Miteinander, füreinander! Begegnungen mit Flüchtlingen gestalten
Migration und Teilhabe

Miteinander, füreinander! Begegnungen mit Flüchtlingen gestalten

Die gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich vor dem Hintergrund der zunehmenden Flüchtlingszuwanderung abzeichnen, betreffen uns alle. Wo Menschen sich fremd sind, können schnell Vorurteile gegenüber den "Anderen" entstehen. Für das gemeinsame Zusammenleben ist es daher umso wichtiger, die Öffnung der Gesellschaft zu fördern und einen konstruktiven Umgang mit Vielfalt zu stärken.

Vorurteile werden dort abgebaut, wo ein direkter Kontakt zwischen Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung besteht. Dies belegt u.a. die in unserem Auftrag durchgeführte, repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach "Asyl und Asylbewerber: Wahrnehmungen und Haltungen der Bevölkerung 2014". Die Offenheit in der Bevölkerung und die gleichberechtigte Teilhabe der Neuzuwanderer beruhen daher auch auf direkten Begegnungen.

Aus diesem Grund fördert die Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Programms "Miteinander, füreinander! Begegnungen mit Flüchtlingen gestalten" Praxisprojekte, die Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung vor Ort initiieren. Die Herkunft und alle damit verbundenen möglichen Unterschiede geraten dabei in den Hintergrund, das Gemeinsame rückt in den Vordergrund: Mit vereinten Kräften stellen lokale Bevölkerung und Flüchtlinge Projekte auf die Beine und profitieren von den gegenseitigen Stärken. So kann ein lebendiges Miteinander und Füreinander für den gesellschaftlichen Zusammenhalt entstehen.
  • Für eine Förderung bewerben können sich Initiativen und Projekte aus ganz Deutschland, die von der lokalen Bevölkerung und Flüchtlingen gemeinsam ausgeführt werden. Initiatoren oder Partner können Einrichtungen (z.B. Kultureinrichtungen), Gemeinden, Migrantenorganisationen, Flüchtlings(selbst)organisationen oder Vereine sein.
  • Lokale Bevölkerung und Flüchtlinge müssen gleichberechtigt an der Gestaltung der Begegnung beteiligt sein. Das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch sind geeignet, nachhaltige Verbindungen zu schaffen und ein gemeinsames Vorhaben zu begründen. Flüchtlinge sollen nicht Hilfsempfänger sein, sondern ihre Ideen und Fähigkeiten aktiv einbringen. Zielsetzung der Vorhaben ist immer eine doppelte: Gesellschaftliche Teilhabe von Flüchtlingen zu ermöglichen und Vorurteile in der aufnehmenden Gesellschaft abzubauen.
  • Gefördert werden neue Ansätze sowie der Transfer andernorts bereits erprobter Projektideen auf das eigene Umfeld.
  • Zielgruppen der Projekte sind in erster Linie Erwachsene mit und ohne Fluchterfahrung.
  • Es kann eine Förderung von 1.000 bis maximal 15.000 € beantragt werden. Die Mindestprojektlaufzeit beträgt drei Monate.
  • Nicht gefördert werden Einzelveranstaltungen (z.B. Willkommensfeste) sowie reine Sprachkurse und Projekte zur Traumabewältigung. Auch Begegnungscafés, Onlineangebote für Flüchtlinge oder reine Freizeitaktivitäten können nicht gefördert werden.
  • Es gibt keine Bewerbungsfrist. Bewerbungen sind laufend möglich.

Bitte beachten Sie bei Projektanfragen unsere Hinweise in der rechten Spalte sowie die FAQs zu "Miteinander, füreinander". Wir weisen darauf hin, dass eine Bearbeitung von Anfragen bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen kann.

Weitere Informationen

Kontakt

Marika Baur
Telefon 0711 46084-674
Sara Genc
Telefon 0711 46084-159
  • An wen richte ich meine Anfrage?

Ansprechpartner für das Programm sind Ferdinand Mirbach (ferdinand.mirbach@bosch-stiftung.de) und Sara Genc (sara.genc@bosch-stiftung.de), die Ihre Anfrage zunächst prüfen werden. Beantworten Sie bitte hierzu die Fragen aus dem Dokument „Hinweise für Anfragen“. Die Zusendung an weitere E-Mail-Adressen der Stiftung ist nicht notwendig.

  • Unterstützt mich die Robert Bosch Stiftung bei der Entwicklung und Planung meines Projekts?

Aus Kapazitätsgründen ist es der Robert Bosch Stiftung nicht möglich, die individuelle Projektentwicklung und -planung zu unterstützen oder eine Projektberatung durchzuführen. Bitte gleichen Sie daher mit Hilfe des Ausschreibungstextes ab, ob Ihr ausgearbeitetes Konzept für das Programm geeignet ist und unseren Anforderungen entspricht. Konkrete Fragen zum Programm, deren Antwort sich nicht aus dem Ausschreibungstext heraus ergibt, können vereinzelt beantwortet werden.

  • Werden auch Sprachcafés, Sprachkurse, Schulungen etc. gefördert?

„Miteinander, füreinander“ zielt darauf ab, Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, sodass sie auf Augenhöhe und zusammen mit der lokalen Bevölkerung handeln können. Hierfür sind Deutschkenntnisse eine erste Voraussetzung. Ein nächster Schritt ist es, Flüchtlinge über reine Sprachprojekte hinaus in den gesellschaftlichen Alltag einzubinden – hier setzt „Miteinander, füreinander“ an. Das Projektziel muss also über die reine Sprachförderung hinausgehen, wenngleich diese indirekt immer eine Rolle spielt. Projekte wie Sprachcafés, Sprachkurse und Schulungen als rein solche können daher nicht gefördert werden.

  • Einen Ort für Begegnungen schaffen – reicht das aus?

Orte der Begegnungen zu schaffen ist Voraussetzung dafür, dass sich Flüchtlinge im gesellschaftlichen Leben einbringen können. Ziel von „Miteinander, füreinander“ ist es, diese Begegnungsorte so zu gestalten, dass die Herkunft und alle damit verbundenen Unterschiede der Beteiligten in den Hintergrund rücken und das Gemeinsame sichtbar wird. Doch was ist das „Gemeinsame“? Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Dinge zum Anfassen, ein intensives Zusammenarbeiten für ein gemeinsames Ziel – gesellschaftliche Teilhabe hat viele Gesichter.

  • Werden auch digitale Plattformen wie z.B. Online-Portale oder Apps gefördert?

„Miteinander, füreinander“ zielt darauf ab, im lokalen Bereich Vorurteile zwischen Flüchtlingen und einheimischer Bevölkerung abzubauen. Am besten gelingt dies im Rahmen direkter Begegnungen. Digitale Plattformen wie z.B. Online-Portale oder Apps für Flüchtlinge können daher nicht gefördert werden. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit über das Internet und Social Media ist jedoch problemlos möglich.

Kontakt

Marika Baur
Telefon 0711 46084-674
Sara Genc
Telefon 0711 46084-159