation mit kulturellen Mitteln entgegenzuwirken, startet in Griechenland ein Projekt, das ausgewählten Hochschulabsolventen die Möglichkeit bietet, professionelle Jugend- und Kulturprojekte jenseits der öffentlichen Kultureinrichtungen zu initiieren und durchzuführen.

(Janine Künzer, Februar 2015)