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Wir trauern um unseren Kurator Prof. Hubert Markl

Hubert Markl gehörte von 2002 bis 2010 dem Kuratorium der Robert Bosch Stiftung an. Brillant, wortgewaltig und furchtlos, so erlebten wir diese große Persönlichkeit der deutschen Forschungspolitik. Als Beispiel seiner kompromisslosen Redlichkeit erinnern sich in diesen Tagen viele an seine Abschiedsrede als Max-Planck-Präsident 2001 am Gendarmenmarkt in Berlin. Das sorgfältig vorbereitete Redemanuskript hatte er auf die Seite gelegt und spontan beschlossen, auf die Berliner Rede zur Stammzellenforschung des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau zu reagieren. Mit Sachkenntnis, Scharfzüngigkeit und Temperament hielt er den Bedenken Raus seine Argumente für die Freiheit der Forschung entgegen. In der Folge entbrannte eine monatelange Auseinandersetzung zum Für und Wider die Stammzellenforschung in den großen deutschen Tageszeitungen. Solche intellektuellen Köpfe brauchen wir in Deutschland und auch die Robert Bosch Stiftung hat ihm viel zu verdanken. Kaum ein Vorhaben aus dem breiten Themenspektrum der Stiftung, zu dem sich Hubert Markl nicht eine Meinung gebildet hatte, die er eloquent verteidigte. An den lebhaften Diskussionen haben wir uns gerieben und von seiner Klugheit viel gelernt. Der Zoologe Hubert Markl war weit über seine wissenschaftliche Disziplin hinaus kompetent, belesen, liebenswert, witzig und dabei gänzlich uneitel. Eine Begegnung mit ihm war immer ein Erlebnis, gelegentlich noch mehr - eine Sternstunde.